Apple ist bekannt für Geheimhaltung bei neuen Produkten. Dennoch tauchen immer wieder Videos russischer YouTuber auf, die Apples unveröffentlichte Geräte schon Wochen vor dem Marktstart zeigen.
Ungewöhnliche Leaks bei Apple-Geräten
Bei Android-Geräten ist es häufig, dass sie schon vor dem offiziellen Marktstart auf YouTube ausgepackt werden. Bei Apple passiert das hingegen fast nie. Im Oktober 2024 war das anders: Ein russischer YouTuber präsentierte das M4 MacBook Pro in einem Unboxing-Video, lange bevor es offiziell vorgestellt wurde. Kürzlich wiederholte sich diese Geschichte mit dem M5 iPad Pro. Wieder zeigte ein russischer YouTuber das neue Gerät schon Wochen vor dem geplanten Verkaufsstart. In diesem Fall verbreitete der bekannte YouTuber Wylsacom mit mehr als 10 Millionen Abonnent:innen das Video. Seine große Reichweite verschafft ihm Glaubwürdigkeit und möglicherweise Zugang zu inoffiziellen Vertriebskanälen, wie etwa dem Graumarkt oder Kontakten in Fabriken.
Apple verkauft nicht offiziell in Russland
Erschwerend kommt hinzu: Apple vertreibt seine Produkte schon seit längerer Zeit nicht mehr über offizielle Kanäle in Russland. Umso ungewöhnlicher wirkt es, dass gerade russische YouTuber die Möglichkeit haben, brandneue Apple-Geräte zu zeigen. Auch andere russische Technikkanäle wie Romancev768 griffen den Trend im Oktober 2024 auf, als Romancev768 ein Unboxing des neuen M5 iPad Pro veröffentlichte. Dass sowohl das M4 MacBook Pro als auch das M5 iPad Pro vorab in Russland ausgepackt wurden, wirft viele Fragen zur Sicherheit der Apple-Lieferkette auf.
Die Spur führt nach Vietnam – Graumarkt statt offizieller Wege
Ein gemeinsamer Nenner der vorab geleakten Apple-Produkte ist ihr Herstellungsort: Sie stammen aus Vietnam. Vermutlich nutzen Insider bei Herstellern wie Luxshare oder Foxconn ihre Position, um Vorserien-Exemplare vom Fließband abzuzweigen. Zwischen Produktionsstart und offizieller Enthüllung vergehen meist einige Wochen. In dieser Zeit gelangen einzelne Geräte vermutlich über inoffizielle Kanäle nach Russland – gegen eine entsprechende Bezahlung. Besonders in den USA oder Westeuropa würden Tech-Influencer:innen solche Angebote meiden, da hier mit raschen rechtlichen Konsequenzen durch Apple zu rechnen wäre.
Dass es bislang keine Unboxing-Videos von Geräten wie dem iPhone 17 oder dem iPhone Air vor deren Marktstart gab, ist auf einen anderen Umstand zurückzuführen. Diese Geräte stellt Apple in China und Indien her, wo das Unternehmen offenbar die Kontrolle über die Produktion noch strenger durchsetzt. Dadurch sind dort keine vergleichbaren Lecks bekannt geworden.
