Apple hat das vierte Geschäftsquartal 2026 mit Rekordzahlen abgeschlossen. Interessanter als die Bilanz waren allerdings einige Aussagen aus der anschließenden Analystenrunde. Dabei ging es um kostenpflichtige KI-Funktionen, steigende Hardwarepreise und Lieferprobleme beim iPhone Duo.
Mit 114,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem Wachstum von zwölf Prozent hat Apple erneut ein erfolgreiches Quartal abgeschlossen. Besonders stark entwickelten sich iPhone und Mac. Doch beim ersten Earnings-Call unter dem neuen CEO John Ternus standen vor allem die Herausforderungen der kommenden Monate im Mittelpunkt.
Eine der interessantesten Aussagen betrifft Siri AI. Apple bestätigte, dass bestimmte KI-Funktionen künftig Nutzungslimits erhalten werden. Das betrifft insbesondere Funktionen, die auf Apples Servern ausgeführt werden, darunter Siri AI und intelligente Bildbearbeitung.
Wer diese Funktionen besonders intensiv nutzen möchte, soll künftig zusätzliche Kapazitäten kaufen können. Konkrete Preise oder Tarife nannte Apple nicht.
Damit zeichnet sich eine Erweiterung des bisherigen Geschäftsmodells ab. Während iCloud+ ursprünglich vor allem zusätzlichen Speicherplatz bot, entwickelt sich der Dienst zunehmend zu einem Paket unterschiedlicher Leistungen. Künftig könnte auch KI-Rechenleistung dazugehören.
Ungewöhnlich deutlich äußerte sich Ternus zur Entwicklung der Speicherpreise. Er bezeichnete die aktuelle Situation als beispiellos. Bereits im vergangenen Quartal seien die Kosten gestiegen. Für die kommenden Monate erwartet Apple weitere Preissteigerungen.
Das Unternehmen bestätigte außerdem, dass bereits mehrere Produkte teurer geworden sind. Im Juni wurden Preise für Mac und iPad angepasst, im September folgte das iPhone.
Finanzvorstand Kevin Parekh bezeichnete diese Entscheidungen als widerwillig. Apple versuche, höhere Speicherkosten durch günstigere andere Komponenten und vorhandene Lagerbestände auszugleichen.
Weitere Preiserhöhungen wurden nicht angekündigt. Allerdings erwartet Apple, dass der Kostendruck auch über das laufende Quartal hinaus anhält.
Auch das faltbare iPhone Duo war Thema der Fragerunde. Apple bestätigte, dass die Nachfrage derzeit nicht vollständig bedient werden kann.
COO Sabih Khan erklärte, dass die Produktion hochgefahren werde. Wann Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht sein könnten, ließ er offen.
Damit bleibt auch unklar, welchen Anteil die tatsächliche Nachfrage und welchen die begrenzten Produktionskapazitäten an den Lieferproblemen haben.
Beim regulären iPhone 18 blieb Apple ebenfalls zurückhaltend. Auf die Frage, warum das Standardmodell im September nicht vorgestellt wurde, verwies Ternus lediglich auf das bestehende iPhone-Angebot. Über die weitere Produktplanung wollte er nicht sprechen.
Ternus bestätigte außerdem, dass Siri AI derzeit überwiegend auf konkrete Anfragen reagiert. Die neue technische Architektur soll jedoch künftig komplexere Aufgaben ermöglichen.
Damit könnte sich Siri langfristig zu einem KI-Agenten entwickeln, der mehrere Arbeitsschritte selbstständig erledigt.
Einen Zeitplan dafür nannte Apple nicht. Gleichzeitig betonte Ternus, dass Datenschutz und Sicherheit bei dieser Entwicklung im Mittelpunkt stehen sollen.
Die zunehmende KI-Nutzung verursacht allerdings zusätzliche Kosten. Apple erklärte, dass insbesondere die Verarbeitung auf Servern laufende Ausgaben verursacht. Wie stark diese mit steigenden Nutzerzahlen wachsen werden, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.
Eine weitere Frage betraf die Zukunft von macOS. Nachdem Apple mit dem neuen MacBook Pro erstmals einen Touchscreen eingeführt hat, wollte ein Analyst wissen, ob langfristig eine Zusammenführung von macOS und iOS geplant sei.
Ternus verwies auf Apples Strategie, für jede Produktkategorie die bestmögliche Lösung zu entwickeln. Funktionen könnten weiterhin zwischen den Plattformen ausgetauscht werden. Grundlegende Änderungen seien derzeit jedoch nicht geplant.
Der Earnings-Call zeigt, dass Apple wirtschaftlich weiterhin stark aufgestellt ist. Gleichzeitig verändern steigende Komponentenpreise und die zunehmende Bedeutung künstlicher Intelligenz das Geschäft.
Besonders interessant dürfte für Kunden die Frage werden, welche KI-Funktionen künftig im Gerätepreis enthalten sind und welche zusätzlich bezahlt werden müssen.
Darauf hat Apple bislang noch keine konkrete Antwort gegeben.
Quelle: Apple Earnings-Call zum vierten Geschäftsquartal 2026 vom 2. November 2026
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