Apple setzt bei Software und Diensten stärker auf kostenpflichtige Zusatzfunktionen und Abopakete. Apple Creator Studio war nur der Anfang dieser Strategie.
Ein Bericht deutet darauf hin, dass Apple viele Bereiche seiner Software neu bewertet, um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen.
Creator Studio als Signal für mehr Bezahlfunktionen
Mark Gurman schreibt im aktuellen Power-On-Newsletter bei Bloomberg, er gehe davon aus, dass Apple „alle Bereiche seiner Software und Dienste“ auf weitere Monetarisierungsmöglichkeiten prüft. Das passt zu dem, was wir zuletzt mit Apple Creator Studio gesehen haben.
Apple One gilt vielen Nutzer:innen als vergleichsweise verbraucherfreundliches Paket und ist entsprechend beliebt. Mit Creator Studio verfolgt Apple jedoch einen anderen Ansatz: Das Angebot richtet sich zwar vor allem an intensive Nutzer:innen von Final Cut Pro und Logic Pro und kann für diese Zielgruppe als fairer Deal erscheinen, gleichzeitig bringt es aber auch exklusive Bezahlfunktionen und auffällige Upgrade-Hinweise in die bisher komplett kostenlosen iWork-Apps Pages, Keynote und Numbers.
Damit verschiebt sich die bisher gewohnte Trennlinie: Funktionen, die früher selbstverständlich Teil der Grundausstattung waren, werden nun teilweise hinter zusätzlichen Bezahlmodellen platziert.
Künstliche Intelligenz als Treiber neuer Abo-Angebote
Der aktuelle KI-Boom liefert Apple einen plausiblen Anlass, weitere kostenpflichtige Funktionen einzuführen. Creator Studio umfasst zum Beispiel Bild- und Präsentationsgenerierung, die über die Infrastruktur von OpenAI bereitgestellt wird.
Schon seit Längerem kursieren zudem Gerüchte über einen KI-gestützten Dienst Apple Gesundheit+ als Erweiterung von Apple Health. Solche Angebote würden sich nahtlos in eine Strategie einfügen, bei der leistungsfähigere KI-Funktionen gegen Aufpreis zur Verfügung stehen.
Allerdings zeigt der Blick in den App Store, wie schnell hier eine Grenze erreicht sein kann. Die stetige Ausweitung von Werbung in der App-Store-Oberfläche wird von vielen Nutzer:innen kritisch gesehen. Ein ähnlicher Effekt droht, wenn immer mehr systemeigene Apps mit Bezahloptionen und Hinweisen auf Premium-Pakete durchsetzt werden.
Verändertes Nutzererlebnis im Apple-Ökosystem
Schon jetzt zeigt sich, wie sich diese Strategie konkret auswirkt: Die systemeigene App Image Playground wirkt deutlich eingeschränkter als die Funktion „Bild erzeugen“ in den Creator-Studio-Versionen von Pages und Keynote. Wer mehr will, wird in das kostenpflichtige Angebot gelenkt.
Auch Funktionen wie Magische Füllung in Numbers vermitteln den Eindruck, dass solche Features früher vermutlich als kostenloser Mehrwert innerhalb des Apple-Ökosystems vermarktet worden wären – heute sind sie Bestandteil eines Premium-Pakets. Das stellt die Frage, wie stark Apple die Grenze zwischen Basisfunktionen und Bezahlangeboten noch verschieben wird.
Parallel dazu ist es für viele Kund:innen längst normal geworden, für zusätzlichen iCloud-Speicher zu zahlen. Der kostenlose Speicher von 5 GB ist seit dem Start von iCloud im Jahr 2011 unverändert geblieben, während Datenmengen und Backup-Bedarf kontinuierlich wachsen.
Die zentrale Frage lautet daher: Welche Dienste und Funktionen landen als Nächstes hinter einer Paywall – und ab wann empfinden Nutzer:innen die Zusatzkosten als zu viel?
Via: https://9to5mac.com
