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Apple: Rekordquartal, CEO-Wechsel und drohende Chip-Knappheit

Apple meldet das beste März-Quartal seiner Geschichte, steht aber vor steigenden Speicherpreisen und Lieferengpässen. Gleichzeitig bereitet sich der Konzern auf einen CEO-Wechsel und weitere KI-Investitionen vor.

Rekordumsatz im März-Quartal mit iPhone 17 und Mac-Boom

Im zweiten Geschäftsquartal 2026 erzielte Apple einen Umsatz von 111,2 Milliarden US-Dollar (rund 104 Milliarden Euro) und damit das beste März-Quartal seiner Geschichte. Laut Unternehmen wuchs der Umsatz zweistellig in allen geografischen Regionen und über alle Produktkategorien hinweg. Zentrale Wachstumstreiber waren das iPhone 17, neue Macs sowie der anhaltende Services-Boom.

Beim iPhone meldete Apple einen Quartalsumsatz von 57 Milliarden US-Dollar (rund 53 Milliarden Euro), ein Plus von 22 Prozent im Jahresvergleich und ein neuer Rekord für ein März-Quartal. CEO Tim Cook sprach von einer extrem hohen Nachfrage, wies aber auf Lieferengpässe hin, die das Ergebnis gebremst hätten. Ohne diese Einschränkungen hätte Apple nach eigener Einschätzung noch höhere Umsätze erzielt.

Hintergrund der Engpässe sind die A19- und A19-Pro-Chips von TSMC, die im selben 3-Nanometer-Prozess gefertigt werden wie stark nachgefragte KI-Chips. Cook betonte, die iPhone-Lieferprobleme seien vor allem durch die Verfügbarkeit dieser fortschrittlichen Fertigungsknoten verursacht worden. Finanzchef Kevan Parekh erklärte, die iPhone-17-Familie sei inzwischen die erfolgreichste iPhone-Produktreihe der Firmengeschichte, und Apple gehe von einem gewonnenen Marktanteil im Quartal aus.

Auch der Mac legte deutlich zu: Der Umsatz stieg auf 8,4 Milliarden US-Dollar (rund 7,8 Milliarden Euro), ein Zuwachs von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Cook führte dies auf höhere als erwartete Nachfrage zurück. Besonders der in diesem Quartal eingeführte MacBook Neo entwickelte sich zum Verkaufsschlager und war zeitweise ausverkauft, mit Lieferzeiten von mehreren Wochen.

Starke Nachfrage sah Apple außerdem beim Mac mini und beim Mac Studio, die viele Kund:innen gezielt für KI-Anwendungen anschafften. Der Mac-Bestand erreichte ein neues Allzeithoch, getrieben von Rekordwerten bei Umsteiger:innen und Neukund:innen. Apple richtet den Fokus laut Cook auf Nutzer:innen, die neu zum Mac kommen oder ihr Gerät besonders lange genutzt haben.

Speicherkrise „RAMageddon“: Steigende Kosten und Lieferengpässe

Trotz der Rekordzahlen warnte Cook vor deutlich steigenden Speicherpreisen im weiteren Jahresverlauf. Bereits im Märzquartal seien die Ausgaben für Speicherchips höher gewesen als zuvor, abgefedert durch den Abverkauf gelagerter Bestände. Für das Juni-Quartal und darüber hinaus erwartet Apple „signifikant höhere Speicherkosten“, die zunehmend auf das Geschäft durchschlagen dürften.

Cook bezog sich damit auf die Brancheentwicklung, die als „RAMageddon“ bezeichnet wird: Die starke Nachfrage der KI-Industrie führt zu Engpässen und treibt die Preise für Speicherchips nach oben. Für Apple als vorwiegend Hardware-orientiertes Unternehmen ist das problematisch, insbesondere beim iPhone, dessen Produktionskosten durch vervierfachte RAM-Preise steigen. Cook sprach von „weniger Flexibilität in der Lieferkette“ und deutete an, dass Preisanpassungen beim iPhone eine mögliche Folge sein könnten.

Auch im Mac-Geschäft rechnet Apple mit weiteren Einschränkungen. Für das Juni-Quartal erwartet der Konzern anhaltende Lieferengpässe bei Macs, getrieben durch hohe Nachfrage und begrenzte Spielräume in der Lieferkette. Beim Mac Studio und Mac mini werde es laut Apple Monate dauern, bis sich Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht befinden, da die Nachfrage nach diesen Systemen für KI- und agentenbasierte Werkzeuge höher ausgefallen ist als prognostiziert.

CEO-Wechsel, KI-Investitionen und Ausblick

Parallel zum starken Quartal steht bei Apple ein Führungswechsel an. Tim Cook wird am 1. September 2026 als CEO zurücktreten, aber als Executive Chair im Unternehmen bleiben. John Ternus, bisher Senior Vice President Hardware-Entwicklung, übernimmt dann die Unternehmensführung. Ternus, der auf der Analystenkonferenz anwesend war, bezeichnete den Schritt als große Ehre und betonte die Bedeutung von Cooks Vertrauen.

Cook wiederum stellte Ternus als hochqualifizierten Ingenieur und Führungspersönlichkeit dar, der Apple weiter voranbringen solle. Ternus sprach von einer „unglaublichen Produkt-Roadmap“, ohne Details zu nennen, und bezeichnete die aktuelle Phase als die spannendste Zeit seiner 25-jährigen Laufbahn bei Apple, um Produkte und Dienste zu entwickeln.

Finanzchef Parekh ordnete Künstliche Intelligenz als sehr wichtigen Investitionsbereich ein. Apple plane, die Ausgaben für KI schrittweise über das übliche Niveau der Produktentwicklung hinaus zu erhöhen. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben beschleunigten sich im Quartal, wobei Cook von Investitionen in Produkte und Dienste sprach und betonte, Apple sehe in beiden Feldern Chancen.

Beim Services-Segment meldete Apple einen Umsatz von 31 Milliarden US-Dollar (rund 29 Milliarden Euro) und damit einen neuen Höchstwert. Die installierte Basis über alle Produktkategorien hinweg überschritt 2,5 Milliarden aktive Geräte, ebenso erreichten sowohl transaktionale als auch zahlende Accounts neue Rekordmarken. Im Wearables-Bereich stiegen die Umsätze auf 7,9 Milliarden US-Dollar (rund 7,4 Milliarden Euro), fünf Prozent mehr als im Vorjahr, wobei mehr als die Hälfte der Apple-Watch-Käufer:innen das Produkt erstmals erwarb.

Im Retail-Geschäft verzeichnete Apple einen neuen März-Quartalsrekord, unterstützt durch sehr hohe Besucherzahlen in den Stores. Positiv wirkten sich auch gesunkene Zölle aus: Vom ersten zum zweiten Quartal nahm der Einfluss von Zöllen dank reduzierter IEEPA-Sätze und eines geringeren globalen Zollniveaus unter Section 122 ab. Apple folgt den vorgesehenen Verfahren zur Rückerstattung bereits gezahlter Zölle und will zurückerhaltene Beträge in US-Innovation investieren.

Apple weist in seinen offiziellen Verlautbarungen auf die üblichen Risiken und Unsicherheiten hin, darunter wirtschaftliche Rahmenbedingungen, geopolitische Spannungen, Abhängigkeiten in der Lieferkette sowie rechtliche und regulatorische Entwicklungen. Das Unternehmen betont, dass zukunftsgerichtete Aussagen nur für den Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung gelten und nicht laufend aktualisiert werden.

Via: www.apple.com · techcrunch.com · www.cnbc.com · www.macrumors.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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