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Rolling Stones sprechen mit Apple Music über neues Album „Foreign Tongues“

Rolling Stones Foreign Tongues

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Apple Music hat eine ausführliche Video-Unterhaltung mit Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood veröffentlicht. Darin sprechen die Rolling Stones über ihr neues Album „Foreign Tongues“, ihre Zusammenarbeit mit Paul McCartney und den Blick in die Zukunft.

Kreativer Prozess zwischen Spontaneität und Familiengefühl

Zane Lowe trifft die Band im Rahmen der Sendung von Apple Music, um den Entstehungsprozess von „Foreign Tongues“ zu beleuchten. Ronnie Wood beschreibt die Arbeit an den Songs als stark von Interaktion und Spontaneität geprägt. Mick Jagger bringe eine Idee mit, im Nebenraum werde die Grundstruktur durchgespielt, danach hätten alle Freiheit, solange sie immer wieder zu diesem Kern zurückkehren.

Keith Richards ergänzt, dass es beim Aufnehmen nur darum gehe, im Einklang mit Raum und Song zu sein und nicht gegeneinander zu arbeiten. Er lobt die neue Rhythmusfraktion mit Steve Jordan und Darryl Jones und ist überzeugt, dass Charlie Watts diese Entwicklung mit Wohlwollen sehen würde. Generell betont Richards, dass es sich gut anfühle, die neue Generation der Stones erstmals geschlossen auf einem Album festzuhalten und dass sich die Zusammenarbeit wie Arbeit mit Familie anfühle.

Die Band schildert außerdem, wie schwierig es sei, alle Mitglieder überhaupt im selben Land und schließlich im Studio zu versammeln. Sobald das aber gelungen sei, ergäbe sich die Energie fast von selbst, mit Jagger als treibender Kraft, die eng mit Schlagzeug, Gitarre, Bass, Piano und Keyboards interagiere.

Von „Hackney Diamonds“ zu „Foreign Tongues“ und prominenten Gästen

Keith Richards erklärt, wie wichtig Produzent Andrew Watt für die jüngste Phase der Band sei. Watt kenne so viel Stones-Geschichte, dass Richards selbst einiges davon vergessen habe. Aus der intensiven Arbeit an „Hackney Diamonds“ sei letztlich die Idee entstanden, „Foreign Tongues“ praktisch als getrennte zweite Hälfte eines Doppelalbums nachzureichen – mit etwas zeitlichem Abstand, statt wie zuvor 18 Jahre bis zum nächsten Studioalbum zu warten. Richards ist überzeugt, dass Watt bereits Ideen für ein drittes Album habe.

Ein zentrales Thema ist auch die erneute Zusammenarbeit mit Paul McCartney, der inzwischen zum zweiten Mal auf einem Stones-Album mitspielt. Richards hat den Eindruck, dass McCartney das Spielen in einer Band sehr vermisse und große Freude daran habe, wieder in diesem Kontext zu arbeiten. Er erinnert daran, dass John Lennon und Paul McCartney bereits in den Sechzigern Background-Gesang für Stones-Songs wie „We Love You“ und „Dandelion“ beigesteuert hätten.

Mick Jagger beschreibt McCartneys Bass-Spiel auf dem neuen Song „Covered in You“ als funky und erstaunlich wandlungsfähig. Er habe McCartney auf dieser Aufnahme nicht an seinem typischen Stil erkannt und sei überrascht gewesen, wie selbstverständlich dieser auch sehr einfache, punkige Basslinien umgesetzt habe.

Politische Themen, KI-Video und Zukunft der Band

Inhaltlich greift „Foreign Tongues“ erneut gesellschaftliche und politische Themen auf. Jagger erklärt, wie schwierig es sei, soziale Fragen in Songs zu behandeln, weil viele Themen schnell wieder aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden könnten. Er verarbeite solche Aspekte eher subtil und mische soziale Kommentare in scheinbar persönliche Stücke. Besonders „Ringing Hollow“ und „Divine Intervention“ beschreibt er als dystopische Songs.

„Ringing Hollow“ sei eine Art Liebeslied an Amerika, das zunächst wie ein Song über vergangene Beziehungen wirke, dann aber die USA und das Freiheitsideal thematisiere. Die Freiheitsstatue und das Konzept von Freiheit würden als weibliche Metaphern eingesetzt. Jagger betont, dass das Lied sowohl Bewunderung für das Land als auch Kritik an aktuellen Problemen ausdrücke. Richards bezeichnet „Ringing Hollow“ als zärtlichen Song über Amerika und die Frage, „was schiefgelaufen ist“.

Ein weiteres Thema ist das Musikvideo zu „In The Stars“, in dem Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt. Richards findet das Ergebnis visuell beeindruckend, betont aber, dass er zu wenig über KI wisse, um es umfassend zu beurteilen. Wie bei sozialen Medien sehe er sowohl Nutzen als auch mögliche negative Seiten und spricht von einem laufenden Experiment.

Auf die Frage nach einer möglichen „Foreign Tongues“-Tour reagieren alle drei offen. Ronnie Wood würde nach eigener Aussage sofort wieder auf die Bühne gehen, Mick Jagger teilt diese Lust aufs Touren, und Keith Richards verweist darauf, dass das kommende Jahr terminlich noch offen sei. Rückblickend auf mehr als sechs Jahrzehnte Bandgeschichte führen die Stones ihr langes Bestehen darauf zurück, dass sie getrennte Leben führen und sich immer wieder mit frischer Energie im Studio treffen. Die Verbindung zwischen Jagger und Richards beschreibt dieser als eine Art Ehe, deren genaues Funktionieren er selbst nicht ganz erklären könne.

Zur Zukunft sagt Jagger, man könne bei jeder Produktion denken, es könne die letzte sein. Schon „Hackney Diamonds“ habe sich so angefühlt, „Foreign Tongues“ sei ursprünglich gar nicht geplant gewesen. Wood sieht die Band durch beide Alben neu belebt, mit jugendlicher Energie. Richards stellt klar, dass er jederzeit bereit für ein weiteres Stones-Album wäre, Songs habe er – genau wie Jagger – ohnehin immer in Arbeit.

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Via: Apple-Music
Titelbild: Apple Music / The Zane Lowe Show.

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Tags: Andrew Watt, In The Stars, Ringing Hollow, Apple Music, Hackney Diamonds, Paul McCartney, Zane Lowe, Rolling Stones, Foreign Tongues, Mick Jagger, Keith Richards, Ronnie Wood

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