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Steigende KI-Speicherkosten setzen Apples Preismacht unter Druck

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Der KI-Boom verändert den Halbleitermarkt und schwächt Apples bisherige Dominanz als Einkäufer. Vor allem die stark steigenden Speicherpreise setzen den Konzern zunehmend unter Druck.

KI-Server verdrängen Smartphone-Speicher

Laut einem Bericht des Wall Street Journal priorisieren Halbleiterhersteller inzwischen Hochbandbreitenspeicher für KI-Server gegenüber herkömmlichem DRAM für Smartphones und PCs. Diese Verschiebung führt zu deutlich höheren Preisen entlang der gesamten Lieferkette. Das Marktforschungsunternehmen TrendForce schätzt, dass die Preise für DRAM in High-End-Smartphones im laufenden Quartal um bis zu 83 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen könnten.

Apple-Chef Tim Cook erklärte, das Unternehmen versuche seit einiger Zeit, die steigenden Speicherkosten abzufedern, ohne diese an Käufer:innen weiterzugeben. Inzwischen sei die Lage aber nicht mehr haltbar. „Leider sind Preiserhöhungen unvermeidlich“, sagte Cook dem Wall Street Journal. Konkrete Angaben dazu, welche Produkte betroffen sein könnten oder in welcher Größenordnung die Anpassungen ausfallen, machte er allerdings nicht.

Analyst:innen rechnen daher zunehmend mit höheren Hardwarepreisen. Wamsi Mohan von BofA Securities sagte, er habe bereits mit einem Aufschlag von 100 US-Dollar (rund 93 Euro) für kommende iPhone-Modelle gerechnet und erwarte nun zusätzlich einen Aufpreis von 100 US-Dollar (rund 93 Euro) für die Pro-Modelle.

Nvidia überholt Apple als Schlüsselkunde

Der KI-Boom schwächt zugleich Apples Rolle als einer der mächtigsten Einkäufer der Branche. Nvidia-Chef Jensen Huang erklärte kürzlich, sein Unternehmen kaufe Speicher direkt bei den Herstellern und setze dabei Beträge in zweistelliger Milliardenhöhe in US-Dollar um. Diese direkten Abnahmen dienen vor allem den KI-Systemen von Nvidia.

Prognosen aus der Finanzwelt deuten darauf hin, dass Nvidia Apple beim jährlichen freien Cashflow noch in diesem Jahr übertreffen könnte. Innerhalb von zwei Jahren könnte das Unternehmen laut den Schätzungen mehr als doppelt so viel freien Cashflow wie Apple erzielen.

Apple steht zudem vor einem strukturellen Nachteil gegenüber Cloud-Anbietern, die KI-Infrastruktur aufbauen. Unternehmen wie Microsoft und Google können Speicherkäufe für Rechenzentren als Investitionsausgaben verbuchen und die Kosten über längere Zeit verteilen. Apple hingegen erfasst Speicherkosten als Herstellungskosten der verkauften Produkte. Steigende Chippreise drücken damit direkt auf die Marge, sofern Apple die Verkaufspreise nicht entsprechend anhebt.

Trotz dieser Belastung erwarten Analyst:innen, dass Apples Bruttomarge im laufenden Geschäftsjahr über 48 Prozent liegen wird. Das wäre der höchste Wert seit 1990.

Mehr KI auf Geräten, anhaltender Speicherdruck

Die höheren Komponentenkosten treffen Apple in einer Phase, in der der Konzern vermehrt Funktionen für künstliche Intelligenz direkt auf den Geräten bereitstellt. Einige der leistungsstärksten kommenden KI-Funktionen sind laut Bericht auf die neuesten iPhone-Modelle beschränkt, deren durchschnittlicher Verkaufspreis derzeit bei rund 1.369 US-Dollar (etwa 1.270 Euro) liegt.

Die angespannte Versorgungslage beim Speicher dürfte auch den künftigen Apple-Chef John Ternus beschäftigen. Expert:innen warnen, dass die knappe DRAM-Verfügbarkeit noch weit bis ins Jahr 2028 anhalten könnte.

Finanziell ist Apple weiterhin stark aufgestellt und verfügt über rund 62 Milliarden US-Dollar (etwa 57 Milliarden Euro) Nettoliquidität. Gleichzeitig gibt der Konzern jährlich mehr als 100 Milliarden US-Dollar (rund 93 Milliarden Euro) für Aktienrückkäufe und Dividenden aus. Kürzlich hat Apple sein langjähriges Ziel aufgegeben, eine neutrale Nettoliquiditätsposition zu erreichen. Laut Bernstein-Analyst Mark Newman könnte dieser Schritt zusätzliches Kapital für KI-Investitionen und mögliche Übernahmen sichern.

Via: https://www.iClarified.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Tags: Trendforce, John Ternus, Apple, iPhone, künstliche Intelligenz, Tim Cook, Nvidia, Speicher, DRAM, Wall Street Journal

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