Seit einigen Tagen gibt es im Netz die 3D-Druckvorlage für ein so genanntes „iPhone Fold“. Das Objekt entspricht aber nicht irgendwelchen geleakten Spezifikationen, sondern entspringt der Fantasie des Designers. Wir haben es gedruckt und „ausprobiert“.
Zunächst mal haben mich die Fähigkeiten moderner 3D-Drucker beeindruckt. Meine Erfahrungen mit 3D-Druck begrenzen sich auf das Drucken kleiner Figuren oder Plastikhalter. Das es aber inzwischen möglich ist, nicht nur mehrfarbig zu drucken, sondern auch noch funktionierende Scharniere, war mir neu. Ich habe selber auch gar keinen Drucker, weder Papier, noch 3D. Daher an dieser Stelle einen schnellen Dank an Joey aus dem Apfeltalk-LIVE-Team für die Hilfe. Er hat die Vorlage geladen und gedruckt. Gezeigt haben wir sie bereits in unserem Livestream Anfang Januar.
„Ausprobiert“
Mir ist natürlich auch klar, dass man an einem Dummy wie diesem nicht viel ausprobieren kann. Aber ein paar Sachen sind schon spannend und man bekommt schnell ein Gefühl dafür, welchen Prozess man durchlaufen muss, um ein vernünftiges Design für ein solches Gerät hinzubekommen. Aber der Reihe nach.
Es fängt schon mit der Anzahl der Bildschirme an. die meisten „Klapp-Handys“ haben derer zwei. Einen, den man im zugeklappten Zustand bedienen kann und einen großen auf der Innenseite, bzw. im ausgeklappten Zustand. Das Galaxy Z Fold 7, das ich auch ausprobiert habe, ist so ein Beispiel dafür. Bei unserem iPhone Fold ist es also auch nicht anders. Es besteht aus einer Design-Mischung. Aus den ersten Blick sieht es aus wie ein gestauchtes iPhone Air. Die Rückseite mit dem Apple Logo ist stark an die neuen Pro-Modelle angelehnt mit dem Plateau des Air und zwei Optiken, sowie einem Blitz.
Das Plateau als Raumgewinn
Die Einführung des Plateaus war ein geschickter Schachzug von Apple. Dort ist das Smartphone deutlich dicker und von daher lässt in diesem Bereich mehr Technik unterbringen. Davon kann auch ein iPhone Fold profitieren. Das Gerät kann bis auf das Plateau dünner gemacht werden. Vielleicht sogar dünner als zwei übereinander gelegte iPhone Airs. Klappt man das Smartphone zu, hat man quasi ein iPhone Air mit einem 4:3 Screen.
Das Scharnier
Bei unserem Druck erfüllt das Scharnier zunächst nur die Funktion, die beiden Hälften zusammenzuhalten. In der echten Welt, bzw. bei einem echten Falt-Smartphone kommen hier weitere Aufgaben hinzu. Es muss gerade genau soviel Widerstand vorhanden sein, dass sich das Gerät gut aufklappen lässt, aber eben auch ausreichend, damit es nicht quasi von alleine wieder zuklappt. Außerdem werden die beiden Hälften des Telefons auch elektrisch durch das Scharnier verbunden. Bzw. es liegen dünne Kabel, die durch das Scharnier führen. Diese müssen geschützt sein. Und natürlich muss es seine Mechanik auch vor äußeren Einflüssen schützen.
Die Falte
Bildschirme in Klapp-Smartphones werden in der Regel nicht geknickt, sondern stark gebogen. Schaut man von der Seite auf die Kante des zugeklappten Handys muss man sich eine Art Tropfenform vorstellen. Würde man das Glas tatsächlich knicken, würde es in der Regel brechen. Das kann man sehr gut mit einer Panzerfolie testen. Wenn man diese über einen bestimmten Grad hinaus biegt, bricht sie. Auf dem Innendisplay der meisten Falt-Phones hinterlässt die starke Biegung eine kleine, aber dennoch deutlich sichtbare „Delle“. Man sieht sie und man spürt sie beim „Drüberwischen“ deutlich.
Bei unserem Druck gab es zunächst durch die Art des Designs keine Falte. Erst als wir dann auf der Innenseite eine Folie angebracht haben, die den Bildschirm simulieren sollte, wurde auch hier ein sehr deutlicher Knick sichtbar. Das liegt in der Natur des 3D-Drucks, den wir hier haben. Dieser hat gar keine Biegung für ein Display vorgesehen. Apple hingegen soll laut einigen Berichten, das „Problem“ mit dem Sichtbaren Knick gelöst haben. Außerdem hat Samsung auf der CES ein Falt-Display gezeigt. Wenn das tatsächlich der Fall wäre und es keine sichtbare Falte mehr gäbe, würde man in einem hypothetischen iPhone Fold ein völlig planes Innendisplay erleben. Es wäre danach nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die anderen Hersteller das „hinbekommen“ würden.
Anschlüsse
An unserem 3D-Druck sind neben den üblichen Tasten für die Lautstärke und den Ein-/Ausschalter keine weiteren Bedienelemente oder Anschlüsse zu erkennen. Das muss nicht unbedingt etwas bedeuten, aber es wäre auch denkbar, dass Apple im Zuge der weiteren Miniaturisierung auf einen USB-C-Anschluss ganz verzichtet. Datenkommunikation würde dann nur noch über die Luft-Schnittstellen, per AirDrop erfolgen. Geladen würde das Gerät über Magsafe. Inwieweit das mit den Bedingungen in der EU konform ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
Fazit
Auch wenn wir hier nur die Idee eines Faltbaren iPhones haben, kann man daraus schon viel sehen. Wie ergonomisch ist das Ganze? Wie ist das Verhältnis vom äußeren zum inneren Screen und sind die Buttons so angeordnet, dass man sie gut und sinnvoll erreichen kann. Alles in Allem gefällt mir dieses Modell. Es bleibt nun abzuwarten, was Apple tatsächlich bringt. Natürlich auch welchen Preis das Unternehmen dafür aufruft.
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Mehr InformationenDie Druckvorlage haben wie hier geladen.
Alle Fotos: Apfeltalk – Danke an Joey für den 3D-Druck.
