Apple hat wichtige Sicherheitsupdates für iPhones, iPads und Macs mit älteren Betriebssystemen veröffentlicht. Die Aktualisierungen schließen zahlreiche Schwachstellen in WebKit, Kernel, WLAN und Sandbox-Schutz.
Umfangreiche Patches für aktuelle und ältere Betriebssysteme
Am 11. Mai hat Apple eine große Runde an Sicherheitsupdates für aktuelle und frühere Versionen von macOS, iOS und iPadOS bereitgestellt. Dazu gehören macOS Tahoe 26.5, macOS Sequoia 15.7.7, macOS Sonoma 14.8.7, iOS 18.7.9, iPadOS 18.7.9, iPadOS 17.7.11, iOS 16.7.16 und iOS 15.8.8.
In ausführlichen Sicherheitshinweisen beschreibt Apple Fehler in Kernel, WebKit, WLAN, Sandbox-Schutz, Datenschutzfunktionen und Frameworks zur Dateiverarbeitung. Das Unternehmen liefert weiterhin Sicherheitskorrekturen für iPhones, iPads und Macs, die vor mehr als zehn Jahren erschienen sind, auch wenn diese nicht mehr die neueste Betriebssystemgeneration unterstützen.
Die größte Anzahl von Patches entfällt auf die aktuellen Systeme. macOS Tahoe 26.5 behebt etwa Schwachstellen, die Rechteausweitung, Sandbox-Ausbrüche, Denial-of-Service-Angriffe, Gatekeeper-Umgehungen, beliebige Kernel-Codeausführung und die Offenlegung sensibler Nutzungsdaten ermöglichen konnten.
iOS 18.7.9 und iPadOS 18.7.9 schließen zahlreiche Lücken, die unter anderem das iPhone XS, das iPhone XR und das iPad der siebten Generation betreffen. Die Updates korrigieren Fehler in WebKit, Siri, E-Mail-Entwürfen, App-Befehlen, WLAN, mDNSResponder, LaunchServices und mehreren Kernel-Komponenten.
Apple hat zudem Schwachstellen behoben, über die Apps erhöhte Rechte erhalten, aus der Sandbox ausbrechen oder auf geschützte Nutzungsdaten zugreifen konnten. In keinem der Sicherheitshinweise ist vermerkt, dass die geschlossenen Lücken bereits aktiv ausgenutzt wurden. Apple weist in der Regel ausdrücklich darauf hin, wenn bekannte Angriffe auf eine Schwachstelle stattfinden, was bei diesen Versionen nicht der Fall ist.
Schwerpunkt auf WebKit, Kernel und Netzwerkfunktionen
Ein großer Teil der aktuellen Sicherheitskorrekturen betrifft WebKit. Die Browser-Engine steckt hinter Safari, Vorschauen im App Store, eingebetteten Browsern in Apps und vielen Webansichten unter iOS und macOS.
Apple hat mehrere WebKit-Lücken geschlossen, die Richtlinien zur Inhalts-Sicherheit umgehen, sensible Informationen preisgeben, Safari zum Absturz bringen oder durch manipulierte Webinhalte Speicher beschädigen konnten. Parallel dazu enthalten die Updates zahlreiche Kernel-Fixes für macOS, iOS und iPadOS.
Diese Patches betreffen Schwachstellen rund um Root-Rechteausweitung, Offenlegung von Kernel-Speicher, ganzzahlige Überläufe, Schreibzugriffe außerhalb vorgesehener Speicherbereiche, Race-Conditions sowie Gatekeeper-Umgehungen über manipulierte Festplattenabbilder oder ZIP-Archive.
Auch Netzwerk- und Funkmodule wurden überarbeitet. Die Updates beseitigen einen WLAN-Fehler, der über einen Schreibzugriff außerhalb des vorgesehenen Bereichs beliebigen Code mit Kernel-Rechten ausführen konnte, sowie Denial-of-Service-Lücken durch speziell präparierte WLAN-Pakete und mDNSResponder-Datenverkehr.
Weitere geschlossene Schwachstellen betreffen die Auflistung installierter Apps, Umgehungen des Datenschutzberichts für Apps, IP-Adressverfolgung, unberechtigten Zugriff auf Kontakte, Bildschirmaufnahmen über freigegebene Kamerametadaten und mehrere Sandbox-Ausbruchsszenarien.
Langfristige Unterstützung älterer Hardware und Tipps für mehr Sicherheit
Separate Wartungsupdates verlängern die Sicherheitspflege für ältere Geräte. Apple veröffentlicht weiterhin eigene Versionen für iPadOS 17, iOS 16 und iOS 15, statt die Unterstützung mit dem Ende der aktuellen Hauptversion einzustellen.
iPadOS 17.7.11 richtet sich an das iPad der sechsten Generation, das 10,5-Zoll-iPad Pro und das 12,9-Zoll-iPad Pro der zweiten Generation. Dieses Update behebt einen einzelnen Fehler in den Benachrichtigungsdiensten, bei dem gelöschte Mitteilungen unerwartet weiterhin lokal gespeichert bleiben konnten.
Ältere Geräte erhalten zudem iOS 16.7.16 und iPadOS 16.7.16, darunter das iPhone X und das erste 12,9-Zoll-iPad Pro. iOS 15.8.8 und iPadOS 15.8.8 reichen noch weiter zurück und unterstützen unter anderem iPhone 6s, iPhone 7, das erste iPhone SE, iPad Air 2 und iPad mini 4.
Beide älteren Systemzweige beheben dieselbe Schwachstelle in den Benachrichtigungsdiensten, bei der gelöschte Benachrichtigungen erhalten bleiben konnten. In den Hinweisen zu den Updates werden Sicherheitsforscher:innen von Google Threat Analysis Group, Google Project Zero, Palo Alto Networks, TrendAI Zero Day Initiative und weitere unabhängige Sicherheitsunternehmen genannt. Eine Kernel-Lücke in macOS Tahoe 26.5 wurde Calif.io „in Zusammenarbeit mit Claude und Anthropic Research“ zugeschrieben.
Viele der behobenen Schwachstellen betreffen Browser-Engines, Funknetzwerke, App-Isolation und zentrale Systemkomponenten. Lücken in WebKit, WLAN und Kernel können grundlegende Schutzmechanismen des Betriebssystems beeinträchtigen.
Ihr solltet die Updates zeitnah installieren und Eure Geräte anschließend neu starten, damit Kernel- und Netzwerk-Patches vollständig aktiv werden. Apple rät außerdem dazu, unbekannte Apps, nicht vertrauenswürdige Konfigurationsprofile, verdächtige Links, ungesicherte WLANs und unerwartete Dateidownloads zu meiden.
Mehrere der geschlossenen Lücken hängen mit manipulierten Webinhalten, speziell präparierten Dateien, Rechteausweitung und Sandbox-Ausbrüchen zusammen. Aktualisierte Safari- und Systembrowser sind daher besonders wichtig, da WebKit in vielen Teilen der Apple-Software zum Einsatz kommt. Geräte ohne Sicherheitsupdates sollten nicht mehr für sensible Aufgaben wie Online-Banking, Passwortverwaltung oder das Speichern persönlicher Daten genutzt werden.
