Runde zwei
(Das artet ja langsam in Arbeit aus

)
erstmal zu #76
Beyond schrieb:
Sehe ich ähnlich, aber gleichzeitig folgende Realitäten:
1. Die Mehrheit der Deutschen ist bereits heute Empfänger von staatlichen Alimentationen [sowohl erworbener, als auch nicht-erworbener]: Nur ~33 Mio. Deutsche [~4 Mio. Unternehmer und ~29 Mio. Angestellte] tragen - wenigstens zum Teil - zum Erwerb ihres eigenen Lebensunterhalts bei. Diese Zahlen werden sich [Demographie lässt grüßen] weiter zu Lasten der Einzahler verschieben.
Aber sie tragen voll zum Erwerb ihres Einkommens bei, und des Einkommens der anderen 48 Millionen, wir machen zwar ständig Schulden, aber soviel nun auch wieder nicht

.
Dazu fällt mir ein Spruch ein, statistisches Bundesamt:
Wir rechnen die Welt, wie sie uns gefällt

.
2. Unser System basiert auf dem Prinzip der Mehrheitsentscheidung: Und damit wären wir auch schon beim Thema "eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" und mitten im politischen Tagesgeschehen.
Eine Krähe vielleicht nicht, ein Politiker schon, wenn es sich für
ihn lohnt
Was die anderen - europäischen - Länder mach[t]en, lässt sich extrem vereinfacht auf 2 Positionen reduzieren:
1.
Kleinere Länder [etwa Schweiz, Österreich, Luxemburg, außerdem: Niederlande, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland] importieren in unglaublichem Ausmaß junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte [
gerne auch aus dem deutschsprachigen Ausland] und konnten so mit relativ geringen Strukturveränderungen auf Demographie und sonstige Veränderungen der letzten 15 Jahre reagieren.
Und sie Importieren auch noch ganz andere Sachen, z.B. Steuerzahler(Firmen, Promis, usw.) die Zahlen da zwar viel weniger als hier, aber sie zahlen.
Das zu verhindern ist wieder Aufgabe des Systems, was sich aus gutem Grund nicht drum schert.
2. Größere Länder haben entweder exakt dieselben Probleme wie wir und auch keine Lösung [Frankreich, Italien], provitieren massiv von Auslandsmärkten und ebenfalls Arbeitskräfteimporten [Spanien und Portugal etwa müssen sich bei Südamerika bedanken und hatten nie einen vergleichbaren Sozialstatus wie Deutschland] oder haben frühzeitig und massiv gegengesteuert [Thatcher, GB; außereuopäisch: Neuseeland], als es noch relativ schmerzfrei möglich war. Damit wären wir aber auch schon wieder bei oben 2.
Naja, wenn den Franzosen was nicht passt, gehen die wenigstens richtig auf die Strasse

. Und ob es in GB wirklich soviel besser ist wag ich auch noch zu bezweifeln

.
Ich glaube, dass wir in den nächsten 5 - 1o Jahren folgendes erleben werden:
1. Eine massive Ausdehnung der Staatstätigkeit [mehr Steuern, Abgaben, Vorschriften].
Wie schon in den letzten 5-10Jahren, ich sehe das so, wenn Deutschland mit einem Steuerpult zu Regeln währe, vier Regler, und unsere Politiker es nicht hin kriegen es zu Bedienen, machen sie ein Gesetz, was aus den vier Reglern, 16 Regler macht, usw.
2. Eine gleichzeitige Absenkungen der Transferleistungen in alle Sozialsysteme [eigentlich paradox, aber wenn man absolut weniger Umsatz macht, weil man die Preise erhöht hat, bleibt halt häufig weniger Gewinn übrig, der - im Fall Deutschland - auch noch auf mehr "Teilhaber" verteilt werden muss.]
1. Nicht verteilt werden muss, sondern soll

.
2. Nicht nur in Deutschland.
An die "großen Systemwechsel" glaube ich nicht: Wenn überhaupt bekommen wir vielleicht irgendwann ein vernünftiges Steuersystem hin, aber selbst das erscheint mir unter diesen Rahmenparametern eher unwahrscheinlich. - Wenn die Kassen dann wirklich leer sind, kommt vielleicht ein Umdenken. Aber bis dahin haben wir [fast schon: leider] einfach zu viel Kapital, das erst einmal verbraten werden kann.
Eigentlich deiner Meinung, aber wir haben kein Kapital, sondern sind noch Kreditwürdig und wenn das auch vorbei ist, werden wir von der EU an China verkauft

.