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Withings BPM Vision – Der kleine Kardiologe für den Nachttisch

Ich habe das Withings BPM Vision, mehr als ein Blutdruckmessgerät, mehrere Wochen intensiv ausprobiert. Wie es gesundheitsbewußte Menschen unterstützt klären wir hier.

Gesundheit ist das neue Gold – oder zumindest das neue „Pro“-Feature, wenn man sich die Entwicklung der Apple Watch über die letzten Jahre ansieht. Doch während unsere Uhr am Handgelenk inzwischen EKGs schreibt, den Blutsauerstoff misst und uns bei zu viel Lärm warnt, bleibt eine wichtige Metrik oft außen vor: der Blutdruck. Hier springt seit Jahren der französische Hersteller Withings in die Bresche, der sich perfekt in den Apple Health Kosmos integriert.

Nach dem kompakten BPM Connect und dem vielseitigen BPM Core bringt Withings nun das BPM Vision auf den Markt. Ein Gerät, das weniger wie ein Gadget und mehr wie medizinisches Equipment aussieht. Ich habe das smarte Blutdruckmessgerät mit dem großen Display ausgepackt, den Arm hingehalten und überprüft, ob der Preis von knapp 180 Euro gerechtfertigt ist.

Ausgepackt

Wer die älteren Withings-Modelle kennt, wird beim Auspacken des BPM Vision erst einmal stutzen. War das BPM Connect noch ein einzelner, kompakter Riegel, der direkt auf der Manschette saß, geht Withings hier einen Schritt „zurück“ zum klassischen Design – aber mit einem futuristischen Twist.

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In der Verpackung finden wir ein schickes, graues Textil-Reiseetui.

Darin: Das eigentliche Messgerät, das nun als separate Einheit auf dem Tisch steht, verbunden über einen Schlauch mit der Manschette. Dazu gibt es ein USB-C auf USB-A Ladekabel (danke, Withings, dass Lightning und Micro-USB endlich Geschichte sind) und den üblichen Papierkram.

Das Herzstück ist das Gerät selbst: Es verfügt über ein 2,8 Zoll großes Farb-LCD, das sofort ins Auge springt. Es wirkt wertig, modern und – ja, man muss es sagen – ein bisschen so, als hätte man sich ein Stück Krankenhaus-Equipment für zu Hause gekauft, nur eben in hübsch. Die Manschette selbst deckt Armumfänge von 22 bis 42 cm ab; wer kräftigere Oberarme hat, muss leider separat eine XL-Manschette bestellen. Das ist bei dem Preis etwas schade, aber immerhin ist die Option da.

Die Daten

Bevor wir pumpen, ein Blick auf das Datenblatt, denn hier will das BPM Vision punkten. Das Gerät funkt sowohl via Bluetooth als auch über WLAN. Letzteres ist der eigentliche Star, denn so synchronisieren sich die Daten im Hintergrund, ohne dass das iPhone in Reichweite sein muss. Zentrales Element der Hardware ist der 2,8 Zoll große, hochauflösende LCD-Farbbildschirm, der die Bedienung intuitiv gestaltet. Technisch liefert das Gerät nicht nur den systolischen und diastolischen Blutdruck sowie die Herzfrequenz, sondern erkennt auch Vorhofflimmern – in der hier erhältlichen Version sogar inklusive EKG-Funktion. Dass Withings hierbei auf klinische Validierung setzt, beweisen die CE-Zertifizierung sowie die FDA-Zulassung in den USA.

Erfreulich modern zeigt sich die Energieversorgung: Der interne Akku wird zeitgemäß via USB-C geladen und hält je nach Nutzungsintensität zwischen sechs und zwölf Monaten durch. Gedacht ist das BPM Vision dabei als Familiengerät, denn es unterstützt bis zu acht verschiedene Nutzerprofile. All diese Technik hat allerdings ihren Preis, der mit rund 179,95 Euro deutlich im Premium-Segment angesiedelt ist.

Ein spannendes neues Feature ist zudem die sogenannte „TripleTrust“-Technologie. Dabei führt das Gerät automatisch drei Messungen hintereinander durch und errechnet einen Durchschnittswert – genau so, wie es Kardiologen empfehlen, um den „Weißkitteleffekt“ oder kurzzeitige Schwankungen auszuschließen.

Im Alltag

Die Einrichtung läuft gewohnt geschmeidig über die Withings App (Health Mate).

Entwickler: Withings
Preis: Kostenlos+

Ein nettes Detail, das mir im Test aufgefallen ist: Man muss das WLAN-Passwort direkt auf dem kleinen Display des Geräts eingeben. Das ist etwas fummelig, macht das Gerät aber danach völlig autark.

Das Anlegen der Manschette ist – wie bei fast allen Geräten dieser Art – mit einer Hand machbar, erfordert aber beim ersten Mal etwas Übung. Sitzt sie, drückt man einfach den einzigen physischen Knopf auf dem Tischgerät. Und hier zeigt das Display seine Stärke: Es führt einen visuell durch den Prozess. Sitze ich ruhig? Ist die Manschette auf Herzhöhe? Das BPM Vision

gibt Feedback. Das ist besonders für Nutzer genial, die sich unsicher sind, ob sie alles richtig machen.

Die Messung selbst ist leise und gefühlt sanfter als bei den günstigen Discounter-Geräten, die einem oft den Arm abschnüren wollen. Nach etwa einer Minute oder länger im 3-fach-Modus leuchtet das Ergebnis auf dem Display auf – farblich kodiert von Grün (alles super) bis Rot (ab zum Arzt).

Was mir als Apple-Nutzer besonders gefällt: Noch bevor ich die Manschette abgenommen habe, pusht das Gerät die Daten via WLAN in die Withings Cloud und von dort direkt in Apple Health. Ich muss keine App öffnen, nichts manuell eintragen. Es funktioniert einfach.

Withings bewirbt stark den „Cardio Check-Up“, der tiefergehende Analysen zur Gefäßgesundheit bietet. Hier kommt allerdings ein Haken: Für die volle Auswertung und langfristige Trendanalysen drängt Withings einen zunehmend in das Withings+ Abonnement  für knapp 10 € im Monat. Die Basis-Werte sind natürlich frei und immer kostenlos, aber wer das volle Potenzial der „Medical Grade“-Hardware ausschöpfen will, soll zahlen.

Kritik

Wo Licht ist, ist auch Schatten, und beim BPM Vision gibt es drei Punkte, die mich stören:

  1. Der Formfaktor: Das BPM Connect war genial, weil man es einfach zusammenrollen und in die Jackentasche werfen konnte. Das Vision mit seinem Schlauch und dem separaten „Tischgerät“ ist sperrig. Das mitgelieferte Etui ist riesig – das nimmt im Handgepäck ordentlich Platz weg. Für zu Hause top, für Reisen eher ein Flop.

  2. Die „Gast“-Falle: Zwar wirbt Withings mit 8 Nutzerprofilen, aber im Test zeigte sich, dass die Zuweisung manchmal hakelig ist. Besonders ärgerlich: Wenn ein Gast misst, der kein eigenes Withings-Konto hat, landen die Daten im Nirvana oder werden dem Hauptnutzer nur schwer zugeordnet. Das können andere besser.

  3. Der Preis & das Abo: Knapp 180 Euro sind eine Ansage. Dass man bei diesem Premium-Preis dann in der App noch ständig Hinweise auf das kostenpflichtige Abo bekommt, um „tiefere Einblicke“ zu erhalten, hinterlässt einen faden Beigeschmack.

Fazit

Ist das Withings BPM Vision den hohen Preis wert? Wenn ihr – wie ich – Daten liebt und wollt, dass diese ohne euer Zutun sauber in Apple Health landen, dann ist Withings nach wie vor der Goldstandard. Das BPM Vision ist dabei das wohl benutzerfreundlichste Gerät, das sie je gebaut haben. Das Display nimmt die Angst vor Fehlbedienungen und die Messergebnisse wirken extrem präzise und konsistent.

Es ist der „Arzt für den Nachttisch“, der dort gut aussieht und seinen Job perfekt erledigt. Wer jedoch viel unterwegs ist, sollte lieber zum günstigeren und kompakteren BPM Connect greifen. Das Vision ist ein stationärer Profi, kein mobiler Begleiter.

Positives Ergebnis: Für alle, die ihre Herzgesundheit ernst nehmen und im Apple-Ökosystem zu Hause sind, ist das BPM Vision trotz des Preises meine Empfehlung. Die Kombination aus Design, Display-Führung und nahtloser Synchronisation ist derzeit konkurrenzlos.

Das Withings BPM Vision wurde uns von Withings für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an den Hersteller.

Zu den Links:
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Bilder Autor und Withings

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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