Das Weiße Haus startet mit der „US Tech Force“ ein neues Programm, um Fachkräfte für KI und moderne IT aus der Privatwirtschaft zu gewinnen. So will die US-Regierung ihre veralteten digitalen Strukturen modernisieren.
Zweijährige Einsätze in Bundesbehörden
Zum Auftakt plant die US-Regierung eine erste Gruppe von rund 1.000 Technikbeschäftigten, die für zwei Jahre in verschiedenen Bundesbehörden eingesetzt werden sollen. Vorgesehen sind unter anderem Stellen für Junior-Softwareentwickler:innen, Datenwissenschaftler:innen und Fachleute für IT-Sicherheit. Die Einsätze sollen ab März 2026 beginnen, die Stellen werden also bereits mit einem klaren Zeitplan ausgeschrieben.
Um Beschäftigte aus erfolgreichen Technologiekonzernen abzuwerben, setzt das Programm auf vergleichsweise hohe Vergütung. Laut Regierung liegen die Gehaltsspannen je nach Rolle zwischen ungefähr 150.000 und 200.000 US‑Dollar (rund 138.000–184.000 Euro) pro Jahr. Damit will das Weiße Haus die üblichen Gehaltsunterschiede zwischen öffentlichem Dienst und Tech-Branche zumindest teilweise ausgleichen.
Quereinstieg möglich, nichtpolitische Aufgaben
In einem Fragen-und-Antworten-Bereich auf der Website der Techtruppe stellt die Regierung klar, dass keine klassische akademische Ausbildung zwingend erforderlich ist. Bewerber:innen müssen jedoch nachweisen, dass sie über solide technische Fähigkeiten verfügen, etwa durch Berufserfahrung, Projekte oder Zertifizierungen. Damit öffnet das Programm ausdrücklich auch Quereinsteiger:innen ohne traditionellen Studienabschluss den Zugang.
Gleichzeitig betont die Techtruppe, dass es sich nicht um politische Posten handelt. Die neuen Kräfte werden als Bundesangestellte eingestellt und sollen in überparteilichen Rollen arbeiten. Die meisten Einsätze werden im Großraum Washington, D.C. stattfinden, einzelne Behörden könnten aber flexiblere Arbeitsorte oder Remote-Modelle anbieten.
Unterstützung durch große Tech-Konzerne auch Apple
Mehrere große Technologiekonzerne haben bereits zugesagt, die US-Regierung beim Anwerben von Fachkräften zu unterstützen. Dazu zählen unter anderem Adobe, Amazon Webdienste, AMD, Anduril, Apple, Box, C3.ai, Coinbase, Databricks, Dell, Docusign, Google, IBM, Meta, Microsoft, Nvidia, OpenAI, Oracle, Palantir, Salesforce, SAP, ServiceNow, Snowflake, Robinhood, Uber, Workday, xAI und Zoom. Diese Unternehmen sollen helfen, Talente auf das Programm aufmerksam zu machen.
Ganz neu ist der Ansatz nicht: Die Techtruppe knüpft an frühere Modelle wie den Digitaldienst der USA aus der Obama-Ära und das 2022 gestartete US-Digitalcorps an. Seit damals hat sich die Lage jedoch deutlich verändert. Künstliche Intelligenz und Cloud-Computing sind zu zentralen strategischen Themen geworden, und weltweit verschärfen sich die Auseinandersetzungen um technologische Führungsrollen. Vor diesem Hintergrund will die US-Regierung ihre technologische Handlungsfähigkeit stärken und Abhängigkeiten von externen Dienstleistenden reduzieren.
Mit der neuen Techtruppe versucht Washington, in einem kompetitiven globalen Umfeld konkurrenzfähig zu bleiben und gleichzeitig die eigenen Verwaltungsstrukturen an den Stand der Technik heranzuführen.
Via: https://www.techradar.com
Titelbild: Apfeltalk / Michael Reimann
