Apple hat in dieser Woche mehrere neue Produkte gezeigt, doch ein erwartetes Gerät fehlte: ein neues Einsteiger‑iPad. Dahinter dürfte weniger eine Verzögerung als eine bewusste Planung stecken.
Gerüchte zum neuen Einsteiger‑iPad
Seit genau einem Jahr hat Apple sein günstigstes iPad nicht mehr aktualisiert. Das Update von 2025 fiel eher zurückhaltend aus und konzentrierte sich auf mehr Leistung mit dem A16‑Chip sowie eine Verdopplung des Basisspeichers von 64 auf 128 Gigabyte.
Weil bei diesem iPad vor allem der Preis im Vordergrund steht, erhält es üblicherweise weder den neuesten Chip noch große technische Sprünge im Vergleich zu den anderen Modellen. Zudem erscheinen die Aktualisierungen nicht immer jährlich, zwischen der 10. und der aktuellen 11. Generation lag eine Pause von drei Jahren.
Diesmal deuten Gerüchte jedoch auf ein größeres Upgrade beim günstigen iPad hin. Macworld berichtete im vergangenen Jahr, dass Apple an einer neuen Version des Tablets arbeitet, intern unter den Codenamen J581 und J582 geführt, in der ein A19‑Chip stecken soll – derselbe Chip, der derzeit in den aktuellen iPhones zum Einsatz kommt.
Im Vergleich zum A16‑Chip ist der A19 rund 50 Prozent schneller. Außerdem verfügt er über 8 Gigabyte Arbeitsspeicher, während der A16 auf 6 Gigabyte kommt. Diese RAM‑Ausstattung würde erstmals Apple‑Intelligence‑Funktionen auf dem Einsteiger‑iPad ermöglichen, das damit das letzte iOS‑Gerät mit KI‑Funktionen wäre. Beim Design und den übrigen technischen Daten wird hingegen mit Kontinuität gerechnet.
Timing, Marketing und Kosten
Würde dieses iPad noch im laufenden Monat erscheinen, hätte es denselben Chip wie das aktuelle iPhone. Für ein günstiges iPad wäre das ungewöhnlich, da die Serie bislang mindestens eine Chip‑Generation hinterherhinkte. Ein späterer Start im Jahr wirkt daher plausibel.
Bringt Apple das iPad der 12. Generation erst im Herbst nach dem iPhone 18, ist der A19 nicht mehr der neueste Chip. Das würde zwei Probleme entschärfen: die Vermarktung und die Kosten.
Im Oktober kann Apple dann darauf verweisen, dass das Einsteiger‑iPad einen sehr leistungsfähigen Chip nutzt, ohne den Eindruck zu erzeugen, es sei so schnell wie ein neues iPhone oder einigen höher positionierten Geräten überlegen, darunter dem iPad mini. Auch im Vergleich mit dem gerade vorgestellten MacBook Neo mit A18‑Pro‑Chip wäre ein A19‑iPad derzeit ein schwieriges Signal.
Gleichzeitig dürfte die Produktion des A19 gegen Jahresende deutlich günstiger sein als heute. Für ein preisorientiertes iPad ist das ein entscheidender Faktor.
Dass Apple diese Woche auf ein neues Einsteiger‑Modell verzichtet hat, spricht daher dafür, dass es erst deutlich später im Jahr erscheinen wird. Mit getrennten Ankündigungen verhindert Apple außerdem, dass sich das günstige iPad und das neue iPad Air gegenseitig Verkäufe abnehmen.
Wie geht es mit den anderen iPads weiter?
Aktuellen Gerüchten zufolge arbeitet Apple auch an einem größeren Update für das iPad mini, das derzeit mit einem A17‑Pro‑Chip ausgestattet ist. Interne, im Netz aufgetauchte Codes deuten darauf hin, dass künftig ein noch nicht vorgestellter A20‑Pro‑Chip zum Einsatz kommen wird. Zudem soll das mini laut Bloomberg‑Reporter Mark Gurman das erste iPad mit OLED‑Display werden.
Beim nächsten iPad Pro sind dagegen keine großen Neuerungen zu erwarten. Hier ist vor allem mit dem schnelleren M6‑Chip zu rechnen sowie möglicherweise mit einem Dampfkammersystem zur Kühlung, ähnlich wie beim iPhone 17 Pro.
Das neue iPad mini dürfte im Herbst zusammen mit dem neuen Einsteiger‑iPad erscheinen. Ein aktualisiertes iPad Pro wird hingegen erst für 2027 erwartet.
