Apple hat weltweit die Preise für zahlreiche Produkte angehoben und nennt die hohe Nachfrage nach Speicher durch AI-Rechenzentren als Hauptgrund. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass auch kommende, bislang verschonte Gerätekategorien unter Druck geraten könnten.
Apple reagiert auf weltweite RAM-Knappheit
Apple begründet die aktuellen Preiserhöhungen mit einer starken Verteuerung von Speicher- und Storage-Komponenten. In einer Erklärung verweist das Unternehmen auf „die rasche Expansion von AI-Datenzentren“, die zu einem „außergewöhnlichen Anstieg der Nachfrage nach Speicher und Storage“ geführt habe.
Diese Entwicklung sei kein isoliertes Apple-Problem, sondern Teil eines breiteren Trends: Speicher und Arbeitsspeicher werden in vielen Bereichen der IT-Industrie teurer, von Gaming-PCs bis hin zu allgemeinen Speicherlösungen. Laut Apple hat der Konzern Kund:innen bislang vor diesen Mehrkosten geschützt, sehe sich nun aber am Limit: Man habe „unsere Kunden bisher vor diesen Erhöhungen geschützt, aber wir haben nun einen Punkt erreicht, an dem wir beginnen müssen, die Preise für eine Reihe von Produkten anzuheben, einschließlich der heutigen Erhöhungen für iPad und Mac“.
Formulierungen wie „beginnen müssen, die Preise […] anzuheben“ lassen offen, ob und in welchem Umfang weitere Anpassungen folgen könnten. Aktuell noch ausgenommen sind iPhones, Apple Watch und AirPods.
Analyst:innen erwarten jahrelange Engpässe
Der Markt für Speicherchips steht laut Branchenbeobachter:innen unter massivem Druck. Tim Bajarin, Gründer von Creative Strategies und langjähriger Analyst, spricht von einer anhaltenden „RAM-Krise“. Auf die Frage, ob die jüngsten Schritte von Apple einen Wendepunkt markieren, antwortete er per E-Mail, Apple habe „keine Wahl“ gehabt.
In einer von ihm zitierten Analyse beschreibt Bajarin, dass wenige große Speicherfabriken bereits „maximal ausgelastet“ seien. Neue Kapazitäten befänden sich zwar im Aufbau, würden aber erst in einigen Jahren verfügbar sein. Gegenüber dem Autor des Quellartikels schätzt er, dass die aktuelle „memory squeeze“ mindestens zwei weitere Jahre anhalten werde.
Auch Hersteller aus der Speicherbranche selbst zeichnen ein ähnliches Bild. Micron-CEO Sanjay Mehrotra erklärte in einem jüngsten Earnings-Report, man rechne mit „angespannten Bedingungen über das Kalenderjahr 2027 hinaus“, getrieben durch AI-Nachfrage in allen Segmenten und strukturelle Angebotsengpässe.
Auswirkungen auf iPhones und günstige Geräte
Bislang treffen die konkreten Preiserhöhungen bei Apple vor allem iPads, Macs, HomePods, Apple TV 4K und Vision Pro. Die iPhone-Familie bleibt dagegen aktuell noch unverändert, ebenso Apple Watch und AirPods. Dennoch liegt die Frage nahe, wie lange Apple die Preise der Smartphones noch stabil halten kann, wenn Speicher ein immer größerer Kostenblock wird.
Bajarin weist darauf hin, dass die seit Jahrzehnten gewohnte Preis-Leistungs-Entwicklung – mehr Performance für gleiches oder weniger Geld – durch die teuren Komponenten unter Druck gerät. Besonders betroffen seien Geräte, die in günstigeren Preisregionen liegen sollen: Die Hardware lasse sich zwar technisch weiterentwickeln, aber die Herstellung eines wirklich „erschwinglichen“ Modells werde schwieriger, wenn ein zentrales Bauteil wie RAM sich stark verteuert.
Ein Beispiel ist der Hersteller Nothing, der laut Quellartikel sein günstiges Modell im Zuge der RAM-Krise gestrichen hat. Das Problem ist nicht auf Apple beschränkt: Android-Smartphones, insbesondere günstigere Geräte weltweit, greifen auf denselben begrenzten Pool an Speicherkapazitäten zu.
Während Käufer:innen teurerer Modelle wie iPhone Pro, iPhone Pro Max oder iPhone Air Preiserhöhungen möglicherweise eher verkraften, könnten besonders Basisvarianten – etwa ein erwartetes iPhone 18 in der Einstiegsklasse – durch deutliche Aufschläge für viele außer Reichweite geraten. Die Kombination aus anhaltender AI-Nachfrage und begrenzten Produktionskapazitäten bei Speicherchips könnte den Markt damit noch mehrere Jahre belasten.
Konkrete Preissteigerungen bei iPad, Mac, HomePod & Co.
Die aktuellen Anpassungen fallen im Detail unterschiedlich aus und betreffen sowohl den US- als auch den britischen Markt. Bei den iPads steigt etwa das Einstiegsmodell in den USA von 349 auf 449 US-Dollar, in Großbritannien von 329 auf 429 Pfund. Je nach Modellvariante liegen die Erhöhungen zwischen 15 und 29 Prozent.
Auch bei den Macs werden nahezu alle Geräte teurer: Ein MacBook Air 13 legt in den USA von 1.099 auf 1.299 US-Dollar zu, ein MacBook Pro M5 Max steigt von 3.599 auf 4.099 US-Dollar. Der Mac mini erhöht sich in den USA von 599 auf 799 US-Dollar, in Großbritannien von 699 auf 799 Pfund. Besonders deutlich fällt der Sprung beim Mac Studio mit M3 Ultra in beiden Währungen aus.
Im Bereich Audio und Living steigen der HomePod mini (unter anderem von 99 auf 129 US-Dollar bzw. Pfund) und der HomePod selbst, ebenso Apple TV 4K und Vision Pro, die jeweils teils deutlich höhere Preise ausweisen.
Insgesamt zeigen diese Anpassungen, wie stark die Liefer- und Preissituation bei Speicherkomponenten inzwischen auf Endkund:innen durchschlägt – und dass weitere Auswirkungen auf bisher verschonte Produktkategorien nicht ausgeschlossen sind.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine automatisch erstellte Zusammenfassung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eine redaktionelle Prüfung fand nicht statt.
Via: techradar.com
