OpenAI hat seine erste eigene Hardware vorgestellt: das Codex Micro. Dahinter steckt keine Retro-Maschine, sondern eine sehr kompakte Spezialtastatur für alle, die mit Codex programmieren.
Beim Codex Micro handelt es sich um eine kleine Tastatur mit sehr spezieller Ausrichtung. OpenAI hat das Gerät gemeinsam mit Work Louder entwickelt. Es ist eher ein Tastenfeld oder „Makropad“ als eine vollwertige Tastatur, vergleichbar mit früheren Produkten von Work Louder wie dem Creator Micro 2 und gedacht für Programmierer:innen, die Codex nutzen.
Codex ist OpenAIs Programmier-Assistent. Er unterstützt Menschen beim Schreiben von Programmen, übernimmt Debugging-Aufgaben oder generiert auf Basis einfacher Anweisungen in Alltagssprache kompletten Code. Diese Arbeitsweise wird auch als „Vibe-Coding“ bezeichnet.
Die Idee hinter dem Codex Micro: Eine kompakte Tastatur, mit der Ihr per dedizierten Tasten schnell zwischen verschiedenen Codex-Aufgaben (Agents) wechseln könnt. Die Tasten sind mit RGB-Beleuchtung versehen, sodass Ihr den Status auf einen Blick erkennt. Leuchtet eine Taste grün, gibt es etwa eine ungelesene Unterhaltung, orange signalisiert, dass eine Freigabe durch Nutzer:innen nötig ist, und weitere Farben zeigen andere Zustände.
Zusätzlich gibt es Tasten für Sprachdiktat. Haltet Ihr diese gedrückt, könnt Ihr Codex Anweisungen geben – ein eigenes Mikrofon hat die Tastatur nicht, sie nutzt das Mikro Eures Laptops. Ein Drehregler erlaubt es, die „Denk-Tiefe“ des KI-Agents zu justieren, also die Intensität der Berechnung. Dieser Regler lässt sich aber auch für andere Optionen umkonfigurieren. Ein kleiner Joystick kann ebenfalls frei belegt werden. Das gesamte Layout des Codex Micro ist vollständig anpassbar.
All das soll es Programmierer:innen ermöglichen, schnell Anweisungen zu geben, den Status laufender Agents und Aufgaben sofort zu erkennen und mit wenigen Handgriffen zwischen ihnen zu wechseln. Ziel ist ein flüssigerer Workflow mit Codex, ohne ständig zwischen Fenstern und Menüs springen zu müssen.
Zielgruppe sind klar Programmierer:innen, die bereits mit Codex arbeiten. Wenn Codex selbst das Schreiben von Code beschleunigen soll, versteht OpenAI das Codex Micro als zusätzlichen, hardwarebasierten Geschwindigkeitsgewinn für diesen Prozess.
In den USA liegt der Preis bei 230 US-Dollar (rund 210 Euro). Aktuell ist das Gerät jedoch noch nicht verfügbar. Es handelt sich deutlich nicht um ein Produkt für den Massenmarkt.
Parallel dazu verfolgt OpenAI offenbar Pläne für zukünftige Hardware für Endkund:innen. Gerüchte sprechen von einem tragbaren Gerät oder einem intelligenten Lautsprecher. Laut Bloomberg-Journalist Mark Gurman soll ein solcher Lautsprecher mechanische Elemente nutzen, um den Eindruck zu erwecken, er sei „lebendig“, und dabei auf E-Mails und andere persönliche Daten zugreifen, um Nutzer:innen besser zu „verstehen“. Diese Überlegungen sorgen für Unbehagen, bleiben aber Spekulation.
Die Reaktionen auf das Codex Micro in Programmierkreisen fallen bislang überwiegend negativ aus. In Reddit-Diskussionen wird immer wieder gefragt, ob es sich um einen Aprilscherz handelt. Viele Nutzer:innen verweisen darauf, dass sich ein günstiges Makropad für einen Bruchteil des Preises kaufen und ähnlich konfigurieren ließe. Andere sehen eine naheliegende Alternative in einer simplen Smartphone-App mit Bildschirmtasten und Schiebereglern.
Ein Kommentar bringt es so auf den Punkt: Statt einer vollwertigen Tastatur gebe es nur zwölf Tasten für 230 US-Dollar, was wie ein Streich und kein echtes Produkt wirke. Mehrere Stimmen meinen, ernsthafte Entwickler:innen würden so etwas nicht nutzen. Häufig ist zu lesen, das Gerät sehe aus, als hätte eine KI es entworfen und OpenAI hätte das Ergebnis einfach umgesetzt.
Bisher ist die Zahl derjenigen, die ankündigen, das Codex Micro kaufen zu wollen, sehr gering. Viele zeigen sich vor allem erstaunt über den hohen Preis, selbst unter den wenigen Interessierten. Möglich ist, dass OpenAI mit dem Codex Micro erste Erfahrungen im Hardware-Bereich sammeln will, bevor ein größeres Consumer-Produkt folgt. Warum der Preis dabei so hoch angesetzt ist, bleibt unklar.
Via: https://www.techradar.com
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