WhatsApp arbeitet an mehreren Neuerungen für seine Apps und den Web-Client. Im Mittelpunkt steht derzeit eine Funktion, mit der neue Gruppenmitglieder einen Teil des bisherigen Chatverlaufs nachträglich einsehen können.
Chatverlauf für neue Gruppenmitglieder auf iOS
In der WhatsApp-Beta für iOS mit der Version 26.2.10.73 können erste Tester:innen den Chatverlauf mit neuen Gruppenmitgliedern teilen. Tritt jemand neu in eine Gruppe ein, fehlt häufig der Kontext zu früheren Unterhaltungen. Bisher mussten andere Teilnehmende dann etwa Bildschirmfotos verschicken oder manuell zusammenfassen, was zuvor besprochen wurde.
Mit der neuen Funktion können bestehende Gruppenmitglieder beim Hinzufügen einer Person entscheiden, ob sie aktuelle Nachrichten teilen wollen. Dabei lassen sich bis zu 100 Nachrichten freigeben, die der oder die Neue nachträglich sieht. Verfügbar sind jedoch nur Nachrichten, die innerhalb der letzten 14 Tage in der Gruppe verschickt wurden. So sollen neue Mitglieder schneller in laufende Diskussionen einsteigen können, ohne aufwändige Nachfragen zu stellen.
Gruppenanrufe im Web und einfacher Beta-Zugang auf Android
Parallel entwickelt WhatsApp Gruppenanrufe für den Web-Client. Künftig sollen Nutzer:innen von WhatsApp Web an Gruppenanrufen teilnehmen können, unabhängig vom jeweils verwendeten Gerät. Geplant ist nach aktuellem Stand die Unterstützung von Anrufen mit bis zu 32 Teilnehmenden, endgültig bestätigt ist diese Obergrenze aber erst mit der offiziellen Veröffentlichung.
Zusätzlich arbeitet WhatsApp an Werkzeugen, die Gruppenanrufe leichter organisieren. Dazu gehören Anruf-Links, über die sich mit wenigen Klicks ein teilbarer Link erstellen lässt, den andere zum Beitritt nutzen können. Außerdem sind geplante Anrufe vorgesehen: Nutzer:innen können ein Ereignis anlegen, das mit den beteiligten Kontakten geteilt wird, damit alle wissen, wann ein Anruf startet.
Auf Android wird der Zugang zum Beta-Programm direkt in der App ausgebaut. Nach Installation der WhatsApp-Beta für Android 2.26.2.11 können einige Nutzer:innen die Option „Früher Zugang zu Funktionen“ aktivieren. Sobald diese Option eingeschaltet ist, erhalten sie neue Testversionen, sobald diese verfügbar sind. So lassen sich wichtige Aktualisierungen möglicherweise früher beziehen, bevor Google sie im Play Store freigibt. Zudem können mehr Personen aus stabilen Versionen ins Beta-Programm wechseln, ohne auf die begrenzten Beta-Plätze im Play Store angewiesen zu sein.
Kinderschutz, Status-Datenschutz und werbefreie Option
WhatsApp entwickelt außerdem sogenannte Hauptkontrollen und Zweitkonten. Eltern oder Erziehungsberechtigte sollen eingeschränkte Konten für Kinder anlegen können, wenn diese die Mindestalter-Anforderungen von WhatsApp nicht erfüllen. Diese Zweitkonten verhindern, dass Minderjährige Nachrichten und Anrufe mit Kontakten austauschen, die nicht im Adressbuch stehen.
Darüber hinaus bieten Zweitkonten keinen Zugriff auf Statusmeldungen, Kanäle und die Chat-Sperre. Die Einschränkungen sollen das Risiko verringern, dass Minderjährige mit Inhalten unbekannter Konten in Kontakt kommen. Gleichzeitig können Eltern die Geräte ihrer Kinder prüfen, ohne versteckte oder nicht einsehbare Unterhaltungen befürchten zu müssen.
In der iOS-Beta 26.3.10.70 testet WhatsApp eine neue Status-Datenschutz-Information. Einige Tester:innen können in der Status-Ansicht über das Feld der Betrachtenden den Bereich „Zielgruppe“ öffnen. Dort lässt sich nachvollziehen, welche Kontakte die jeweilige Statusmeldung sehen können und ob die richtigen Personen erwähnt wurden. Außerdem können Nutzer:innen prüfen, ob andere Kontakte die eigene Statusmeldung mit ihrer Zielgruppe teilen dürfen, auch wenn sie selbst nicht erwähnt wurden.
Schließlich arbeitet WhatsApp an einem Abonnement, mit dem sich Werbung im Bereich „Aktuelles“ vermeiden lässt. Vor einer breiteren Einführung von Status-Werbung und hervorgehobenen Kanälen soll Nutzer:innen in Europa und im Vereinigten Königreich ein werbefreier Plan angeboten werden. Abonnent:innen sehen dann keine Werbung mehr nach einer bestimmten Anzahl gesehener Statusmeldungen und auch keine bezahlten Empfehlungen für Kanäle. Der Plan soll voraussichtlich 4 Euro (4,00 US-Dollar) kosten, der Preis kann sich vor dem offiziellen Start aber noch ändern. Nutzer:innen haben damit die Wahl, weiterhin Werbung im Bereich „Aktuelles“ zu sehen oder ein Abonnement abzuschließen.
Via: https://wabetainfo.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
