Apple hat auf der Keynote „Staunen und Strahlen“ die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4 vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr nicht auf dem Gehäuse, sondern unter der Haut: Beide Modelle bekommen ein komplett neues Sensorsystem für die Gesundheitsmessung.
John Ternus stand für die Ankündigung im Fitness-Bereich des Apple Park, umgeben von Leuten auf Ergometern, und übergab dann an Deidre Caldbeck. Ihre Ansage: Series 12 und Ultra 4 setzen auf ein von Grund auf neues Health-Sensing-System, das auf der bisherigen Sensorik aufbaut, aber in drei Kernbereichen nachlegt.
Der Puls wird 60-mal häufiger gemessen
Die härteste Zahl des Kapitels betrifft die Herzfrequenz: Die Uhr misst sie 60-mal häufiger als bisher. Die Herzratenvariabilität wird 24-mal häufiger erfasst, im Hintergrund rund alle fünf Minuten. Damit rückt Apple genau dorthin, wo Oura und Whoop seit Jahren stehen, nämlich zu einer durchgehenden statt einer stichprobenartigen Erfassung. Für alles, was auf Trends statt auf Momentaufnahmen beruht – Erholung, Belastung, Schlafqualität – ist das der entscheidende Unterschied. Ebenfalls von Oura, Whoop und anderen kennen wir die Readiness für Sport, dazu kommt das körperliche Alter.
Wie viel das im Alltag bringt, hängt daran, was Apple aus den Daten macht. Die Vitals-App stand direkt nach der Sensorik auf der Bühne: Sie bündelt die Messwerte und meldet sich, wenn ihr von eurer eigenen Baseline abweicht. Mit einer 60-mal dichteren Messung wird diese Baseline schlicht belastbarer. Bei der Series 11 hatte Apple die Bluthochdruck-Warnungen als Gesundheitsneuerung nach vorne gestellt. Dazu kommt jetzt ein VO2max-Test, den Apple auf der Bühne gleich vorgeführt hat.
S11-Chip und Keramik kehrt zurück
Nach drei Generationen mit derselben Rechenbasis wechselt Apple auf den S11. Das ist der erste spürbare Chipwechsel bei der Apple Watch seit Jahren und die Voraussetzung dafür, dass die Uhr die dichteren Sensordaten überhaupt verarbeiten kann. Beim Gehäuse tut sich mehr, als die Bilder vermuten lassen. Die Aluminiumvarianten bekommen jetzt Ceramic Shield, das laut Apple 60 Prozent widerstandsfähiger ist als das bisher verwendete Ion-X-Glas. Titan gibt es in zwei Farben. Und Keramik kommt zurück, in Perlweiß und Nachtblau. Im Saal war das der Moment mit den hörbaren Reaktionen.
Softwareseitig läuft watchOS 27 auf beiden Modellen. Wer eine ältere Uhr am Handgelenk trägt, sollte allerdings genau hinsehen: Bei der Siri-KI hatte Apple im Juni ohne klare technische Begründung ältere Modelle ausgeschlossen.
Apple Watch Ultra 4: über zwei Tage Laufzeit
Die Ultra 4 übernimmt den S11 und alle Sensor-Neuerungen der Series 12. Ihr eigenes Argument bleibt die Ausdauer: Ein größerer Akku bringt sie auf über zwei Tage Laufzeit. Beim Gehäuse bleibt es beim Titan in Schwarz und Naturfarben, dazu kommen neue Armbänder. Ein Redesign gibt es nicht, und das dürfte alle enttäuschen, die auf eine schlankere Ultra gehofft hatten. Die Ultra 3 aus dem Vorjahr bleibt äußerlich der direkte Verwandte.
Preise und Verfügbarkeit
Bei den Preisen bleibt Apple bemerkenswerterweise stehen, obwohl das iPhone 18 Pro heute teurer geworden ist. Die Apple Watch Series 12 startet unverändert bei 399 US-Dollar, die Apple Watch Ultra 4 bei 799 US-Dollar. Vorbestellen könnt ihr beide ab sofort.
Update (21:00 Uhr): Für Deutschland ruft Apple 449 Euro für die Apple Watch Series 12 im Aluminiumgehäuse auf, das 46-Millimeter-Modell startet bei 499 Euro. Die Apple Watch Ultra 4 kostet ab 899 Euro. Vorbestellen könnt ihr ab sofort, ausgeliefert wird ab dem 18. September.
