Apple hat die Tonspur der WWDC-2026-Keynote gezielt angepasst, um unbeabsichtigte Siri-Aktivierungen bei Zuschauer:innen zu verhindern. Betroffen sind offenbar bestimmte Frequenzbereiche, wenn der Name des Sprachassistenten fällt.
Gezielte Eingriffe in den Frequenzbereich
Aufmerksame Beobachter:innen auf X haben entdeckt, dass Apple die Audiofrequenzen der Keynote anpasst, sobald im Video „Siri“ gesagt wird. In geteilten Spektrogrammen sind an genau diesen Stellen deutlich sichtbare Lücken in bestimmten Frequenzbereichen zu erkennen. Demnach werden die Frequenzbänder bei 3 kHz, 4 kHz, 5 kHz und 6 kHz herausgeschnitten.
Diese Auslassungen treten synchron zu jedem Vorkommen des Namens „Siri“ im Video auf. Apple scheint damit gezielt jene Bereiche zu entfernen, in denen entscheidende phonische Anteile des Wortes liegen. Der Nutzer Luuk de Leest hat auf X ein entsprechendes Beispiel veröffentlicht und darauf hingewiesen, dass so verhindert werden soll, dass HomePods während der Präsentation reagieren.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Vermeidung der Erkennung des Weckworts
Der Ansatz zielt darauf ab, die Erkennung des Weckworts zu umgehen. Systeme zur Spracherkennung verlassen sich auf das akustische Profil typischer Aktivierungsphrasen wie „Siri“ oder „Hey Siri“. Werden zentrale Frequenzen dieser Sprachmuster entfernt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Geräte die gesprochenen Worte als gültiges Weckwort einstufen.
Indem Apple die Frequenzen mit wesentlicher phonischer Energie beim Wort „Siri“ gezielt aus der Tonspur entfernt, sollen HomePods, iPhones, iPads und Macs in der Umgebung der Zuschauer:innen nicht anspringen, wenn die Keynote abgespielt wird. Zuschauer:innen sollen die Präsentation verfolgen können, ohne dass ihre Geräte dazwischenfunken.
Maßnahme greift nicht immer – und hat Vorbilder
Die Methode scheint jedoch nicht vollständig zuverlässig zu funktionieren. Mehrere Zuschauer:innen berichteten, dass sich ihre Geräte während des Livestreams trotzdem aktiviert haben. Trotz der gezielten Anpassung der Frequenzen reagierten einige HomePods und andere Apple-Geräte auf die Nennung von „Siri“ in der Übertragung.
Apple ist mit diesem Ansatz nicht allein. Bereits 2017 wurde bekannt, dass Amazon eine ähnliche Technik in Fernsehwerbung für Alexa einsetzt. Auch dort wurden bestimmte Frequenzbereiche aus dem Audiomaterial entfernt, um zu verhindern, dass Echo-Lautsprecher in den Wohnzimmern der Zuschauer:innen ungewollt auf Sprachbefehle reagieren.
Die Anpassung der Audiofrequenzen in der WWDC-Keynote zeigt, wie Hersteller versuchen, Probleme durch unbeabsichtigte Aktivierungen ihrer Sprachassistenten bei größeren Übertragungen technisch zu entschärfen.
Via: https://www.macrumors.com
Titelbild: X / @luuk58

