Im aktuellen Albuminterview mit Apple Music spricht Bosse offen über sein neues Album „Stabile Poesie“. Dabei geht es um Liebe als Commitment, digitale Gewalt, Erschöpfung im Netz und persönliche Haltung.
Vom Dorf zur Musik: Warum „Stabile Poesie“ ihn antreibt
Im Gespräch mit Apple-Music-Moderatorin Jenny Augusta erzählt Bosse, wie ihn Musik seit seiner Kindheit begleitet und bis heute antreibt. Er berichtet von seinem Weg vom Dorf hinein in die Musik, von kreativen Routinen und davon, wie wichtig familiärer Rückhalt für seine Arbeit ist. Für ihn ist „Stabile Poesie“ ein Album über Wahrhaftigkeit, eine klare innere Haltung und Selbstermächtigung. Diese Themen ziehen sich durch viele der neuen Songs und prägen das Selbstverständnis der Platte.
Bosse beschreibt das Album als empowernd, also stärkend. Es solle Hörer:innen ermutigen, sich selbst besser wahrzunehmen und Entscheidungen nicht dauerhaft aufzuschieben. Auch wenn vieles im Leben instabil sei, könne die eigene Haltung einen stabilen Kern bilden. In seinen neuen Liedern versucht Bosse, diese Mischung aus Unsicherheit und innerer Festigkeit hörbar zu machen.
Digitale Gewalt und Erschöpfung im Netz
Ein Schwerpunkt des Interviews ist das Thema digitale Gewalt, das Bosse in den vergangenen zwei Jahren intensiv beschäftigt hat. Auf die Frage von Jenny Augusta, welche Themen er in dieser Zeit mit sich herumgetragen und in die Platte gebracht habe, antwortet er klar: „Digitale Gewalt.“ Er berichtet, dass er sich fast zwei Monate lang sehr intensiv damit auseinandergesetzt hat. In dieser Zeit sprach er mit der Organisation HateAid, ließ sich fortbilden und tauschte sich mit vielen Betroffenen aus, insbesondere mit Menschen aus marginalisierten Gruppen.
Durch diese Gespräche wurde ihm bewusst, wie belastend und zerstörerisch Angriffe im Netz sein können. Bosse beschreibt, wie extrem unfair sich viele Menschen online verhalten und wie „hundserbärmlich“ das Internet sich in solchen Momenten anfühlen könne. Die Erfahrungen und Eindrücke aus diesen Begegnungen sind in seine neuen Songs eingeflossen und prägen seine Auseinandersetzung mit Erschöpfung im digitalen Raum.
Liebe als Commitment und ein empowerndes Album
Bosse spricht im Interview auch darüber, wie er das Thema Liebe auf „Stabile Poesie“ neu für sich entdeckt hat. Obwohl er bereits neun Alben veröffentlicht und viele Liebeslieder geschrieben hat, habe er die Liebe bisher oft zugunsten vermeintlich größerer Themen zurückgestellt. Bei der neuen Platte sei das anders: Der erste Song „Liebe hat nicht ewig Zeit“ dreht sich explizit um ein Commitment, also eine verbindliche Entscheidung.
Er beschreibt, wie schwer es vielen Menschen heute falle, sich festzulegen. Viele befänden sich in einem dauerhaften Schwebezustand, wüssten nicht, wohin sie gehörten oder ob sie das Wagnis Liebe überhaupt eingehen dürften. Dieses Unverbindliche könne auch toxische Züge annehmen. Im Song „Liebe hat nicht ewig Zeit“ entscheidet sich jedoch jemand bewusst für ein Commitment, und genau darum gehe es Bosse.
Auf die Frage, was an „Stabile Poesie“ stabil und was eher instabil sei, sagt Bosse, die Lage sei oft instabil, das Poetische solle einen Gegenpol bilden. Teilweise sei die Musik für ihn sogar poetischer als die Texte, während die Haltung stabil bleibe. Stabil bedeute für ihn vor allem Empowerment. Das Album wolle vermitteln: Auch wenn du gerade in der Schwebe hängst, wirst du dich irgendwann entscheiden. Halte noch etwas durch, es wird in Ordnung. Wenn alles zu viel wird, gestehe es dir ein. Für Bosse geht es stark um Wahrhaftigkeit und darum, sich selbst zu erkennen – das sei für ihn wirklich stabil.
Das vollständige Albuminterview „Stabile Poesie“ mit Bosse könnt ihr bei Apple Music anschauen. Bitte bei Hinweisen an eure Leser:innen oder Zuschauer:innen den Credit „Apple Music Albuminterview“ verwenden. Das Album „Stabile Poesie“ steht außerdem bei Apple Music zum Streaming bereit: Album „Stabile Poesie“ auf Apple Music.
Via: Apple PR
Titelbild: Apple Music
