Tech-Führungskräfte trafen sich beim Staatsbankett für Präsident Trump in Großbritannien. Die Gästeliste verrät, wie wichtig Technologiebranche und Digitalisierung in der Politik geworden sind.
Bekannte Namen aus der Tech-Branche beim Staatsbankett
Beim Staatsbankett zu Ehren von Präsident Trump am Mittwoch in Großbritannien waren zahlreiche Topmanager aus der Tech-Branche eingeladen. Auf der Gästeliste standen NVIDIA-CEO Jensen Huang, Apple-CEO Tim Cook, Risikokapitalgeber und White-House-Berater für KI und Kryptografie David Sacks, Alphabet- und Google-Präsidentin Ruth Porat sowie Microsoft-CEO Satya Nadella. Ebenfalls dabei waren Salesforce-Chef Marc Benioff und OpenAI-Boss Sam Altman. Diese Zusammenstellung wurde von der New York Times bestätigt.
Im Unterschied zu früheren Veranstaltungen waren diesmal kaum Vertreter:innen aus der Unterhaltungsindustrie geladen. Stattdessen spiegelte die Gästeliste den Einfluss der Technologiebranche wider. Der Fokus lag auf Persönlichkeiten, die entscheidend an der digitalen und wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt sind. Das zeigt auch, welche Rolle Technologieunternehmen in den USA und Großbritannien im Jahr 2025 spielen.
Partnerschaften und Investitionen zwischen den USA und Großbritannien
Am Tag nach dem Bankett unterzeichneten die USA und das Vereinigte Königreich das sogenannte „Tech Prosperity Deal“-Abkommen. Diese Partnerschaft soll die Entwicklung in den Bereichen Kernkraft, Künstliche Intelligenz und Quantentechnologien fördern. Außerdem verkündeten US-Techunternehmen wie Google, Microsoft, NVIDIA und OpenAI, neue Rechenzentren in Großbritannien aufzubauen. Die Firmen CoreWeave und Salesforce kündigten zudem Milliardeninvestitionen im Land an. Insgesamt planen US-Technologiefirmen Investitionen im Wert von 31 Milliarden Pfund (ca. 42 Milliarden US-Dollar / 39 Milliarden Euro) für die Entwicklung von KI-Infrastruktur im Vereinigten Königreich.
Diese Initiativen zeigen den wachsenden Einfluss der digitalen Wirtschaft auf die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder. Die Staaten wollen neue Technologien gemeinsam gestalten und nutzen. Gerade bei Künstlicher Intelligenz, Cloud Computing oder dem Aufbau moderner Dateninfrastruktur zählen die Unternehmen zu den wichtigsten Partnern der Regierungen.
Technologie zunehmend im Mittelpunkt der US-Politik
Die starke Präsenz der Technologiebranche bei offiziellen Anlässen unterstreicht die veränderten Prioritäten in den USA und Großbritannien. Präsident Trump betont immer wieder die Rolle von Tech-Unternehmen für das Wirtschaftswachstum. Im vergangenen Jahr gingen viele große Tech-Firmen wie OpenAI, Google und Apple neue Partnerschaften mit der US-Regierung ein. Dabei geht es unter anderem um KI-Assistenz für Verwaltungsdienste oder digitale Lösungen für das Gesundheitswesen.
Der Präsident beschäftigte sich häufiger mit Tech-Themen und kritisierte beispielsweise Tim Cook wegen Apples ausgelagerter Lieferkette. Er unterschrieb ein Dekret zum Thema „Anti-Work“-KI und wies das Justizministerium an, Unternehmen zu untersuchen, die mit Bundesmitteln Programme für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion betreiben, wenn diese als „illegal“ gelten. Auch bei der Amtseinführung nahmen prominente Technologievertreter:innen wie Mark Zuckerberg und Jeff Bezos teil. Bereits im September lud Trump zu einem weiteren Tech-Dinner mit 33 Führungskräften, darunter Altman, Cook und Zuckerberg. Elon Musk, der früher als Präsidentenberater aktiv war, fehlte allerdings bei beiden Veranstaltungen.
Diese Entwicklungen zeigen, dass Technologiefragen zunehmend die politische und wirtschaftliche Agenda bestimmen. Unternehmen und Politik gestalten gemeinsam die Zukunft – oft im engen Austausch auf höchster Ebene.
