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Andreas Vogel

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Andreas Vogel
Nach der Vorstellung von Lossless Music macht sich schnell Ernüchterung breit. Irgendwie schenkt Apple jedem Abonnenten jetzt ein goldenes Losslesskabel.



Apples Pressemeldung gestern klingt auf den ersten Blick toll. Lossless Music ohne Aufpreis für alle. Verlangten Wettbewerber wie Amazon bis gestern noch fünf Euro extra für HD Musik, hat Apple nun die Branche durchgewirbelt. Amazon hat den Aufschlag gestrichen. Andere werden folgen.
Reality distortion field


Blickt man ein wenig auf die technischen Details und die Umsetzung von Lossless Music, wir haben das hier getan, wird schnell klar: Wir bekommen ganz wenig Lossless Music zu hören. Das liegt weniger daran, dass das menschliche Ohr mitaltert und wir zunehmend -Jahr für Jahr- weniger Frequenzen akustisch wahrnehmen können. Vielmehr ist Lossless Music, mal wieder, die Rückkehr des Reality Distortion Fields. Mit Lossless Music bekommen alle Apple Music Abonnenten kostenlos einen Mehrwert, von dem 99 Prozent der Nutzer exakt keinen Nutzen haben. So ein goldenes Losslesskabel ist chic aber nutzlos.

Warum? Da sind zum einen die drei AirPods Modelle und zwei HomePods. Auf allen lässt sich Lossless Music nicht nutzen. Das hat technische Gründe. Der normale oder durchschnittliche Applenutzer hat ein iPhone und AirPods. Wenige nun auch den HomePod Mini. Für ihn ändert sich akustisch nichts. Aber er freut sich, dass Apple ihm ohne Aufpreis mehr Leistung bietet. Ein cleverer Marketingstunt. Eigentlich ein klassischer "Phil Schiller".
Analoges Streaming


Wahres Lossless ist Live. Nun versuchen Highend-Schmieden wie Burmester, Bowers & Wilkins und Thorens möglichst viel davon zu Gehör zu bringen. Schnell reden wir da von Investitionen jenseits der 10.000 Euro Grenze und vergessen dabei "das Material". Ein Blick auf die Aufnahmetechnik der vergangenen Jahrzehnte zeigt, dass The Doors, frühe Pink Floyd oder die Beatles teils mediokre Aufnahmetechnik zur Verfügung hatten. Wenn nun digital aufpoliert wird, analoges zu Stereo, Stereo zu Raumklang, Dynamik auf Anschlag gepegelt, wird das Kunstwerk manipuliert. Falls es von -noch lebenden- Künstlern selbst umgesetzt wird, ist das sowas wie Neuinterpretation. Andernfalls ein Eingriff in ein Kunstwerk.

Streaming will einen durchgängigen Pegel. Leises wird hochgepitscht, extrem Lautes runtergeregelt. Der Fluss der Playlists soll ohne permanentes Nachjustieren am Lautstärkeregler plätschern. Für Dynamik ist da kein Platz. Qualitativ macht Streaming alles zu Fahrstuhlmusik. Natürlich wird das nicht jeder Hörumgebung und allen Nutzungsszenarien gerecht. Es geht hier nur um die Tatsache, dass Musik durch Streaming vom Kulturgut zum Konsumgut wird.

Das ist ok, dafür braucht aber niemand Lossless Music!

Bildquelle Unsplash

Den Artikel im Magazin lesen.
 

Nightfall85

Jerseymac
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Der Fluss der Playlists soll ohne permanentes Nachjustieren am Lautstärkeregler plätschern. Für Dynamik ist da kein Platz.
Hm.. ich weiß nicht, was du so für Musik hörst... aber ich hab mir extra son dicken Lautstärkeregler für den Schreibtisch gekauft, weil ich quasi permanent die Lautstärke nachregle..

Ich benutze jetzt kein Apple Music, aber bei Spotify kann man z.B. "Standardlautstärke" für alle Songs deaktivieren.
Auch mit so Sachen wie Equalisern etc sollte man relativ vorsichtig sein.
Die beste Möglichkeit sind immer noch vernünftige Lautsprecher und ein Audio-Interface und möglichst unprozessierte Musik.
Apple Lossless braucht ja auch laut Apple ein "USB-Audio-Device". Ich mag mir durchaus vorstellen, dass da in Zukunft ein paar mehr Leute in D/A-Wandler investieren.
Es machte halt bisher auch wenig Sinn, wenn man Apple Music oder Spotify nutzen wollte und ohnehin auf nicht-lossless angewiesen war. Aber viele Tidal User haben sowas sicher schon immer genutzt.

Ich hoffe, dass Spotify bald nachzieht. Ist für mich einfach immer noch das bessere Interface und das ist mir wichtiger als die 5% Klangqualität. Aber ich denke schon, dass ich da einen kleinen Unterschied merken werde.
Aber als Musiker hab ich halt hier auch andere Lautsprecher und Interfaces als der Standardmensch..
 
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Andreas Vogel

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Es hat seine Gründe warum es immer mehr Plattenspieler gibt :)
Lustig!
2019 erreichte der Umsatz mit Vinyl-LPs in D mit 79 Millionen Euro ein neues 10-Jahres-Hoch; nach Das 70 Millionen Euro im Jahr 2018.
Umsatz Streaming: 3 Milliarden Euro in 2020, und für 2021 3,8 Milliarden erwartet.

--> Dein "immer mehr" liegt im Promillebereich des Marktes😂
 
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GunBound

Rote Sternrenette
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Es hat seine Gründe warum es immer mehr Plattenspieler gibt :)
Der Witz ist, dass die Schallplatte seit den 70ern alternativen Tonträgerformaten hoffnungslos unterlegen ist. Zuerst waren es die (professionellen) Bandmaschinen, dann die CD und andere digitale Tonträger. In Punkto Wiedergabetreue steht das Medium ziemlich schlecht da. Mit der Wiederentdeckung seit einigen Jahren ist die Sache noch extremer geworden – einerseits werden nach wie vor die alten Pressmaschinen für die Platten verwendet (und die sind ziemlich ausser Form), andererseits hat die Qualität der Abspieler (Nadel, Tonabnehmer, Tonarm, Laufwerk, etc.) stark nachgelassen. Ein heutiger Durchschnitts-Plattenspieler kann einem Mittelklassemodell von 1980 absolut nicht das Wasser reichen.

In der Praxis spielt das für den Grossteil aber keine Rolle. Ähnlich wie bei der Kassette hat sich der Glaube in das Gehirn der Leute gebrannt, dass diese alten Medien eben "schlecht" klingen müssen. Das ist natürlich Irrsinn – eine passabel aufgenommene Kassette, oder auch Schallplatte, kann so gut wie eine CD klingen, denn das menschliche Gehör ist bei weitem nicht so genau, wie wir es immer wahrhaben wollen. Jedenfalls wird dabei mit suboptimaler Konstellation gehört und erst noch behauptet, der Rauschteppich einer Platte es klinge besser wie eine CD – Begriffe wie "wärmer" fallen. Dass dies hochgradige Verzerrungen sind, wird jedoch getrost ignoriert.


Zum Thema Streaming: ich behaupte, dass 99% der Leute den Unterschied zwischen z.B. 192 kBit/s AAC und lossless nicht hören können. Ich zähle mich dazu; in einem Blindtest würde ich da kläglich versagen (und ich bin noch nicht hohen Alters und spiele seit 24 Jahren Cello, nebenbei bemerkt). Insofern ist diese Entscheidung von Apple, durchs Band Lossless anzubieten, zwar marketingmässig äusserst wirksam, in der Praxis aber lediglich ein Sturm im Wasserglas.
Das Hauptproblem des heutigen Musik-Masterings können nämlich selbst 384 kBit/s und 30 bit nicht lösen: den Loudness War. Wenn Musik weiterhin totkomprimiert wird, interessiert mich Lossless & Co. nicht. Und Leute, die darauf schwören und einen Kult aus Aufnahmequalität machen, werden sowieso nicht zu Mainstreamdiensten wie Apple Music oder Spotify greifen.
 

Hendrik Ruoff

Charlamowsky
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Streaming will einen durchgängigen Pegel. Leises wird hochgepitscht, extrem Lautes runtergeregelt. Der Fluss der Playlists soll ohne permanentes Nachjustieren am Lautstärkeregler plätschern. Für Dynamik ist da kein Platz. Qualitativ macht Streaming alles zu Fahrstuhlmusik. Natürlich wird das nicht jeder Hörumgebung und allen Nutzungsszenarien gerecht. Es geht hier nur um die Tatsache, dass Musik durch Streaming vom Kulturgut zum Konsumgut wird.
Komische sehr einseitige Meinung... kommt auf den Endnutzer an...

Ich hoffe, dass Spotify bald nachzieht. Ist für mich einfach immer noch das bessere Interface
Das stimmt allerdings reicht mir die Qualität für sagen wir mal 70% von dem was ich höre auch aus, den auch diese Musik "klingt" dank guten Wandler und teueren Kopfhören besser als mit irgendwelchen Bluetooth dingern natürlich.

In der Praxis spielt das für den Grossteil aber keine Rolle.
Ja eben, normal wurde ich immer ausgelacht mit nem iphone/DAC Stack unterwegs zu sein und das AirPods Max ja so toll wären, durch den hype durch Apple wollen jetzt wieder viele Kabelgebunden mit Wandler.

egriffe wie "wärmer" fallen. Dass dies hochgradige Verzerrungen sind, geht dabei allerdings unter.
Natürlich, aber 100% analytische Musik ist eben auch langweilig man hört ja idR keine Musik mit Studiomonitoren. und das "wärmer" macht die Musik halt Creamy oder "like Honey" wie meine US Freunde sagen würden.

Das Hauptproblem des heutigen Musik-Masterings können selbst 384 kBit/s und 30 bit nicht lösen: den Loudness War. Wenn Musik weiterhin totkomprimiert wird, interessiert mich Lossless & Co. nicht.
Das kommt auf die Musikrichtung an die man hört aber wie bereits oben genannt bei 70% des "Casual Listenings" macht HighRes null Sinn und ich begnüge mich mit Spotify.

Und Leute, die darauf schwören und einen Kult aus Aufnahmequalität machen, werden sowieso nicht zu Mainstreamdiensten wie Apple Music oder Spotify greifen.
Naja also wenn alles in einem wäre warum nicht? Bin schon länger weg von TIDAL weil MQA ja wohl auch nicht das wahre ist, nutze zur Zeit Qobuz weil mir da die Apps auch gut gefallen.
 

AndaleR

Kaiserapfel
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Es wird sicherlich irgendwann und keine Ahnung welche Möglichkeiten geben, dieses "neue" verlustfreie Hören auch über BT zu übertragen. Ob es noch eine Chance für die Bestands-Airpods/Homepods geben wird - muss man abwarten. Tendenz aber eher zu nein.

Was ich mir aber in dieser ganzen Diskussion die ganze Zeit denke: wer wird denn den Unterschied merken? Eigentlich die wenigsten. Es wird ja kein Unterschied wie SD -> HD -> 4K Bild im TV sein, hier sieht man es ja fast offensichtlich (und nicht nur an einem anderen Senderlogo).

Ich höre Musik über die AirPods pro, Homepods (groß u. klein) und im Auto. Das reicht mir vollkommen - und das sind keine audiophilen Geräte. Deshalb stehe ich dem ganzen relativ entspannt gegenüber - aber ich bin fasziniert, wie schnell z.B. Amazon auf sowas reagiert.
 
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Platten klingen nicht besser, sondern anders.
„Klingt besser“ ist subjektiv. Technisch ist die Platte der CD unterlegen. CDs gehen nach 30 Jahren ihrem Ende entgegen. Gut gepflegte Vinyl-Platten können 100 Jahre halten. Am Ende ist es ein Glaubenskrieg.
 
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Joh1

Gelber Richard
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„Klingt besser“ ist subjektiv. Technisch ist die Platte der CD unterlegen. CDs gehen nach 30 Jahren ihrem Ende entgegen. Gut gepflegte Vinyl-Platten können 100 Jahre halten. Am Ende ist es ein Glaubenskrieg.
Dafür lassen sich die CDs einfacher zb auf den Mac übertragen und damit hält die Musik dann "ewig" (ist vermutlich übertrieben).
Eine Platte hat aber auch Abnutzung mit der Zeit was eine CD nicht hat.

Ich bin aber froh das mir die Qualität von Streamingdiensten jetzt schon soweit ausreicht das ich nichts anderes benötige :D Auch die Airpods Pro, Beats Studio 3 usw reichen mir aus.
 

m4d-maNu

Fauliger Sekai Ichi
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Es wird ja kein Unterschied wie SD -> HD -> 4K Bild im TV sein, hier sieht man es ja fast offensichtlich (und nicht nur an einem anderen Senderlogo).
Auch hier wird das entsprechende Equipment sowie der passende Content benötigt. Ein 30" 4K TV bringt dir beim Normalen Sitzabstand keinen Vorteil zu FHD und selbst der bringt dir nichts wenn du Anime/Zeichentrick schaust, da bei 720p schon keine Pixel mehr zu sehen sind, durch die Zeichnungen.

Um es auch die Musik zu übertragen, die ganze Digitalen Beats etc. die bei einen Apache 207, Bausa, Capital Bra usw. eingesetzt werden, bringt ein Lossess eh nichts. Egal was für eine Anlage im Hintergrund bei einem dann steht. Es profitieren da eher Leute die Musik von richtigen Bands hören, die mit ihren Instrumenten im Tonstudio stehen und dann mit entsprechender Technik, ihre Platten hoffentlich Qualitativhochwertig aufnehmen.
 
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DF0

Dülmener Rosenapfel
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Eine Schallplatte hat aber etwas, was eine CD nicht hat und auch digitale Distributionen wie iTunes Store / Apple Music und viele andere nicht haben. Und das ist für mich ein Grund, warum ich ab und an noch Platten kaufe.

Sie haben riesige Cover!

Wenn ich früher in den 80ern Platten gehört habe, saß ich da mit Kopfhörern auf und starrte auf das nun vergleichsweise gigantische Artwork (wenn es denn hübsch war). Das gehörte für mich zu einem nicht unerheblichen Teil zum Musikgenuss dazu.

Mit CDs wurde der Klang zwar sauberer, aber die Cover wirkten nicht mehr soo imposant. Gut, manches Booklet hat es dann kompensiert und man konnte schön blättern. Aber es war halt wirklich „Compact“.

Dann kamen MP3 und später dann iTunes mit den kleinen Briefmarken-Großen Bildchen, die nur zur Übersicht in der Mediathek dienten. Ab und an gab es mal ein „iTunes +“ Angebot, wo es dann ein PDF zum Kauf gab. Tolle Wurst. Die funktionieren nicht mal mehr beim iPad, wo ein großes Cover ja möglich wäre.

ALAC ist wirklich nett. Bin dankbar. Aber was ich wirklich für genial halten würde, wäre GROSSES ARTWORK!
 

Zug96

Baldwins roter Pepping
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Ja eben, normal wurde ich immer ausgelacht mit nem iphone/DAC Stack unterwegs zu sein und das AirPods Max ja so toll wären, durch den hype durch Apple wollen jetzt wieder viele Kabelgebunden mit Wandler.
Da würde ich ja mal gerne einen Beleg für sehen. 😅
 
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Okay, eigentlich zeigt deine Argumentation schon, dass wir auf unterschiedlichen Wellen unterwegs sind. Aber ich versuche es trotzdem.
Dafür lassen sich die CDs einfacher zb auf den Mac übertragen und damit hält die Musik dann "ewig" (ist vermutlich übertrieben).
Ja, das stimmt. Ich mache das auch. Ich habe meine gesamte Sammlung digital auf dem Mac.

Solange ich zuhause bin, ist das auch alles okay so.
Jetzt gehe ich aus dem Haus, nehme mein iPhone und möchte eine CD aus meiner Sammlung hören.
Mitunter kann es passieren, dass mir Apple das verweigert, weil Apple diese Scheibe, oder dieses Lied nicht (mehr) im Katalog hat. Bum, biste gefi**t. Danke Apple. Ich kann nicht mal per Apple TV an der Anlage dieses Lied hören, aus dem selben Grund. Also was machst du? Gehst an das Regal, holst den original Datenträger raus und legst diesen auf. Da kann ich auch die Schallplatte raus holen.
Eine Platte hat aber auch Abnutzung mit der Zeit was eine CD nicht hat.
Da streiten sich die Geister. Fakt ist, ich habe CDs, die sich nicht mehr abspielen lassen. Gekauft Mitte der 90', ganz einfach weil man durch gucken kann. Ich habe hier Schallplatten, die 45 Jahre alt sind. Die kann ich immer noch abspielen.

Zur Abnutzung der Schallplatte: man sagt 500 bis 1000 Abspielvorgänge http://www.hifi-forum.de/viewthread-289-210.html

Ich werde jetzt hier keine "CD vs. Vinyl"-Krieg anzetteln. Mit einer Schallplatte hat man ein ganz anderes Hörverhalten. Im Gegensatz zu CD oder Streaming kannst du eine Platte nicht skippen. Da hörst du dir das ganze Werk an. So, wie es sich der Künstler gedacht hat und zwar von vorn bis zum Ende.

Btw habe ich jede Platte auch als Datei in iTunes. Aber nicht als digitalisierte Platte, sondern als original Digital. Das dümmste was man machen könnte, wäre eine Schallplatte zu digitalisieren.

Es sind halt zwei Welten, so what?