Eine ungewöhnliche WWDC: Apple zog die Betriebssysteme im Block durch, setzte Schwerpunkte bei Leistung, Konfiguration und Kinderschutz – und präsentierte Apple-Intelligenz. Für Siri-KI in der EU heißt es vorerst warten.
Betriebssysteme im Schnelldurchlauf
Apple behandelte iOS, iPadOS und macOS in einem gemeinsamen Abschnitt. Neue Funktionen blieben überschaubar, die Versionen bekommen vor allem eine neue Nummer: 27. Überraschend war der Name von macOS: Golden Gate. Über Big Bear und Redwood war zuvor spekuliert worden. Das Erscheinungsbild passt dazu, die Hintergrundbilder wirken golden und titanfarben. Das bislang viel diskutierte Flüssigglas bleibt erhalten, wird aber konfigurierbarer. Ein Schieberegler erlaubt Euch, die Transparenz von vollständig klar bis milchig einzustellen.
Apple versprach spürbare Leistungsgewinne über alle Geräte hinweg. Unter iPadOS sollen Apps bis zu 30 Prozent schneller starten. Dateiübertragungen per AirDrop sollen bis zu 80 Prozent schneller sein. Viele Optimierungen erreichen auch ältere Geräte mit weniger leistungsfähigen Prozessoren. tvOS blieb unerwähnt, watchOS spielte nur am Rand eine Rolle. iPadOS erhält zudem eine verbesserte Fensterdarstellung, die Überlagerungen reduziert. Nach rund 15 Minuten war der OS‑Block abgeschlossen.
Vertrauen und Sicherheit: Fokus auf Kinder
Es folgte ein großer Abschnitt zu Vertrauen und Sicherheit mit klarer Ausrichtung auf Kinderschutz. iOS und iPadOS erhalten umfangreiche Werkzeuge für Eltern. Ihr könnt künftig ein Kinderkonto einrichten, Nutzungszeiten pro App steuern und Inhalte gezielt beschränken. Bestehende Kinder‑Apple‑IDs lassen sich in ein solches Kinderkonto überführen. Apple stellte viele Details zur Konfiguration vor und bietet Entwickler:innen passende Schnittstellen, um die Funktionen in eigene Apps zu integrieren.
Regulatorische Rahmenbedingungen setzen zusätzlichen Druck. In Australien gilt ein striktes Social‑Media‑Verbot für Jugendliche. Großbritannien führt Altersverifikationen ein, US‑Bundesstaaten wie Texas setzen diese stark durch. Auffällig: Alle Präsentierenden, inklusive Craig Federighi, sprachen explizit aus der Perspektive von Eltern. Der Block dauerte fast 20 Minuten.
Apple-Intelligenz und die Lücke bei Siri in der EU
Apple-Intelligenz bringt zahlreiche Funktionen ins System. Beispiele aus den Demos: thematische Zusammenfassungen von Browser‑Tabs und neue Möglichkeiten zur dreidimensionalen Fotobearbeitung. Die Integration ins Betriebssystem soll ein nahtloses Arbeiten ermöglichen, ohne Inhalte an externe Dienste auszulagern. Apple betonte Sicherheit und die Verarbeitung persönlicher Daten über Private Cloud Compute. Hinter Funktionen zur Sprachverarbeitung steckt laut Präsentation Googles Gemini.
Apple-Intelligenz soll zum Start auf Deutsch verfügbar sein. Der Zugriff per Siri‑KI auf diese Funktionen startet auf iOS und iPadOS jedoch zunächst nicht in der EU. Apple arbeitet nach eigener Aussage daran, die EU‑Vorgaben zu erfüllen. Einen Zeitplan nannte das Unternehmen nicht.
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