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US-Abgeordnete fordern Verbot chinesischer Speicherchips – auch in Partner-Lieferketten

US-Abgeordnete wollen Speicherchips aus China vom amerikanischen Markt fernhalten. Betroffen wären nicht nur Unternehmen wie Apple, sondern auch Lieferketten verbündeter Staaten.

US-Politik zielt auf chinesische Speicherhersteller

Während Apple und andere US-Konzerne wegen massiver Lieferengpässe verstärkt Speicherchips der chinesischen Hersteller CXMT und Yangtze Memory Technologies (YMTC) ins Auge fassen, wächst in der US-Politik der Widerstand. Wie die Financial Times berichtet, drängen Abgeordnete darauf, die Ausfuhr chinesischer Speicherchips in die USA zu unterbinden. Sie verweisen auf die Gefahr, inländische und verbündete Anbieter zu schwächen und zugleich die Entwicklung von 3D-NAND-Flash und DRAM in China indirekt zu fördern.

John Moolenaar, republikanischer Vorsitzender des China-Ausschusses des US-Repräsentantenhauses, und der demokratische Abgeordnete George Whitesides haben dazu Handelsminister Howard Lutnick angeschrieben. Sie fordern, US-Unternehmen daran zu hindern, Halbleiter von Firmen zu kaufen, die entweder auf der Liste chinesischer Militärunternehmen des Pentagon oder auf der Handels-Sanktionsliste des Wirtschaftsministeriums stehen. Zudem verlangen sie, CXMT explizit in die Handels-Sanktionsliste aufzunehmen und die bestehenden Beschränkungen für YMTC zu verschärfen.

In dem Schreiben heißt es, die Abhängigkeit von chinesischen Speicherherstellern stelle ein „inakzeptables Risiko“ für die nationale Sicherheit der USA, die wirtschaftliche Sicherheit und die Sicherheit der Lieferketten dar.

Apple und andere US-Unternehmen unter Druck

Apple bemüht sich laut dem Bericht um eine Genehmigung der US-Regierung, um inmitten einer schweren globalen DRAM-Knappheit Speicher von CXMT zu beziehen. Ursache der Engpässe ist vor allem der rasante Ausbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz, der weltweit Speicher und Flash-Speicher aufkauft. Auch andere Anbieter:innen wie Corsair und Patriot Memory sollen bereits DRAM von CXMT und 3D-NAND-Flash von Yangtze Memory in ihren Speicher- und SSD-Produkten einsetzen.

Die Abgeordneten zeigen sich darüber besorgt. Sie schreiben, sie seien alarmiert, dass Apple und andere US-Technologieunternehmen Speicher von chinesischen Halbleiterherstellern beziehen wollten, einschließlich solcher mit Verbindungen zum chinesischen Militär.

Der DRAM-Produzent CXMT steht bereits auf der Pentagon-Liste chinesischer Militärunternehmen, während YMTC auf der Handels-Sanktionsliste des US-Handelsministeriums geführt wird. Diese Einstufungen verbieten US-Unternehmen nicht grundsätzlich den Einkauf der Chips, erhöhen jedoch das politische Risiko solcher Geschäftsbeziehungen deutlich.

Ausweitung auf internationale Lieferketten

Theoretisch könnten US-Firmen Speicher von CXMT und YMTC in Produkten einsetzen, die ausschließlich für China oder andere Auslandsmärkte bestimmt sind, und für den US-Markt weiter auf etablierte Lieferanten zurückgreifen. Genau dieses Schlupfloch wollen Moolenaar und Whitesides schließen. Sie fordern die US-Regierung auf, mit Japan, Südkorea und der Europäischen Union zu kooperieren. Ziel ist, zu verhindern, dass CXMT und YMTC die aktuelle Knappheit nutzen, um sich in den Lieferketten verbündeter Staaten zu etablieren. Aus Sicht der Abgeordneten könnte der Westen dadurch langfristig strategisch von chinesischem Speicher abhängig werden.

Moolenaar und Whitesides argumentieren, Einkäufe bei chinesischen Speicherherstellern könnten Technologien unterstützen, die auch militärisch nutzbar sind. Führende chinesische Speicheranbieter seien eng mit dem chinesischen Militär verflochten, sodass jeder Speicherkauf durch ein US-Unternehmen die Entwicklung dieser kritischen Doppelnutzungstechnologie für die Volksbefreiungsarmee unmittelbar subventioniere, heißt es in dem Schreiben.

Die Abgeordneten ziehen Parallelen zu anderen Branchen, in denen China laut ihrer Darstellung einen ähnlichen Ansatz verfolgt habe: Solarindustrie, Stahl, Telekommunikation und Elektrofahrzeuge. Mit staatlichen Subventionen könnten chinesische Firmen ausländische Konkurrenten preislich unterbieten, deren Investitionen schwächen und die daraus entstehende Abhängigkeit später als strategischen Hebel nutzen. Wenn der Westen nun in großem Stil auf chinesischen Speicher setze, könne dies die eigene Produktionskapazität dauerhaft schwächen und die Abhängigkeit von China bei einem zentralen Baustein der KI-Infrastruktur verfestigen, warnen Moolenaar und Whitesides.

Via: https://www.tomshardware.com

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Michael Reimann

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