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Pages, Keynote und Numbers werden Teil eines Freemium-Modells

Apple verknüpft Pages, Keynote und Numbers mit dem neuen Creator-Studio-Abo und stellt die Büro-Apps damit auf ein Freemium-Modell um. Für Euch bedeutet das neue Funktionen, aber auch mehr Verwirrung beim Update.

iWork-Apps im Creator-Studio-Abo

Im neuen Creator-Studio-Paket stehen eigentlich Final Cut Pro, Logic Pro und Pixelmator Pro im Zentrum. Apple legt aber zusätzlich Pages, Keynote und Numbers – früher als iWork bekannt – sowie die Whiteboard-App Freeform dazu.

Die Kombination sorgt für gemischte Rahmenbedingungen: Final Cut Pro, Logic Pro und Pixelmator Pro bleiben klassische Kauf-Apps und lassen sich weiterhin regulär erwerben, zumindest auf dem Mac. Die iPad-Versionen gibt es dagegen ausschließlich im Creator-Studio-Abo. Pages, Keynote, Numbers und Freeform waren bisher kostenlos und bleiben es auch, wodurch sich die Frage stellt, warum Ihr sie über ein Abo noch einmal beziehen solltet.

Um das Creator-Studio-Angebot attraktiver zu machen, hat Apple die sogenannte Inhaltszentrale – eine kuratierte Sammlung mit Fotos, Illustrationen und Grafiken – in die iWork-Apps integriert. Zusätzlich sind neue Vorlagen sowie Bildfunktionen auf Basis von OpenAI dazugekommen, darunter Erzeugung, Bearbeitung, Hochskalierung und Zuschnitt von Bildern.

Alle drei Apps haben außerdem eine aktualisierte Oberfläche im Stil von „Flüssigem Glas“ erhalten, die manche eher als Fehler denn als sinnvolles Gestaltungsmerkmal wahrnehmen.

Verwirrende Umstellung auf Version 15

Der Wechsel von Version 14.4 auf 15.1 von Pages, Keynote und Numbers verläuft alles andere als geradlinig. Ende Januar veröffentlichte Apple zunächst Version 14.5, laut App Store mit der üblichen Formulierung, das Update enthalte Fehlerbehebungen und Leistungsverbesserungen. In den offiziellen Versionshinweisen taucht 14.5 jedoch nicht auf.

Tatsächlich bringt 14.5 vor allem einen Hinweisdialog beim Start mit, der Euch informiert, dass diese Version keine Updates mehr erhält, und Euch auffordert, Version 15 aus dem App Store zu laden. Teilweise erschien sogar ein noch direkterer Dialog mit der Meldung, die App sei veraltet und könne gelöscht werden.

Über den Link „Zum App Store“ landet Ihr direkt bei Version 15.1, von 15.0 ist nichts zu sehen. Entgegen mancher Berichte funktionieren diese Links zwar, gleichzeitig hat Apple die App-Namen im Store mit Schlagworten versehen: „Pages: Dokumente erstellen“, „Numbers: Tabellenkalkulation erstellen“ und „Keynote: Präsentationen erstellen“.

Offenbar konnte Apple die bisherigen Version-14-Apps nicht direkt aktualisieren, weil sie zusätzlich als Teil des Creator-Studio-Abos angeboten werden müssen. Die neuen Version-15-Apps liegen deshalb als eigenständige Programme neben den Version-14.5-Apps im Programme-Ordner, auch wenn sie im Finder gleich heißen. In den Informationen zur App zeigt sich, dass die neue Pages-Version intern „Pages Creator Studio.app“ heißt.

Ihr könnt die 14.5-Versionen weiterverwenden, sie erhalten aber keine Updates mehr. Apple hat bereits Sicherheitslücken in Pages und Keynote korrigiert, bei denen speziell präparierte Dokumente Abstürze auslösen oder Prozessspeicher preisgeben konnten.

Version 15.1 setzt macOS 15.6 Sequoia oder neuer voraus, während 14.5 noch auf macOS 14.0 Sonoma und höher läuft. Nutzt Ihr ein älteres System, kann 14.5 die einzige Option sein, solange es im App Store verfügbar ist. Positiv: Dateien aus Version 15.1 lassen sich in 14.x öffnen und umgekehrt, sodass keine Kompatibilitätsprobleme bei gemeinsamer Arbeit entstehen.

Nüchterne Reaktionen und praktische Empfehlung

Apple hat nach aktuellem Stand keine Funktionen gestrichen, dennoch zeigen die Bewertungen im App Store deutliche Unzufriedenheit. Pages fiel von 4,6 auf 2,5 Sterne, Keynote von 4,7 auf 2,1, Numbers von 4,6 ebenfalls auf 2,1 Sterne. Bewertet haben also offenbar viele sehr aktive Nutzer:innen, die schnell auf die neue Version gewechselt sind.

Im Kern wirkt die Einbindung von Pages, Keynote und Numbers ins Creator-Studio-Abo für viele unpassend. Sie dürfte zwar zusätzliche Abos und damit Service-Umsatz bringen, vermittelt aber eher den Eindruck, bestehende Produkte stärker zu monetarisieren, statt neuen Mehrwert zu schaffen.

Für Euch bedeutet das: Ihr könnt ohne großes Risiko weiter mit iWork 14.4 oder 14.5 arbeiten. Falls Ihr Euch um potenziell schädliche Dokumente sorgt, lassen sie sich bei Bedarf mit den 15.1-Versionen öffnen. Gleichzeitig könnt Ihr die neuen Apps problemlos aus dem App Store laden und selbst testen, ob Euch „Flüssiges Glas“, Inhaltszentrale und Creator-Studio-Hinweise stören oder ob Ihr die integrierten Vorlagen und KI-Funktionen tatsächlich regelmäßig nutzt und ein Abo für Euch dadurch sinnvoll wird.

Via: https://tidbits.com

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Michael Reimann

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