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Reid Hoffman fordert Tech-Führungskräfte auf, sich nicht länger vor Trump zu beugen

Der milliardenschwere Unternehmer Reid Hoffman ruft die Spitzen der Tech-Branche im Silicon Valley dazu auf, sich klarer von Präsident Donald Trump zu distanzieren. Anlass sind die Tötungen zweier US-Bürger durch Grenzschutzbeamte.

Hoffmans Appell an das Silicon Valley

In Beiträgen auf X und in einem Gastkommentar für den San Francisco Standard fordert Hoffman, dass Tech-Führungskräfte nicht nur die Taten der Grenzschützer verurteilen, sondern auch ihre bisherige Zurückhaltung gegenüber Trump aufgeben. Wörtlich schreibt er: „Wir im Silicon Valley dürfen nicht vor Trump niederknien. Wir dürfen uns nicht wegducken und hoffen, dass die Krise vorüberzieht.“ Hoffnung ohne Handeln sei keine Strategie, sondern eine Einladung an Trump, „alles zu überrollen, was er sieht, einschließlich unserer eigenen Geschäfts- und Sicherheitsinteressen“.

Hoffman, der Trump seit Langem kritisch gegenübersteht, positioniert sich damit deutlicher als viele andere prominente Persönlichkeiten der Branche. Er kritisiert vor allem, dass zahlreiche Tech-Manager:innen zwar Besorgnis äußern, diese aber bewusst von einer direkten Kritik am Präsidenten trennen.

Verhalten anderer Tech-Größen

Neben Hoffman hat sich insbesondere der milliardenschwere Wagniskapitalgeber Vinod Khosla deutlich geäußert. Er bezeichnete das Weiße Haus und dessen Umfeld als „gewissenlose Regierung“. Auch andere Spitzenmanager:innen meldeten sich zu Wort, darunter der Vorstandschef von OpenAI, Sam Altman, Apple-Chef Tim Cook und Dario Amodei, Vorstandschef von Anthropic. Einige der Stellungnahmen wurden über durchgesickerte interne Memos bekannt.

Viele dieser Führungskräfte konzentrierten sich jedoch in ihren Aussagen auf die konkreten Vorfälle an der Grenze und vermieden es, Trump direkt zu kritisieren. Genau diese Trennung will Hoffman aufbrechen. Er betont, dass Tech-Führungskräfte Macht hätten und diese nicht zu nutzen, sei weder gut fürs Geschäft noch echte Neutralität, sondern eine bewusste Entscheidung.

Zugleich verweist der Fall auf die Abhängigkeit vieler großer Tech-Konzerne von der US-Regierung. Sie sind auf politische Entscheidungen zu Themen wie Regulierung von Künstlicher Intelligenz, Zölle auf ihre Produkte und umfangreiche Technologieaufträge angewiesen. OpenAI geriet im November in die Kritik, nachdem der Finanzchef des Unternehmens äußerte, man wünsche sich eine Absicherung von Krediten durch den Staat, was später wieder relativiert wurde.

Druck aus der Belegschaft und gemischte Reaktionen

Hoffmans Position spiegelt auch die Haltung einer wachsenden Zahl von Beschäftigten in der Tech-Branche wider. Diese haben eine Petition unterschrieben, in der sie ihre Vorstandschefs auffordern, das Weiße Haus zu kontaktieren und zu verlangen, dass die Einwanderungsbehörde ICE US-Städte verlässt. Außerdem sollen alle Unternehmensverträge mit ICE beendet und öffentlich Stellung gegen die Gewalt der Behörde bezogen werden.

Gleichzeitig gibt es weiterhin einflussreiche Unterstützer:innen von Trump im Technologiebereich, darunter Elon Musk und Keith Rabois von Khosla Ventures. Viele andere Führungskräfte verfolgen jedoch einen Mittelweg und äußern sich vorsichtig. Tim Cook erklärte in einem internen Memo, er sei „zutiefst betroffen“ und rief zur Deeskalation auf. Kurz nach der Erschießung von Alex Pretti durch ICE, einem der getöteten US-Bürger, nahm er jedoch an einer exklusiven Vorführung einer Dokumentation über First Lady Melania Trump teil. Vor diesem Hintergrund fordert Hoffman die Branche nun zu einem klareren Kurs auf.

Via: https://techcrunch.com
Titelbild: Apfeltalk / Michael Reimann

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Michael Reimann

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