Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) startet die Kampagne „Verschlüsselt es endlich“ und nimmt dabei Apple, Google, Meta und andere Konzerne ins Visier. Ziel ist es, mehr oder ausgeweitete Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf zentralen Plattformen durchzusetzen.
Apple setzt bereits heute in iCloud standardmäßig auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für mehr als ein Dutzend Datenkategorien. Für Nutzer:innen mit höheren Sicherheitsanforderungen gibt es zusätzlich die optionale Funktion „Erweiterter Datenschutz“, die die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unter anderem auf iCloud-Backup, Notizen, Fotos und Sprachmemos ausweitet. Aus Sicht der EFF reicht das jedoch noch nicht aus.
Die Organisation verweist darauf, dass insbesondere die Kommunikation stärker geschützt werden soll. iMessage unterstützt seit 2011 standardmäßig Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und gilt damit als vergleichsweise gut abgesichert. Dennoch sieht die EFF bei Apple und anderen Anbietern weiteren Handlungsbedarf, insbesondere bei anderen Nachrichtendiensten und Diensten rund um die Datenspeicherung.
Ein zentrales Anliegen der EFF ist die Einführung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Nachrichten über den Standard Rich Communication Services (RCS). Apple und Google hatten zugesagt, RCS-Kommunikation künftig entsprechend zu sichern. Apple kündigte im vergangenen Jahr an, in der Nachrichten-App Unterstützung für Ende-zu-Ende-verschlüsselte RCS-Mitteilungen in zukünftigen Versionen von iOS, iPadOS, macOS und watchOS zu integrieren, nannte dafür aber keinen konkreten Zeitplan.
Mit der Beta-Version von iOS 26.3 bereitet Apple nun offenbar die technischen Grundlagen dafür vor, dass Mobilfunkanbieter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten unterstützen können. Die EFF sieht darin einen wichtigen, aber noch nicht ausreichenden Schritt und drängt auf eine vollständige Umsetzung der zugesagten Verschlüsselung in der Praxis.
Neben klassischer Verschlüsselung fordert die EFF von Apple und Google auch mehr Kontrolle für Nutzer:innen über Künstliche Intelligenz. Konkret sollen beide Konzerne Berechtigungen für KI-Funktionen pro App anbieten, sodass sich „Apple Intelligence“ beziehungsweise „Google Gemini“ in einzelnen Anwendungen gezielt deaktivieren lassen.
Die Organisation betont außerdem, wie wichtig eine transparente Kommunikation rund um neue Verschlüsselungsfunktionen ist. Technologiekonzerne sollen Blogbeiträge veröffentlichen, in denen die wichtigsten Neuerungen verständlich zusammengefasst werden. Ergänzend solle es technische Fachtexte und ausführliche Nutzerdokumentation geben, die Details der Implementierung erläutern, sowie eine Ausrichtung an bewährten Praktiken zur Datensparsamkeit.
Um den Druck auf Apple zu erhöhen, ruft die EFF Nutzer:innen dazu auf, das offizielle Feedback-Formular von Apple zu verwenden. Dort sollen sie deutlich machen, dass ihnen weitergehende Unterstützung für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wichtig ist.
Via: https://www.macrumors.com
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