Apples erstes MacBook Pro mit Touchscreen erweitert die Bedienung, ohne macOS grundlegend umzubauen. Ein Praxistest von Bloomberg zeigt, wo die Touchsteuerung überzeugt – und wo sie noch hakt.
Touch ergänzt macOS, ersetzt es aber nicht
Bloomberg-Redakteur Chris Welch konnte das neue MacBook Pro nach Apples Präsentation in Los Angeles ausprobieren. Der Touchscreen macht aus dem Mac kein iPad. Apple gehe bei der Integration vorsichtig vor, berichtet Welch: Das Unternehmen habe weder übergroße Schaltflächen eingeführt noch macOS umfassend verändert.
Die Bedienung per Berührung funktioniert demnach vor allem bei Gesten flüssig. Vergrößern und Verkleinern mit zwei Fingern sowie Ziehen und Ablegen gingen schnell und geschmeidig. Der Touchsensor sitzt direkt im OLED-Display und liegt nicht als zusätzliche Schicht darüber, wie es bei Touchscreen-Laptops mit Windows üblich ist.
Einige Anpassungen erscheinen nur, wenn Du den Bildschirm berührst. Menüs rücken ihre Einträge dann weiter auseinander, damit sie sich leichter antippen lassen. Sobald Du wieder ein Trackpad oder eine Maus verwendest, kehrt die gewohnte Darstellung zurück.
Kleine Schaltflächen bleiben eine Schwachstelle
Weniger gelungen sind laut Welch die drei kleinen Fensterknöpfe oben links. Apple vergrößert sie kurzzeitig für die Bedienung mit dem Finger. Die Animation wirke jedoch etwas träge und wenig elegant. Auch Apples früherer Versuch, die Bedienung des MacBook Pro zu verändern, war umstritten: Die Touch Bar wurde nach jahrelanger Kritik ab 2021 schrittweise eingestellt.
Besonders hilfreich ist der Touchscreen bei der iPhone-Spiegelung. Dort kannst Du auf dem Mac tippen und wischen wie auf dem iPhone. Auch Entwickler:innen profitieren: Sie können iPhone- und iPad-Apps auf eine Weise testen, die der Nutzung auf den jeweiligen Geräten näherkommt.
Preis, Ausstattung und weitere Wünsche
Das neue MacBook Pro kostet ab 2.899 US-Dollar (rund 2.500 Euro) und kommt am 6. November in den Handel. In sozialen Netzwerken vermuteten manche, Apple habe den Touchscreen vor allem eingeführt, um einen Aufpreis von 400 US-Dollar (rund 345 Euro) zu rechtfertigen. Welch hält dagegen, dass ein großer Teil der Mehrkosten wahrscheinlich auf das zweischichtige OLED-Display entfällt. Es erreicht eine Helligkeit von 2.000 Nits; Apple kalibriert jedes Display einzeln.
Welch hätte sich zusätzlich Face ID und Mobilfunk gewünscht. Ein Apple-Mitarbeiter sagte gegenüber Reporter:innen, das Unternehmen stehe bei der Anpassung von macOS an die Touchbedienung noch am Anfang. Wer keinen Touchscreen möchte, kann zum M6 MacBook Pro mit herkömmlichem Display greifen.
