News

Russland sperrt offenbar Snapchat und FaceTime

Russland blockiert laut Medienberichten den Zugang zu Snapchat und FaceTime. Die Maßnahme reiht sich in eine umfassendere Einschränkung internationaler Kommunikationsdienste seit dem Angriff auf die Ukraine ein.

Roskomnadsor begründet Sperre mit Terrorismus und Betrug

Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor hat nach Angaben von Bloomberg über die russische Nachrichtenagentur Interfax den Zugang zu Snapchat und FaceTime im Land gesperrt. Zur Begründung heißt es demnach, die Plattformen seien genutzt worden, um „terroristische Akte zu organisieren und durchzuführen“ sowie um Betrug zu begehen. Unklar ist, ob sich die Dienste mit einem VPN weiterhin nutzen lassen. Informationen dazu liegen derzeit nicht vor.

Die Sperren fügen sich in eine Serie von Maßnahmen ein, mit denen Russland seit 2022 internationale Kommunikations- und soziale Plattformen einschränkt. Nach dem Einmarsch in die Ukraine wurden Facebook und X im März 2022 blockiert, kurz darauf folgte Instagram. Im Jahr 2024 kam der verschlüsselte Messengerdienst Signal hinzu. Im Juli 2025 drohte Russland zudem, den Zugriff auf WhatsApp zu sperren.

Das Technikportal Engadget hat nach eigenen Angaben sowohl Apple als auch Snap um eine Stellungnahme zu den Sperren in Russland gebeten. Antworten lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des ursprünglichen Berichts noch nicht vor. Engadget kündigt an, den Beitrag zu aktualisieren, sobald eine Reaktion der Unternehmen eingeht.

Kontrolle über Kommunikation und Förderung heimischer Dienste

Die Blockade oder Einschränkung internationaler Plattformen ist ein Instrument, um stärker zu kontrollieren, wo und wie Kommunikation in Russland stattfindet. Gleichzeitig sollen so bestimmte Inhalte unterdrückt werden. Roskomnadsor hatte etwa das Online-Spiel Roblox mit der Begründung gesperrt, es verbreite „LGBT-Propaganda“.

Beobachter:innen sehen in den Sperren zudem einen Versuch, Nutzer:innen verstärkt zu einem von Russland betriebenen „Super-App“-Ökosystem zu lenken. Im Fokus steht dabei die staatlich gesteuerte Anwendung „MAX“. Diese bietet verschiedene digitale Dienste wie Kommunikation, Bankgeschäfte und Dokumentenspeicherung in einer App an. Nach einem Bericht der New York Times ist „MAX“ Teil einer langfristigen Strategie, die eigene Tech-Industrie zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern.

Die stärkere Nutzung einer zentralen staatlichen App könnte es den Behörden außerdem erleichtern, Aktivitäten der Bürger:innen zu überwachen. Die New York Times verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass eine solche Bündelung von Diensten dem russischen Staat potenziell einen einfacheren Zugriff auf Kommunikations- und Nutzungsdaten ermöglicht.

Langfristige Folgen für Nutzer:innen in Russland

Für Menschen in Russland bedeutet die Sperre von Snapchat und FaceTime eine weitere Einschränkung beim Zugriff auf internationale Kommunikationswege. Viele weit verbreitete Plattformen aus dem Ausland sind inzwischen nur eingeschränkt oder gar nicht mehr verfügbar. Wie sich dies langfristig auf das Kommunikationsverhalten im Land auswirkt und ob russische Alternativen wie „MAX“ die Lücken vollständig schließen werden, bleibt vorerst offen.

Via: https://www.engadget.com
Titelbild: KI (Zur Illustration)

Den Beitrag in unserem Forum kommentieren

Michael Reimann

Neueste Artikel

Apple Angebote des Tages – 03.11.2026

Die 10 stärksten Apple-Angebote am 03.11.2026 im Überblick — darunter 4 neue Bestpreise.

3. November 2026

US Supreme Court setzt Termin für Apple-Berufung im Epic-Verfahren an

Der Supreme Court der USA verhandelt Apples Berufung im Rechtsstreit mit Epic Games am 11. Januar 2027. Im Mittelpunkt steht…

3. November 2026

iPadOS 27.2 erleichtert das Einrichten von Split View

Mit iPadOS 27.2 hat Apple eine Änderung für das Multitasking auf dem iPad eingeführt. Wer zwei Apps nebeneinander nutzen möchte,…

3. November 2026

Zwei Mac Studio mit 256 GB kosten weniger als ein Modell mit 512 GB

Apple verlangt für den Sprung von 256 auf 512 GB Arbeitsspeicher im Mac Studio M5 Ultra weitere 11.500 US-Dollar. Zwei…

3. November 2026

Apple zählt weltweit mehr als 2,5 Milliarden aktive Geräte

Apple hat die Marke von 2,5 Milliarden aktiven Geräten weltweit erneut bestätigt. Die große installierte Basis schafft auch ein breites…

3. November 2026

Apple meldet Ergebnisse für das vierte Quartal

Apple hat die Ergebnisse für das vierte Quartal veröffentlicht. Die Mitteilung verweist auf einen Abschlussbericht als PDF sowie auf mögliche…

3. November 2026

Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Mehr lesen