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Jensen Huang tritt Wirtschaftsbeirat der Tsinghua-Universität unter Tim Cook bei

Nvidia Keynote Nvidia CEO Jensen Huang

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Der Nvidia-Chef Jensen Huang nimmt einen Sitz im Beratungsrat der School of Economics and Management der Tsinghua-Universität in Peking an. Das Gremium wird von Apple-Chef Tim Cook geleitet und versammelt zentrale Führungspersonen der US-Tech- und Finanzbranche.

Huang zwischen Washington, Peking und Taipeh

Laut einem Bericht der Financial Times hat Huang die Einladung der Pekinger Hochschule angenommen. Im selben Beirat sitzen Tesla-Chef Elon Musk, Dell-Gründer Michael Dell, Microsoft-Chef Satya Nadella, Meta-Chef Mark Zuckerberg, JPMorgan-Chef Jamie Dimon und BlackRock-Chef Larry Fink.

Formell betrachtet handelt es sich um eine übliche Berufung in ein beratendes Gremium. Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den USA und China erhält die Entscheidung jedoch zusätzliches Gewicht. Auffällig ist vor allem der Zeitpunkt: Huang begleitete US-Präsident Donald Trump kürzlich auf einem Staatsbesuch in China und nahm das Angebot der Tsinghua-Universität dem Bericht zufolge wenige Tage nach dieser Reise an.

Damit fällt die Zusage in eine Phase intensiver Signale zwischen den USA, China und Nvidia. Erst vergangene Woche war Huang in Taipeh, wo er Taiwan als „Epizentrum der KI-Revolution“ bezeichnete und jährliche Nvidia-Ausgaben auf der Insel in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar (rund 138 Milliarden Euro) nannte.

Seit Monaten warnt er öffentlich davor, dass chinesische KI-Labore auf Chips des Huawei-Konzerns setzen könnten, was aus seiner Sicht ein „schreckliches Ergebnis“ für die USA wäre. Gleichzeitig nimmt er nun Ende Mai 2026 einen Beraterposten an einer Hochschule in Peking an.

Tsinghua-Beirat als Kanal zwischen Konzernen und Peking

Der Beratungsrat der School of Economics and Management gilt als das am längsten bestehende formelle Dialogforum zwischen US-Konzernen, China und der Wissenschaft. Tim Cook führt den Vorsitz bereits seit mehreren Jahren.

Das Gremium tagt einmal im Jahr. Es verschafft den US-Mitgliedern Zugang zu hochrangigen Entscheidungsträger:innen der chinesischen Wirtschaftspolitik und bietet Peking im Gegenzug einen strukturierten Draht zu jenen Unternehmenschef:innen, deren Entscheidungen die chinesischen Technologiesupplychains besonders stark beeinflussen.

Formell erhält die Tsinghua-Universität durch das Gremium keinen direkten Einfluss auf die Unternehmen der Mitglieder. Für die Mitglieder bedeutet der Sitz vor allem Einblicke in die wirtschaftspolitische Perspektive Pekings auf die Branchen, in denen ihre Konzerne tätig sind.

Für Nvidia fällt der Posten in eine Phase strenger US-Exportkontrollen für Hochleistungschips nach China. Seit 2022 darf Nvidia seine leistungsstärksten Grafikprozessoren nicht mehr an chinesische Kund:innen verkaufen. Das US-Handelsministerium hat diese Regeln mehrfach verschärft.

Nvidia reagierte mit speziell für China entwickelten, technisch abgespeckten Chips wie dem H20 und dem angekündigten B30A, aggressiver Preisgestaltung und dem öffentlichen Argument, ein Rückzug vom chinesischen Markt spiele Huawei in die Hände und sei ein strategischer Fehler.

US-Politik beobachtet Huangs China-Rolle genau

Der Stanford KI-Index 2026 beziffert den Leistungsabstand zwischen den besten US- und chinesischen KI-Modellen auf 2,7 Prozentpunkte – nach zuvor 17,5 bis 31,6 Prozentpunkten im Jahr 2023. Huang argumentiert öffentlich, die USA gewännen nichts, wenn chinesische KI nicht mehr auf Nvidia-Chips, sondern auf Huawei-Hardware laufe. Diese Linie wird durch seine Rolle im Tsinghua-Beirat auf nichtöffentlicher Ebene zusätzlich unterfüttert.

In Washington ist die Einordnung komplexer. Die Trump-Regierung pflegt sichtbar engere Beziehungen zu Huang als die vorherige Biden-Regierung. Schon die gemeinsame China-Reise wurde als Signal verstanden. Republikanische China-Falken im Kongress haben Huangs Präsenz in Peking bereits kritisiert. Ob der Sitz im Tsinghua-Gremium zu Anhörungen oder vorerst nur zu weiterer öffentlicher Kritik führt, dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte 2026 zeigen.

Tim Cook, der diesen Sitz seit Jahren ohne größere politische Kontroversen innehat, dient Huangs Unterstützer:innen dabei als wichtiges Beispiel. Zugleich macht die Zusammensetzung des SEM-Beirats deutlich, welche US-Wirtschaftsführer:innen Peking besonders eng anbinden möchte. Die Liste mit Cook, Musk, Dell, Nadella, Zuckerberg, Dimon, Fink und nun Huang liest sich wie ein Register derjenigen, zu denen China direkte Gesprächskanäle sucht.

Die Teilnahme praktisch aller führenden US-KI-Plattformchef:innen an einem Beirat einer chinesischen Universität wirkt weniger wie klassische akademische Zusammenarbeit, sondern eher wie ein gezielt aufgebauter Zugangskanal, den Peking diplomatisch sorgfältig pflegt.

Via: https://thenextweb.com
Titelbild: Nvidia

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Tags: KI, Mark Zuckerberg, Satya Nadella, Apple, Jensen Huang, Exportkontrollen, Tim Cook, Tsinghua Universität, China, Huawei, Nvidia, USA, Elon Musk

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