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8 WhatsApp-Funktionen für mehr Sicherheit und Privatsphäre

WhatsApp gehört mit mehr als 3 Milliarden Nutzer:innen zu den meistgenutzten Messengern der Welt – und ist damit ein attraktives Ziel für Angriffe. Mit ein paar versteckten Funktionen könnt ihr Eure Sicherheit und Privatsphäre in der App deutlich verbessern.

Risiken bei WhatsApp und grundlegende Schutzfunktionen

Die weite Verbreitung von WhatsApp sorgt dafür, dass neue Angriffe schnell große Auswirkungen haben können. Im Dezember beschrieben Sicherheitsforscher:innen eine neue Form der Kontoübernahme namens GhostPairing, bei der Nutzer:innen dazu gebracht werden, den Browser von Angreifenden mit ihrem WhatsApp-Konto zu verknüpfen. Bereits im November hatten österreichische Forschende Milliarden von Telefonnummern über die Kontakt-Suche von WhatsApp abgefragt und so nach eigenen Angaben „die umfangreichste Offenlegung von Telefonnummern“ erstellt – inklusive Profilbildern und weiteren Daten.

WhatsApp selbst setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die dafür sorgt, dass nur ihr und Eure Gesprächspartner:innen Nachrichten lesen können. Im Hintergrund gibt es zudem passwortlose Schlüssel für verschlüsselte Backups und datenschutzfreundlichere KI-Funktionen. Für Eure eigene Sicherheit sind aber vor allem die Einstellungen in der App entscheidend. Acht Funktionen solltet ihr Euch genauer ansehen.

Mehr Kontrolle über Profil, Chats und Konto

Ein guter Einstieg ist die Funktion Datenschutz-Check in den Einstellungen unter Datenschutz. Dort legt ihr fest, wer Eure Profilfotos, Info-Angaben und Status sehen darf. Zusätzlich könnt ihr bei „Zuletzt online/Online“ auf „Niemand“ stellen, um Eure Sichtbarkeit weiter zu beschränken. In denselben Bereichen könnt ihr steuern, wer Euch kontaktieren darf: Unerwünschte Anrufe und Nachrichten lassen sich blockieren, außerdem bestimmt ihr, wer Euch zu Gruppen hinzufügen kann, schaltet unbekannte Anrufende stumm und verwaltet Eure Blockierliste.

Mehr Schutz vor fremdem Zugriff bietet außerdem die Bestätigung in zwei Schritten mit Sicherheits-PIN. WhatsApp benötigt zwar Eure Telefonnummer für die Einrichtung, das öffnet aber Angreifenden Tür und Tor, wenn kein zusätzlicher Schutz aktiv ist. Unter Einstellungen > Konto > Verifizierung in zwei Schritten könnt ihr die Funktion aktivieren, eine PIN vergeben und optional eine E-Mail-Adresse hinterlegen, falls ihr die Verifizierung zurücksetzen müsst. Zusätzlich lassen sich inzwischen Zugriffsschlüssel einrichten, um das Konto weiter zu schützen.

Damit Nachrichten nicht auf dem Sperrbildschirm sichtbar sind, solltet ihr Benachrichtigungsvorschauen im Betriebssystem abschalten. Innerhalb von WhatsApp schützt ihr die App auf dem iPhone per Gesichts-ID oder Touch-ID, auf Android mit Fingerabdruck-Sperre. Das aktiviert ihr unter Einstellungen > Datenschutz > App-Sperre. Einzelne Chats könnt ihr mit der Chat-Sperre zusätzlich ausblenden: Profilbild der Kontaktperson antippen, nach unten scrollen und „Chat sperren“ wählen. Gesperrte Konversationen lassen sich bei Bedarf schnell löschen: Einstellungen > Datenschutz > Chat-Sperre > Entsperren und gesperrte Chats löschen.

Erweiterte Datenschutzoptionen für Nachrichten und Medien

Obwohl Eure Chats verschlüsselt sind, bleiben sie lesbar, wenn jemand physischen Zugriff auf Euer Gerät hat oder Überwachungssoftware installiert ist. Selbstlöschende Nachrichten helfen hier: Ihr legt fest, ob Mitteilungen nach 24 Stunden, sieben Tagen oder 90 Tagen verschwinden. Die Funktion könnt ihr global oder pro Chat nutzen. Damit neue Einzelchats standardmäßig verfallen, geht ihr zu Einstellungen > Datenschutz > Standard-Nachrichtentimer und wählt den Zeitraum. Wichtig ist, dass ihr Euch auf die Gegenstelle verlassen müsst – Screenshots oder Weiterleitungen verhindert die Funktion nicht.

Unter Datenschutz > Erweitert findet ihr zusätzliche Sicherheitsoptionen, die standardmäßig deaktiviert sind. „Unbekannte Nachrichten blockieren“ schützt Euch vor massenhaft unerwünschten Nachrichten, wie sie häufig bei Betrugsversuchen auftauchen. „IP-Adresse schützen“ leitet Anrufe über die Server von WhatsApp, sodass Eure IP-Adresse verborgen bleibt, was die Gesprächsqualität aber beeinträchtigen kann. Wenn ihr „Link-Vorschauen deaktivieren“ einschaltet, erzeugt WhatsApp beim Versenden von Links keine Vorschau mehr, was erneut dazu beiträgt, Eure IP-Adresse zu verbergen.

Mit der Funktion Erweiterter Datenschutz für Chats verhindert ihr, dass Inhalte aus WhatsApp herausgetragen, Medien automatisch heruntergeladen oder Nachrichten für KI-Funktionen genutzt werden. Für Einzelchats öffnet ihr die Unterhaltung, wählt Kontakt anzeigen > Erweiterter Datenschutz für Chats und aktiviert die Funktion. Für Gruppen können alle Mitglieder die Einstellung ändern, Administrator:innen dürfen dies aber einschränken. Dazu im Gruppenchat auf Gruppeninfo > Gruppenberechtigungen > Gruppen-Einstellungen bearbeiten gehen, dann auf der Gruppenseite Erweiterter Datenschutz für Chats ein- oder ausschalten. Achtet darauf, dass Personen mit älteren WhatsApp-Versionen Chats dennoch nach außen teilen oder Medien automatisch laden können, ohne dass ihr eine Warnung erhaltet.

Mehr Privatsphäre bringt auch das Abschalten von Lesebestätigungen. Die blauen Häkchen zeigen, wann ihr eine Nachricht gelesen habt. Unter Einstellungen > Datenschutz > Lesebestätigungen könnt ihr sie deaktivieren, mit der Einschränkung, dass ihr dann ebenfalls nicht seht, wann andere Eure Nachrichten gelesen haben. Für Gruppenchats gilt die Option nicht. Standardmäßig speichert WhatsApp zudem Fotos und Videos automatisch auf Eurem Gerät. Wenn euch das stört, deaktiviert ihr unter Einstellungen > Chats die Option „In Fotos sichern“. Medien und Sprachnachrichten könnt ihr außerdem zur einmaligen Ansicht verschicken, indem ihr vor dem Senden in der Beschriftungszeile das „1“-Symbol antippt.

WhatsApp betont, die private Kommunikation sehr ernst zu nehmen. Laut Sprecherin Ellie Heatrick arbeitet der Dienst mit Sicherheitsforscher:innen zusammen, um seine Abwehr zu stärken, und legt bei jeder neuen Funktion besonderen Wert auf den Schutz privater und sicherer Kommunikation.

Via: https://www.wired.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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