USB-C und Thunderbolt sehen gleich aus, bieten aber nicht dieselben Funktionen. Welche Unterschiede bei Tempo, Bildschirmen und Kompatibilität wichtig sind, hängt vom Mac, Kabel und angeschlossenen Gerät ab.
USB-C bezeichnet zunächst nur die Form eines Anschlusses und Steckers. Der Begriff sagt weder etwas über die Geschwindigkeit noch über das Laden aus. Thunderbolt ist dagegen ein Übertragungsstandard, der bei aktuellen Versionen den USB-C-Stecker nutzt. Deshalb sind moderne Thunderbolt-Anschlüsse am Mac zugleich USB-C-Anschlüsse – aber nicht jeder USB-C-Anschluss unterstützt Thunderbolt. Ältere Thunderbolt-Versionen verwendeten den inzwischen veralteten Mini-DisplayPort-Stecker.
Auch äußerlich gleiche USB-C-Anschlüsse können unterschiedliche Fähigkeiten haben. Das zeigt etwa das MacBook Neo: Einer seiner beiden Anschlüsse unterstützt USB 2 mit bis zu 480 Mbit/s. Der andere bietet USB 3 mit bis zu 10 Gbit/s und kann zusätzlich ein Display ansteuern. Beide Anschlüsse lassen sich zum Laden verwenden.
Beim MacBook Pro mit M4 Pro bietet Thunderbolt 5 deutlich mehr Tempo. Bei der Datenübertragung in eine Richtung sind bis zu 120 Gbit/s möglich. Geschwindigkeit ist jedoch nicht der einzige Unterschied: Auch Bildschirmunterstützung, Kompatibilität und Kosten können sich unterscheiden.
USB-C-Anschlüsse können je nach unterstützter USB-Version sehr unterschiedliche Datenraten erreichen: von 480 Mbit/s bei USB 2 bis zu 80 Gbit/s bei USB4 Version 2.0. Thunderbolt 4 erreicht bis zu 40 Gbit/s, Thunderbolt 5 bis zu 80 Gbit/s. Bei Übertragungen in eine Richtung sind mit Thunderbolt 5 bis zu 120 Gbit/s möglich.
USB4 Version 2.0 kann auf dem Papier mit Thunderbolt 5 mithalten. Hersteller können USB4 jedoch auch mit geringerer Geschwindigkeit umsetzen. Jeder Thunderbolt-5-Anschluss muss dagegen mindestens 80 Gbit/s unterstützen. Das wirkt sich bei großen Dateien aus: Eine 500-GB-Datei benötigt am USB-3-Anschluss des MacBook Neo ungefähr sieben Minuten. Mit Thunderbolt 5 am MacBook Pro mit M5 Max dauert die Übertragung weniger als eine Minute.
Die hohe Bandbreite ermöglicht Thunderbolt 5 außerdem, bis zu drei 4K-Bildschirme über einen einzelnen Anschluss zu unterstützen. Bei USB-Anschlüssen sind Funktionen wie bestimmte Geschwindigkeitsstufen, Bildausgabe über den DisplayPort-Alternativmodus und Stromversorgung nicht immer enthalten. Zwei USB-3-Anschlüsse können sich deshalb darin unterscheiden, ob sie Videosignale ausgeben.
Auch die Bezeichnungen der USB-Versionen können unübersichtlich sein: „USB 3“ steht je nach Umsetzung für Geschwindigkeiten zwischen 5 und 20 Gbit/s. Thunderbolt schreibt für jede Version eine verbindliche Liste unterstützter Funktionen vor. Dazu gehören bei neueren Versionen Datenübertragung, Bildschirme und Laden.
Thunderbolt nutzt den USB-C-Stecker. Ein gewöhnliches USB-C-Gerät funktioniert daher grundsätzlich an einem Thunderbolt-Anschluss und arbeitet mit der Geschwindigkeit des Geräts. Umgekehrt kann ein reines Thunderbolt-Gerät an einem Mac ohne Thunderbolt-Anschluss, etwa am MacBook Neo, möglicherweise nicht funktionieren. Neuere Zubehörgeräte können oft auf langsamere USB-Geschwindigkeiten zurückfallen.
Auch das Kabel spielt eine Rolle. Ein Thunderbolt-Kabel funktioniert mit einem gewöhnlichen USB-C-Anschluss. Ein USB-C-Kabel begrenzt ein Thunderbolt-Gerät hingegen auf die Geschwindigkeit, die das Kabel unterstützt.
Apple kennzeichnet die Anschlüsse an MacBooks nicht einzeln. Welche Standards Dein Mac unterstützt, findest Du auf Apples Seite mit den technischen Daten. Öffne dazu „Über diesen Mac“ im Apple-Menü, kopiere den Modellnamen und suche auf Apples Website danach. In den technischen Daten kannst Du nach „Thunderbolt“ oder „USB“ suchen. Wenn Du keine Thunderbolt-Funktionen benötigst, reicht ein gewöhnlicher USB-C-Anschluss für Laden und Dateiübertragungen aus.
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