Apple legt heute nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2026 vor. Es ist der erste Bericht seit der Ankündigung des CEO-Wechsels von Tim Cook zu John Ternus.
Analyst:innen rechnen laut LSEG-Konsensschätzungen mit einem Gewinn je Aktie von 1,95 US‑Dollar (rund 1,82 Euro) und einem Umsatz von 109,7 Milliarden US‑Dollar (rund 102,5 Milliarden Euro). Das entspräche einem Wachstum von 15 Prozent gegenüber 95,4 Milliarden US‑Dollar (rund 89,2 Milliarden Euro) im Vorjahresquartal und läge innerhalb der von Apple prognostizierten Spanne von 108 bis 111 Milliarden US‑Dollar (rund 101 bis 104 Milliarden Euro). Damit würde Apple erst zum zweiten Mal nach dem vierten Geschäftsquartal des vergangenen Jahres in einem Nicht-Feiertagsquartal die Marke von 100 Milliarden US‑Dollar Umsatz überschreiten.
Treiber des Wachstums ist nach Einschätzung von Analyst:innen vor allem das iPhone. Für das iPhone-Geschäft erwartet Wall Street ein Plus von 20 Prozent im Jahresvergleich, vor allem dank der starken Nachfrage nach dem iPhone 17, das im vergangenen Jahr auf den Markt kam. Konkret werden iPhone-Erlöse von 56,7 Milliarden US‑Dollar (rund 53 Milliarden Euro) erwartet. Für den Mac rechnen die Schätzungen mit 8,16 Milliarden US‑Dollar (rund 7,6 Milliarden Euro), für das iPad mit 6,71 Milliarden US‑Dollar (rund 6,3 Milliarden Euro). Der Bereich „Wearables, Zuhause und Zubehör“ soll 7,8 Milliarden US‑Dollar (rund 7,3 Milliarden Euro) einbringen, die Dienste 30,4 Milliarden US‑Dollar (rund 28,4 Milliarden Euro). Die Bruttomarge wird auf 48,4 Prozent geschätzt.
Im März hat Apple mehrere neue Produkte vorgestellt, die sich im laufenden Quartal in den Zahlen niederschlagen könnten. Dazu gehört das iPhone 17e sowie ein überarbeitetes iPad Air mit M4‑Chip in 11‑ und 13‑Zoll‑Varianten. Die größte Überraschung war jedoch das MacBook Neo, ein günstigeres Notebook für Schüler:innen und preisbewusste Nutzer:innen, das mit 599 US‑Dollar (rund 560 Euro) Einstiegspreis positioniert ist. Beobachter:innen werden genau darauf achten, wie Apple die frühen Verkaufszahlen des MacBook Neo einordnet.
Im Mittelpunkt des heutigen Abends steht auch der anstehende Führungswechsel: Apple hat vergangene Woche angekündigt, dass Hardware-Chef John Ternus Tim Cook an der Spitze des Unternehmens ablösen wird. Cook soll zum 1. September Executive Chairman werden. Investor:innen erhoffen sich erste inhaltliche Signale von Ternus, insbesondere zur künftigen Strategie im Bereich künstliche Intelligenz.
Zu Quartalsbeginn hat Apple eine Partnerschaft mit Google bekannt gegeben. Demnach soll Googles Gemini-KI-Modell die Sprachassistentin Siri antreiben. Im Vergleich zu Wettbewerbern wie Meta, Amazon, Alphabet und Microsoft investiert Apple bisher deutlich weniger in KI-Infrastruktur, während diese zusammen in diesem Jahr weit über eine halbe Billion US‑Dollar (rund 467 Milliarden Euro) ausgeben. Vor diesem Hintergrund dürfte die Ausrichtung von Apples KI-Strategie ein Kernthema des Analyst:innen-Calls werden.
Zudem beschäftigt die Märkte eine globale Knappheit bei Speicherbausteinen. Alle Apple-Geräte – iPhone, Mac und iPad – benötigen viel Speicher und Arbeitsspeicher, während die KI-Nachfrage die Preise steigen lässt. Meta und Microsoft haben steigende Speicherpreise bereits als Grund für höhere Investitionsausgaben genannt. Laut Einschätzung von Evercore ISI hat Apple die eigenen Speicherkosten jedoch bisher gut im Griff und konnte größere Preiserhöhungen bei Schlüsselprodukten vermeiden. Wie Apple diese Lage einschätzt und welche Auswirkungen auf das laufende Quartal und die Prognose für das dritte Geschäftsquartal zu erwarten sind, dürfte auf der Telefonkonferenz eine zentrale Rolle spielen.
Die offiziellen Zahlen werden heute gegen 23:30 Uhr veröffentlicht, im Anschluss folgt eine etwa einstündige Telefonkonferenz mit Analyst:innen.
Via: www.cnbc.com · sixcolors.com
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