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USB wird 30: Wie ein Schnittstellen-Chaos zum Standard der Computerwelt wurde

Ob zu Hause, im Büro oder unterwegs: Ohne USB-Kabel und USB‑Speichersticks geht heute kaum noch etwas. Vor 30 Jahren sah der Anschluss-Alltag jedoch deutlich unübersichtlicher aus.

Zum Jubiläum werfen wir einen Blick auf die Entwicklung des „Universal Serial Bus“ – von den Anfängen bis zur heutigen USB‑C‑Welt.

Von Schnittstellen-Wildwuchs zum ersten USB-Standard

Bevor USB auf den Markt kam, mussten sich Nutzer:innen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Anschlüsse herumschlagen. Serielle Schnittstellen, Game-Ports oder der Apple Desktop Bus (ADB) waren nur einige der verbreiteten Varianten. Diese Vielzahl inkompatibler Verbindungen war unpraktisch und machte die Nutzung von Peripheriegeräten unnötig kompliziert. Eine Vereinheitlichung der Anschlüsse war dringend nötig, um Computer einfacher mit Bildschirmen, Speichern und anderen Geräten zu verbinden.

In den frühen bis mittleren 1990er-Jahren gewann daher die Entwicklung des Universal Serial Bus an Tempo. Ziel war es, eine einheitliche, leicht nutzbare Schnittstelle für Personal Computer und Zubehör zu schaffen. 1996 erschien schließlich die erste USB‑Version, USB 1.0, auf dem Markt und setzte sich mit der Zeit als Branchenstandard durch – wenn auch mit einigen Ausnahmen. An der Entwicklung waren mehrere große Technologiekonzerne beteiligt, darunter Intel, IBM, Microsoft und Compaq.

Ein Forschungsteam von Intel hatte bereits 1995 die ersten integrierten Schaltkreise entwickelt, die USB unterstützen sollten. Im Januar 1996 bot USB 1.0 eine Basis-Signalisierungsrate von 1,5 Mbit/s für niedrige Bandbreiten sowie bis zu 12 Mbit/s im oberen Bereich. Verglichen mit heutigen Übertragungsraten wirkt das bescheiden, markierte damals aber einen wichtigen Schritt. Der Durchbruch ließ dennoch auf sich warten: Nur wenige USB‑Geräte kamen zunächst auf den Markt, die Verbreitung war wegen des Zeitpunkts und technischer Einschränkungen eher schleppend.

Mit USB 1.1 änderte sich das Bild. Die 1998 eingeführte Revision erhielt in demselben Jahr eine wichtige Bestätigung durch Microsoft. Zudem tauchten zunehmend Typ‑B‑Anschlüsse an verschiedensten Peripheriegeräten auf.

USB 2.0, 3.0 und der Sprung zu SuperSpeed

Im April 2000 folgte USB 2.0 als nächster großer Meilenstein. Diese Version erhöhte die Signalisierungsrate deutlich auf bis zu 480 Mbit/s und trug sowohl zur größeren Leistungsfähigkeit als auch zur wachsenden Beliebtheit des Standards bei. In den Jahren danach wurde USB kontinuierlich weiterentwickelt. Besonders wichtig war dabei die Einführung von USB 3.0. Diese Generation brachte eine neue Architektur sowie ein Protokoll namens SuperSpeed mit sich.

Die zugehörigen Stecker und Kabel blieben abwärtskompatibel, sodass bestehende Geräte weiterhin genutzt werden konnten. SuperSpeed bot als Betriebsmodus Übertragungsraten von bis zu 5,0 Gbit/s, was USB erneut deutlich leistungsfähiger machte. USB4, USB‑C und die Rolle des Implementierer-Forums

Die Spezifikationen für USB4 wurden im August 2019 vom USB Implementers Forum (USB‑IF) offiziell vorgestellt. Die Verwaltung der Spezifikationen war bereits 2008 mit der Einführung von USB 3.0 an das USB‑IF übergegangen. USB4 basiert auf dem Protokoll von Thunderbolt 3, das vielen inzwischen vertraut ist, und unterstützt eine Datenrate von bis zu 40 Gbit/s. Gleichzeitig bleibt die Schnittstelle abwärtskompatibel zu USB 3.2 und USB 2.0. Auch dieser Schritt stellte einen weiteren wichtigen Leistungssprung innerhalb des Standards dar.

Parallel dazu veränderte sich die Steckerwelt grundlegend. Während in den Anfangsjahren die Standardisierung im Vordergrund stand, war die Situation rund um die verschiedenen USB‑Steckertypen zum Beginn des zweiten Jahrzehnts nicht mehr so klar. Darauf folgte der Aufstieg von USB‑C.

USB‑C löste die älteren Typ‑A- und Typ‑B‑Stecker ab und vereinte die Anschlüsse in einer neuen, kompakten Bauform. Dieser Anschluss bietet gegenüber früheren Generationen deutlich höhere Datenübertragungsraten, was seine Verbreitung zusätzlich förderte. Ein großer Teil der heute erhältlichen Geräte ist inzwischen mit USB‑C ausgestattet. Für Euch bedeutet das weniger unterschiedliche Kabel und ein deutlich einfacherer Umgang mit Zubehör im Alltag.

Via: https://www.techradar.com

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Michael Reimann

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