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Tim Cooks prägendste WWDC‑Momente als Apple‑Chef

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Tim Cooks Laufbahn als Apple‑CEO lässt sich gut an seinen wichtigsten WWDC‑Auftritten ablesen. Kurz vor der Stabübergabe an John Ternus lohnt sich ein Blick auf seine markantesten Momente.

Der Einstieg: WWDC 2012 und 2013

2012 stand Tim Cook zum ersten Mal als CEO im Zentrum einer WWDC‑Keynote. Es war nicht seine erste Produktpräsentation, die hatte er bereits im Oktober 2011 mit dem iPhone 4S übernommen, aber eben sein Debüt auf dieser Entwickler:innenkonferenz.

Mit seinem inzwischen typischen „Guten Morgen“ führte er nahezu nahtlos weiter, wo Steve Jobs aufgehört hatte. Cook übernahm Tonfall und Inszenierung, inklusive der bekannten Übertreibungen in der Wortwahl.

„Nur Apple kann so erstaunliche Hardware, Software und Dienste entwickeln“, sagte er mit Blick auf iOS 6, Mac OS X Mountain Lion und das erste MacBook Pro mit Retina‑Display. „Wir sind so stolz auf diese Produkte, sie sind perfekte Beispiele dafür, was Apple am besten kann“, fügte er an.

Einige kleine Unsicherheiten waren zu erkennen, etwa kurze Stocker gegen Ende. Doch Cook erwähnte nicht, dass es seine erste WWDC‑Keynote war, und wer sich vorstellt, wie nervös er gewesen sein muss, sah davon kaum etwas.

2013 wirkte Cook dann deutlich routinierter. Er lockerte seine Ansprache mit Witzen auf, auch wenn nicht jeder davon funktionierte. Entscheidender war jedoch ein inhaltlicher Bruch mit der Ära Steve Jobs: Apple verabschiedete sich von den nach Katzen benannten Versionen von OS X.

Von da an trugen OS X und später macOS Namen von Orten in Kalifornien. Außerdem stellte Apple iOS 7 mit radikal neuem Design vor und präsentierte einen ebenso radikal gestalteten Mac Pro.

Dazu kamen iWork für iCloud, also Pages und Numbers im Browser, sowie iTunes Radio. Beides konnten viele Nutzer:innen problemlos ignorieren. Diese WWDC zeigte, wie Apple versuchte, aus dem Schatten von Steve Jobs herauszutreten, iPhone und Mac weiterzuentwickeln und gleichzeitig mit kontroversen Entscheidungen und Fehlgriffen zu leben – etwa beim Mac Pro.

Position beziehen: WWDC 2016 und 2020

2016 eröffnete Cook die WWDC mit einem ernsten Thema. „Bevor wir mit der Keynote beginnen, möchten wir einen Moment über die Tragödie sprechen, die sich gestern in Orlando ereignet hat“, sagte er und drückte den Betroffenen des Anschlags auf den Club Pulse sein Mitgefühl aus.

Er nannte die Tat einen sinnlosen, unvorstellbaren Akt des Terrors und Hasses, gerichtet auf Spaltung und Zerstörung. Die Apple‑Gemeinschaft, so Cook, bestehe aus Menschen aus aller Welt, mit unterschiedlichen Hintergründen und Sichtweisen. „Wir feiern unsere Vielfalt“, sagte er, „wir wissen, dass sie uns stärker macht und alle voranbringt.“

Anschließend bat er das Publikum um eine Schweigeminute. Rund 15 Sekunden lang herrschte Stille – ungewöhnlich kurz, aber eindrucksvoll und wohl einzigartig in der Geschichte der WWDC.

2020 prägte die COVID‑Pandemie die Konferenz. Apple stellte alle Veranstaltungen auf vorab produzierte Videos um und ist bis heute bei diesem Format geblieben, während andere Unternehmen wie Google wieder zu Live‑Events zurückkehrten.

Die Präsentation begann mit einem Flug über den Apple Park, bevor es ins Steve‑Jobs‑Theater ging – leer, ohne Publikum. Cook betrat die Bühne, setzte sich auf einen Hocker, Licht und Bühnenbild wirkten bewusst persönlich.

„Wir alle freuen uns auf ein hoffnungsvolleres Morgen“, sagte Cook. Statt direkt über Produkte zu sprechen, nannte er zunächst zwei große Themen der Zeit: Rassismus, Ungleichheit und Ungerechtigkeit sowie die Auswirkungen der Pandemie, insbesondere nach der Tötung von George Floyd.

Er sprach über tief verankerte Ungleichheiten und darüber, dass die USA ihren eigenen Idealen von Freiheit und Gleichheit für alle zu oft nicht gerecht geworden seien. Apple reagierte mit der Initiative für Rassengerechtigkeit und Chancengleichheit, unterstützt durch 100 Millionen US‑Dollar (rund 92 Millionen Euro), sowie einem neuen Entwickler:innen‑Camp für Schwarze Entwickler:innen.

Erst danach kam die Ankündigung, die diese WWDC technisch prägte: Apple Silicon. Cook versprach einen „wahrhaft historischen Tag für den Mac“ und leitete den Wechsel zu hauseigenen Prozessoren ein – nach früheren Übergängen zu PowerPC und später Intel.

Der Schritt gelang so reibungslos, dass der enorme Aufwand leicht übersehen wird. Im Vergleich dazu hat Microsoft trotz großer Ressourcen nie eine vergleichbare Architektur‑Umstellung erfolgreich gemeistert. Apple Silicon wurde damit zur wichtigsten WWDC‑Ankündigung in Cooks Amtszeit.

Neue Kategorien und der Abschied: WWDC 2023 und 2026

2023 folgte der nächste große Schritt: Apple präsentierte auf der WWDC das Headset Apple Vision Pro nach Jahren von Gerüchten. Cook stellte es in eine Reihe mit dem Mac und dem iPhone: „So wie der Mac uns das persönliche Computing nähergebracht hat und das iPhone das mobile Computing, wird Apple Vision Pro uns das räumliche Computing näherbringen.“

Er griff Steve Jobs’ berühmtes „One More Thing“ auf, nannte Apple Vision Pro tiefgreifend und sprach von einem neuen Computertyp. Der Marktstart des Headsets markierte aus seiner Sicht den Beginn einer Reise, die Technologie um eine neue Dimension erweitern sollte.

Cook betonte, Apple Vision Pro sei ein „neuer Computer“ und könne trotz des Startpreises von etwa 3.999 Euro in bestimmten Szenarien ein gutes Angebot sein. Drei Jahre später ist jedoch klar, dass das Produkt noch weit von der Wirkung entfernt ist, die Cook andeutete. Vision Pro entwickelt sich weiter, der Preis dürfte sinken, aber zuletzt wurde über Entlassungen im zuständigen Team berichtet.

2026 schließlich stand Cooks 14. und letzte WWDC als CEO an. Anders als 2012 sprach er dieses Mal kurz darüber. Dennoch hielt er den persönlichen Teil knapp und verknüpfte seine Worte mit der gewohnten Apple‑Mission.

„Persönlich gehören Veranstaltungen wie diese zu den schönsten Momenten meiner Zeit als CEO“, sagte er. Es sei ein ständiger Hinweis darauf, dass der Vorstellungskraft keine Grenzen gesetzt seien, wenn er sehe, was Entwickler:innen mit den vorgestellten Werkzeugen erschaffen.

„Es war die Ehre meines Lebens, diese Mission voranzubringen“, fuhr Cook fort, und hob die kreativen, engagierten Teams hervor, deren Arbeit das Leben von Menschen dauerhaft verändere. Nur einmal wurde er ganz persönlich: „Ich glaube wirklich, dass das Beste noch vor uns liegt.“

Trotz seiner Bekanntheit verzichtete Cook auf jede große Abschiedsinszenierung. Keine stehenden Ovationen, kein Applaus im Saal – die Präsentation war vorab aufgezeichnet, ein Publikum gab es nicht. Er wünschte einfach allen eine großartige WWDC und beendete damit seine Ära, während sich viele fragen dürften, wie er sich 2027 fühlen wird, wenn John Ternus auf die Bühne tritt und „Guten Morgen“ sagt. Der Moment kommt aber nun auch schon mir dem Apple-Event am 9. September.

Via: https://appleinsider.com

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Tags: Entwicklerkonferenz, Apple Vision Pro, Mac, iOS, Tim Cook, WWDC, macOS, Apple Park, Apple Silicon

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