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Apple verteidigt KI-Training mit YouTube-Videos vor US-Gericht

Apple wehrt sich vor einem US-Bundesgericht gegen eine Sammelklage mehrerer YouTube-Kanäle. Im Kern geht es um die Frage, ob öffentlich zugängliche YouTube-Videos für das Training interner KI-Modelle genutzt werden dürfen.

Hintergrund: Sammelklage von YouTube-Kanälen gegen Apple

Im April 2026 haben mehrere YouTube-Kanäle eine Sammelklage gegen Apple beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien eingereicht. Die Kläger:innen werfen Apple vor, Millionen urheberrechtlich geschützter Videos von YouTube unerlaubt abgerufen und zum Training seiner KI-Modelle verwendet zu haben. Sie sehen darin einen Verstoß gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) der USA.

Angeführt wird die Klage von Ted Entertainment, dem Unternehmen hinter den Kanälen h3h3Productions und dem H3-Podcast. Dahinter stehen Ethan Klein und Hila Klein, deren Formate auf YouTube Millionen Follower:innen erreichen. Zusätzlich beteiligen sich zwei Golf-Kanäle an der Klage: MrShortGame Golf und Golfholics, die jeweils Hunderttausende Follower:innen haben.

In der Klageschrift heißt es, Apple habe YouTubes Schutzmechanismen gegen automatisiertes „Scraping“ gezielt umgangen und sich dadurch „erheblich bereichert“. Das Vorgehen wird als „nicht nur rechtswidrig, sondern als unzumutbarer Angriff auf die Gemeinschaft der Inhalte-Ersteller:innen“ bezeichnet, deren Werke die generative KI-Branche antreiben, ohne dass dafür eine Vergütung gezahlt werde. Die beteiligten Kanäle haben nach eigenen Angaben vergleichbare Klagen auch gegen Meta, Nvidia, ByteDance und Snap eingereicht.

Apples Argumentation: Öffentliche Zugänglichkeit und DMCA

Drei Monate nach Einreichung der Klage hat Apple nun schriftlich darauf reagiert. In dem Gerichtsdokument, auf das sich Berichte beziehen, argumentiert das Unternehmen, dass die Kläger:innen ihre Videos selbst öffentlich auf YouTube zugänglich gemacht hätten. Damit seien die Inhalte sowohl nach dem DMCA als auch nach den Nutzungsbedingungen von YouTube rechtmäßig abrufbar.

Apple zitiert die eigene Sicht auf die Situation mit den Worten, die Kläger:innen hätten audiovisuelle Werke auf YouTube veröffentlicht, die von jeder Person öffentlich angesehen werden könnten. Es sei kein Passwort, keine Bezahlung und kein Schlüssel nötig, um die Videos aufzurufen. Zwar setze YouTube technische Maßnahmen ein, um ein unbefugtes Herunterladen zu verhindern, diese kontrollierten jedoch nicht den Zugang zu den Werken im Sinne von § 1201(a) des DMCA, weil der Abruf der Videos öffentlich möglich sei.

Nach Auffassung von Apple greifen die von den Kläger:innen angeführten Schutzbestimmungen damit nicht. Das Unternehmen leitet daraus ab, dass der Vorwurf der unrechtmäßigen Umgehung technischer Schutzmaßnahmen nicht ausreichend begründet sei.

Apple fordert Abweisung der Klage

Auf Basis dieser Argumentation beantragt Apple, die Sammelklage vollständig abzuweisen. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass die Kläger:innen keinen rechtlich tragfähigen Anspruch dargelegt hätten. Sie hätten es nicht geschafft, einen konkreten Verstoß gegen den DMCA oder andere einschlägige Vorschriften schlüssig zu behaupten.

Wie das zuständige Bundesgericht im nördlichen Bezirk von Kalifornien mit dem Antrag umgeht, ist noch offen. Der Fall zeigt jedoch, dass die Nutzung öffentlich zugänglicher Online-Inhalte für das Training von KI-Systemen zunehmend juristisch ausgetragen wird. Für Euch als Inhalte-Ersteller:innen auf Plattformen wie YouTube bleibt damit vorerst ungeklärt, unter welchen Bedingungen Eure öffentlich bereitgestellten Werke für KI-Entwicklungen herangezogen werden dürfen.

Via: appleinsider.com · www.macrumors.com

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Michael Reimann

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