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ESR Equinox Armband – Ein Sportarmband, das analog wirkt

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Mein ausprobiert Test des ESR Equinox Watch Armband betrachtet die Kombination aus widerstandsfähigen Kautschuk mit einer echten mechanischen Faltschließe für die Apple Watch.

Wer wie ich im Alltag regelmäßig zwischen klassischen mechanischen Armbanduhren und der Apple Watch wechselt, erlebt am Handgelenk oft einen kleinen Kulturschock. Selbst bezahlbare Automatikuhren setzen seit Jahrzehnten auf solide Faltschließen. So mutet uns der Zubehörmarkt für die meistverkaufte Smartwatch der Welt häufig Verschlüsse zu, die eher an das Einlassbändchen eines Sommerfestivals erinnern. Entweder fummelt man einen Metallpin durch weiche Silikonlaschen. Oder zieht an Klettverschlüssen wie am Turnschuh aus der Grundschule.

Oder überweist im Apple Store knapp hundert Euro für ein geriffeltes Elastomerband, das am Schreibtisch nach Tiefsee-Expedition aussieht. Genau in diese Lücke stößt ESR mit seinem ersten eigenen Apple Watch Band. Das ESR Equinox Watch Armband verspricht den Spagat zwischen schweißtreibender Laufrunde und seriösem Büroalltag. Zusammengehalten von einer massiven Faltschließe aus Metall. Ich habe mir das Band über mehrere Wochen im Alltag umgeschnallt. Lasst uns klären, ob für rund 35 Euro tatsächlich der große Wurf für die Apple Watch Ultra und Series gelungen ist oder ein Teufel im Detail steckt.

Ausgepackt: Ohne den üblichen Chemieunfall

Der erste Eindruck beginnt überraschend erwachsen. Statt einer widerspenstigen Plastikverpackung, der man zumeist mit der Küchenschere zu Leibe rücken muss, liefert ESR eine flache, graue Kartonschachtel mit seitlichem Einschub. Zieht man die leicht stramm sitzende Schublade an der Lasche heraus, liegt das Equinox-Armband flach ausgebreitet und von zwei elastischen Schlaufen fixiert vor einem. Ein beiliegender Einleger verweist per QR-Code auf ein kurzes Montagevideo. Dazu gibts eine praktische Papier-Messhilfe für das Handgelenk und eine Herstellergarantie von 24 Monaten.

Nachdem die Schutzfolie von der matt schimmernden Schließe abgezogen ist, folgt meine obligatorische Geruchsprobe.Wer schon einmal günstige Drittanbieter-Bänder aus Fernost ausgepackt hat, rechnet an dieser Stelle reflexartig mit den Ausdünstungen einer mittelgroßen Chemiefabrik. Beim ESR Equinox herrscht dagegen angenehme Zurückhaltung: Nur wer die Nase direkt an das Band hält, nimmt eine minimal süßliche Note wahr. Haptisch überrascht die Oberfläche sofort mit einem leicht pudrigen, fast samtigen Griff. Weder zieht das Material magisch Fusseln vom dunklen Pullover an, noch hinterlassen Fingerabdrücke speckige Spuren. Schon vor dem ersten Einschieben in die Apple Watch wirkt das Band erfreulich wertig und weit entfernt von klebrigem Standard-Silikon.

Die Daten: HNBR und mehr

Ein Blick auf die Spezifikationen erklärt, warum sich das Band so trocken und griffig anfühlt. ESR fertigt das Equinox aus sogenanntem HNBR – hydriertem Acrylnitrilbutadien-Kautschuk. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich ein hochfestes, vollständig PFAS freies Elastomer. Dieses ist deutlich widerstandsfähiger gegen Schweiß, Hautfette, Seife und Temperaturschwankungen als herkömmliches Silikon. Das Band ist komplett wasserfest, reißfest und bringt durch die Kombination aus dichtem Kautschuk und mehrteiliger Metallschließe ein spürbares, sattes Eigengewicht mit.

Kompatibel ist das Armband mit allen großen Gehäusen der Apple Watch von 42, 44, 45 und 46 Millimetern bis hin zur 49 Millimeter großen Apple Watch Ultra aller Generationen. Besitzer der kleineren Kompaktmodelle gehen leider leer aus, da ESR bislang nur eine Breite anbietet. Diese deckt laut Datenblatt Handgelenke von 140 bis 200 Millimetern ab. Das entspricht inklusive Uhrengehäuse in der Praxis einem Umfang von etwa 16,5 bis 21,5 Zentimetern. Erhältlich ist das Band in Schwarz, Polarstern-Weiß, Marineblau und einem tiefen Burgunderrot. Verglichen mit dem 49 Euro teuren Apple Sport Band, dem klobigeren Apple Ocean Band für 99 Euro oder dem rund 70 bis 90 Euro teuren Nomad Rocky Point Band positioniert sich ESR mit einem Amazon Straßenpreis von rund 32 bis 37 Euro angriffslustig.

Im Alltag: Vom Schreibtisch zum mechanischen Klick

Im täglichen Einsatz offenbart das ESR Equinox zwei konstruktive Eigenheiten, die mir an der großen Apple Watch sofort zugesagt haben. Erstens sind die Bandanstöße mit ihren markanten ovalen Lüftungsschlitzen merklich steifer ausgeführt als der Rest des Bandes. Dadurch klebt das Armband am Gehäuseübergang nicht platt am Arm, sondern wölbt sich in einem stabilen Bogen um das Handgelenk. Das sorgt für Luftzirkulation und steht gerade der wuchtigen Apple Watch Ultra ausgezeichnet. Zweitens fungiert die flache Metallschließe an der Unterseite des Handgelenks als physikalisches Gegengewicht zur kopflastigen Uhr, wodurch das Gehäuse weit weniger am Arm verrutscht.

Das eigentliche Glanzstück ist und bleibt jedoch die Faltschließe im Stil klassischer Taucheruhren. Über eine nummerierte Lochskala von eins bis zehn auf der Bandinnenseite hakt man einen kleinen Metalldorn passend zum eigenen Handgelenk ein. Danach öffnet man das Band nur noch über die beiden seitlichen Drücker der Schließe. Da beide Hälften verbunden bleiben, fällt die Uhr beim Ablegen über dem Fliesenboden im Bad nicht mehr versehentlich aus der Hand. Beim Zuklappen rastet der Mechanismus mit einem satten, mechanischen Klicken wie bei einem kleinen Vorhängeschloss ein, während das überstehende Bandende unsichtbar unter der Schließe verschwindet.

Wenn Kanten, Wasser und Mechanik nerven

Trotz der gelungenen Grundidee leistet sich das ESR Equinox im Alltag ein paar Schwächen. So verlangt schon das Schließen einen kleinen Handgriff. Weil sich der innere Bandarm beim Zusammenklappen gerne leicht aufstellt und den Metallbügel blockiert, muss man das Bandende kurz mit dem Zeigefinger herunterdrücken, bevor die Schließe einrastet. Zudem hat es ESR mit den quer verlaufenden Belüftungsrillen auf der Innenseite und den äußeren Bandkanten etwas zu gut gemeint. Beide sind recht scharfkantig geformt. Trägt man die Uhr etwas straffer, hinterlassen die Rillen abends deutliche Abdrücke auf der Haut. Weichere FKM-Bänder von Nomad liegen sanfter auf.

Noch spürbarer ist das Thema Feuchtigkeit beim Sport oder nach dem Händewaschen. Zwischen den doppelt übereinanderliegenden Kautschuklagen und dem Metallkäfig der Faltschließe staut sich Wasser. Dadurch sammeln sich in den kleinen Einstelllöchern im Alltag rasch Seifenreste und Hautpartikel. Wer täglich intensiv mit dem Band trainiert, kommt kaum darum herum. Die beiden Bandhälften sollte man regelmäßig trennen und die Lochreihe unter fließendem Wasser ausspülen. Und für empfindliche Ohren gibt es noch eine akustische Fußnote. Bei kräftigen Vibrationsalarmen der Apple Watch geraten die beweglichen Metallteile der Schließe manchmal in Resonanz. Das erzeugt ein leises metallisches Sirren.

Fazit: Kleine Ecken, große Schließe und ein unverschämt fairer Preis

Am Ende hinterlässt das ESR Equinox Watch Armband genau den Eindruck, den ich mir von einem ehrlichen Zubehörtest wünsche. Es ist kein makelloses Wundermittel für Extremsportler, aber ein außergewöhnlich durchdachtes Alltagsband mit Charakter. Wer seine Apple Watch beim regelmäßigen Schwimmen oder Jogging trägt, wird sich an der gestauten Restfeuchtigkeit unter der Schließe und den etwas kantigen Innenrillen stören. Hier darf ESR bei einer zweiten Generation gerne an die Kantenrundung gehen und die Rillen auf der Unterseite entschärfen.

Für alle anderen, die ihre Apple Watch vom morgendlichen Schreibtisch über den Kundentermin bis zum Abendessen im Restaurant tragen, ist das Equinox jedoch ein Volltreffer. Es befreit das Kautschukband endlich vom profanen Fitnessstudio Image und bringt den Komfort einer echten Uhrmacher Faltschließe an die Smartwatch. Das satte Einrasten beim morgendlichen Anlegen und das Verschwinden des Bandendes ohne abstehende Schlaufen machen im Alltag schlichtweg Freude. Angesichts eines Preises von rund 35 Euro verzeiht man dem Erstlingswerk seine kleinen Eigenheiten beim Schließen und Trocknen gerne.

Denn mehr mechanischen Schließen Komfort fürs Geld bekommt man an einer Apple Watch derzeit schlicht nirgendwo.

Die ESR Equinox Watch Armbänder wurden uns von ESR für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an den Hersteller.

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