Viele praktische iPhone‑Funktionen stehen im Schatten der großen Neuerungen. Dabei erleichtern sie den Alltag spürbar – vorausgesetzt, Ihr kennt und nutzt sie konsequent.
Im Folgenden findet Ihr eine Auswahl an iOS‑Funktionen, die im Alltag der Autor:innen täglich zum Einsatz kommen und Arbeiten sowie Kommunikation beschleunigen.
Schneller tippen, kopieren und einhändig bedienen
Textersetzungen gehören zu den am häufigsten genutzten Funktionen. Wer regelmäßig E‑Mail‑Adressen, App‑Links, Social‑Media‑Profile oder Symbole tippen muss, legt sich kurze Kürzel an, die iOS automatisch durch ganze Textbausteine ersetzt. Gebt Ihr etwa ein paar Buchstaben wie „idbapp“ ein, wird dies automatisch in den vollständigen App‑Link umgesetzt. Praktisch: Die Textersetzungen synchronisieren sich über iCloud und stehen so auf iPhone, iPad und Mac bereit.
Bei einem großen Pro‑Max‑iPhone und eher kleinen Händen wird einhändiges Tippen schnell unbequem und riskant. Hier hilft die Einhandtastatur: Haltet einfach das Emoji‑ oder Globus‑Symbol unten links gedrückt und verkleinert die Tastatur, um sie an den linken oder rechten Rand zu schieben. So erreicht Ihr alle Tasten leichter und reduziert die Gefahr, das Gerät fallen zu lassen.
Wer viele Benachrichtigungen „still“ zustellen lässt, etwa von Finanz‑ oder Social‑Media‑Apps, kennt das Problem eines überfüllten Mitteilungszentrums. Statt jede Meldung einzeln zu löschen, hält man das X‑Symbol gedrückt und entfernt so alle Benachrichtigungen auf einmal.
Medien, Inhalte und QR‑Codes clever nutzen
Abends im Bett noch ein YouTube‑Video, eine Playlist oder einen Podcast hören – und dabei einschlafen? Damit Medien automatisch nach einer festgelegten Zeit stoppen, nutzt Ihr den versteckten „Wiedergabe stoppen“-Timer in der Uhr‑App. So endet die Wiedergabe etwa nach 40 Minuten, ohne dass Ihr wieder aufwachen und manuell stoppen müsst.
Die universelle Zwischenablage von Apple ermöglicht es, Inhalte nahtlos zwischen iPhone, iPad und Mac zu kopieren und einzufügen. Sind WLAN und Bluetooth auf allen Geräten aktiv, kopiert Ihr etwa Text oder Bilder auf dem Mac und fügt sie direkt auf dem iPhone ein – ohne zusätzliche Schritte. Ergänzend dazu lassen sich Mac‑Screenshots mit gedrückter Control‑Taste direkt in die Zwischenablage legen, statt sie im Finder zu speichern, und anschließend zum Beispiel in WhatsApp am iPhone einfügen.
Wenn die universelle Zwischenablage streikt, greift ein anderer Trick: Im Browser auf dem Mac, etwa Chrome, erstellt Ihr per Control‑Klick auf eine Webseite einen QR‑Code für die aktuelle Seite. Den scannt Ihr mit der iPhone‑Kamera, um den Link zu kopieren oder im Browser zu öffnen. Natürlich lassen sich so auch andere QR‑Codes scannen.
Ein weiteres Continuity‑Werkzeug ist iPhone‑Spiegelung auf dem Mac. Darüber greift Ihr zum Beispiel auf WhatsApp am iPhone zu, ohne die Web‑ oder Desktop‑App einzurichten, oder zieht Dateien per Drag‑and‑drop zwischen Mac und iPhone hin und her, wenn AirDrop nicht mitspielt. Praktisch ist das auch, wenn das iPhone am kurzen Ladekabel steckt und schwer zu erreichen ist – dann bedient Ihr es einfach über das MacBook. Dummerweise hat Apple diese Funktion in der EU nicht freigegeben und es ist nicht absehbar, ob sie jemals kommen wird.
Live Text wiederum erlaubt es, Text direkt aus Fotos, in Safari oder schon im Kamera‑Sucher zu markieren und zu kopieren. So übertragt Ihr Inhalte aus Bildern schnell in Notizen oder Nachrichten.
Bedienung, Screenshots, Anrufsteuerung und App‑Limits
Sprachmemos lassen sich direkt vom Sperrbildschirm aus starten, wenn Ihr das entsprechend konfiguriert habt. So könnt Ihr wichtige Aussagen oder Situationen schnell für spätere Beweissicherung oder Notizen aufnehmen, ohne Euch erst durch Menüs zu tippen.
AssistiveTouch ist zwar nicht dauerhaft aktiv, kommt aber gezielt zum Einsatz, wenn viele Screenshots hintereinander nötig sind. Über eine eigene Geste oder einen Tipp auf die schwebende Schaltfläche löst Ihr Bildschirmfotos aus, ohne die Hardwaretasten zu verwenden. Das ist vor allem hilfreich bei bestimmten Bildschirmen, etwa Kaufbestätigungen im App Store, die beim Drücken der Tasten verschwinden und sich nur so zuverlässig festhalten lassen.
Um den eigenen App‑Konsum zu begrenzen, helfen tägliche App‑Limits über die Bildschirmzeit. Wer sich etwa zu viel auf X (früher Twitter) aufhält, setzt ein Tageslimit von zwei Stunden. Ist die Zeit aufgebraucht, sperrt iOS die App zunächst. Zwar lässt sich diese Sperre umgehen, doch die Erinnerung sorgt dafür, dass Ihr Euren Konsum bewusster wahrnehmt.
Mit der Einhandbedienung holt Ihr den oberen Bereich des großen iPhone‑Displays nach unten. Ein kurzer Wisch nach unten am unteren Bildschirmrand senkt die Anzeige, sodass Ihr Schaltflächen oben, Kontrollzentrum oder Mitteilungszentrale bequemer erreicht.
Wer sein iPhone meist auf einem Ständer auf dem Schreibtisch nutzt und Anrufe zu Hause ohnehin per Freisprechfunktion führt, kann alle Gespräche automatisch auf den Lautsprecher legen lassen. In den Bedienungshilfen unter „Audio/Visuell“ legt Ihr die Anruf‑Audioausgabe auf „Lautsprecher“ fest und könnt bei Bedarf jederzeit auf Hörmuschel oder AirPods wechseln.
Welche weniger bekannten iPhone‑Funktionen nutzt Ihr täglich?
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