US-Präsident Donald Trump kündigt deutliche Zölle auf Halbleiterimporte an, nimmt aber Unternehmen wie Apple aus. Die Details bleiben zunächst offen.
Trump kündigt Chipzölle an und macht Ausnahmen für US-Investitionen
Donald Trump hat am Donnerstag bei einem Abendessen im Weißen Haus mit führenden Tech-Manager:innen erneut erklärt, dass er bald „ziemlich beträchtliche“ Zölle auf Halbleiterimporte erheben werde. Betroffen seien vor allem Firmen, die ihre Produktion nicht in die USA verlagern. Unternehmen wie Apple, die ihre Investitionen im Inland erhöhen, sollen nach aktuellen Plänen von den Zöllen ausgenommen bleiben. Im Gespräch waren teilweise Zölle von bis zu 100 Prozent. Trump bekräftigte, dass Firmen, die Fabriken in den USA bauen oder investieren, keine oder verminderte Zölle fürchten müssen.
Apple und andere große Player könnten verschont bleiben
Apple hatte bereits zugesagt, zusätzlich 100 Milliarden US-Dollar (rund 93 Milliarden Euro) in den USA zu investieren. Diese Summe ergänzt eine frühere Ankündigung aus dem Februar von 500 Milliarden US-Dollar (rund 465 Milliarden Euro) für den Ausbau der heimischen Produktion. Trumps Einschätzung nach wäre Apple-CEO Tim Cook damit „ziemlich auf der sicheren Seite“. Auch andere große Halbleiterhersteller wie TSMC und Samsung Electronics haben seit 2020 massiv in US-Produktionsanlagen investiert. Insgesamt liegen Investitionszusagen in dreistelliger Milliardenhöhe vor. Laut Trump sollen Unternehmen, die bereits Standorte in den USA errichten oder dies planen, von den geplanten Zöllen ausgenommen werden.
Unsicherheiten bei Umsetzung und Details
Trump ließ viele konkrete Details offen und erklärte, die Regelungen seien zu Gunsten von Unternehmen gedacht, die in den US-Markt investieren. Bei dem Dinner zeigte sich die Tech-Branche grundsätzlich offen für Trumps Pläne, zumal seine Haltung zu künstlicher Intelligenz und die Förderung amerikanischer Unternehmen gelobt wurden. Geräte wie das iPhone oder Chips für andere Unternehmen wären somit weiterhin von Einfuhrzöllen ausgenommen, sofern die Produktion oder Teile davon in den USA erfolgen. Unklar bleibt, wie die Regelungen im Detail umgesetzt werden und welche Kriterien für zukünftige Ausnahmen gelten. Auch der Umgang mit Unternehmen, die aktuell keine neuen Produktionsstätten in den USA planen, ist noch ungeklärt. Tesla-Chef Elon Musk war bei dem Treffen nicht anwesend, teilte aber mit, dass er eingeladen war und eine Vertretung entsandt habe.
Vor dem Dinner hatte First Lady Melania Trump zusammen mit Spitzenkräften der Tech-Industrie auf die Bedeutung künstlicher Intelligenz für die Bildung und den technologischen Fortschritt in den USA hingewiesen. Gleichzeitig betonte sie die Notwendigkeit, die Entwicklung von KI verantwortungsvoll zu gestalten.
Via: https://www.cnbc.com
