US-Präsident Donald Trump plant eine Reise nach China und möchte dabei von prominenten Wirtschaftsführer:innen begleitet werden. Berichten zufolge soll auch Noch-Apple-Chef Tim Cook auf der Gästeliste stehen.
Trump-Reise nach China und mögliche Rolle für Apple
Trump will in China mit Präsident Xi Jinping über Handel sprechen und dabei demonstrieren, welche Konzernspitzen hinter ihm stehen. Laut einem Bericht von Semafor soll Tim Cook zu den eingeladenen Führungskräften gehören, auch wenn die Gespräche voraussichtlich nur geringe direkte Bedeutung für Apple haben werden. Trump legt jedoch Wert darauf, sich auf solchen Auslandsreisen mit einflussreichen Persönlichkeiten zu umgeben.
Die US-Regierung unter Trump verfolgt dabei eine klare Linie: Entscheider:innen aus der Wirtschaft sollen erscheinen, wenn sie gebeten werden. Eine der wenigen Ausnahmen, bei der Tim Cook nicht persönlich vorstellig wurde, hatte im Mai 2025 eine Sonderabgabe speziell auf iPhones zur Folge. Vor diesem Hintergrund gilt ein erneuter Auftritt von Cook an Trumps Seite als naheliegend.
Neuer Posten für Cook und seine politische Funktion
Für Tim Cook könnten solche persönlichen Termine künftig sogar zunehmen. Er tritt am 1. September als CEO zurück und wechselt in die Rolle des Vorstandsvorsitzenden. In dieser Funktion soll er auch als eine Art politische Schnittstelle agieren. Beobachter:innen gehen davon aus, dass Cook diese Position bewusst gewählt hat, da er in den vergangenen Jahren den Großteil der politischen Auseinandersetzungen rund um Apple getragen hat.
Sein Name steht etwa unter der Spende von 1 Million US-Dollar (rund 930.000 Euro) für Trumps Amtseinführung. Auch eine goldene Plakette in Trumps Büro sowie Reservierungen für zahlreiche politische Veranstaltungen sind mit Cook verknüpft. Trump scheint diese Signale angenommen zu haben: Trotz erheblichen Drucks aus dem Weißen Haus hat Apple seine Arbeitsweise bisher nicht grundlegend geändert.
So hat das Unternehmen kürzlich ein neues Pride-Armband für die Apple Watch vorgestellt, während andere Konzerne sich von progressiven Initiativen distanzierten. Gleichzeitig konnte Apple durch die politische Nähe verhindern, dass das Unternehmen stärker unter illegalen und willkürlich wirkenden Sonderabgaben litt. Diese Strategie hat Apple zudem davor geschützt, zur vollständigen Rückverlagerung der iPhone-Produktion in die USA gezwungen zu werden.
Diplomatische Missionen und Zukunft von John Ternus
Cook ist seit Langem für seine diplomatischen Reisen nach China bekannt, daher dürfte eine weitere Einladung in diese Richtung für ihn eher Routine sein. Ob der künftige CEO John Ternus eine vergleichbare Rolle einnehmen muss, ist bislang offen. Möglich ist auch, dass Cook ihn als Vorstandsvorsitzender weitgehend von solchen politischen Verpflichtungen entlastet.
Wie sich das Verhältnis zwischen Apple, der US-Regierung und China unter dieser neuen Führungskonstellation entwickelt, bleibt abzuwarten. Die anstehende China-Reise mit Trump könnte ein weiterer Baustein in Cooks Bemühungen sein, Apple zwischen politischen Interessen und unternehmerischer Unabhängigkeit auszubalancieren.
