Phil Schiller gibt seine Rolle als verantwortliche Führungskraft für den App Store ab. Laut einem Bericht spielen dabei persönliche Gründe und strategische Differenzen eine Rolle.
Schiller bleibt Apple verbunden, zieht sich aber aus App‑Store-Rolle zurück
Der langjährige Apple-Manager Phil Schiller tritt als Leiter des App Stores zurück, bleibt dem Unternehmen jedoch als Apple Fellow erhalten. In dieser neuen Funktion soll er an nicht näher beschriebenen Projekten arbeiten. Wie der Journalist Mark Gurman von Bloomberg berichtet, wollte Schiller mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und sich stärker philanthropischen Aktivitäten widmen.
Diese persönlichen Motive seien ein wesentlicher Teil seiner Entscheidung gewesen. Schiller gehört seit vielen Jahren zur Führungsriege von Apple und war eine zentrale Figur beim Aufbau und der Weiterentwicklung des App Stores. Mit dem Übergang in die Rolle als Apple Fellow zieht er sich nun aus dem täglichen App‑Store-Geschäft zurück, ohne Apple vollständig zu verlassen.
Neuer Kurs bei App‑Store-Umsätzen unter Ternus und Cue
Neben den privaten Gründen spielte laut Gurman ein weiterer Aspekt eine wichtige Rolle. Der neue Apple-Chef John Ternus und der für Dienste zuständige Manager Eddy Cue wollen demnach die Gewinnmargen des App Stores erhöhen. Außerdem streben sie an, mehr wiederkehrende Umsätze über den App Store zu erzielen.
Die Art und Weise, wie Apple den App Store führt, steht seit Jahren in der Kritik von Entwickler:innen. Vor allem der Anteil, den Apple an App‑Store-Umsätzen einbehält, ist ein Dauerstreitpunkt. Mehrfach war der App Store bereits Gegenstand bedeutender Gerichtsverfahren. Diese Konflikte prägen die Diskussion rund um Apples Dienste-Geschäft und dessen künftige Ausrichtung.
Vor diesem Hintergrund stellt der Fokus auf höhere Margen und stärker planbare, wiederkehrende Erlöse eine strategische Weichenstellung dar. Ternus und Cue wollen damit offenbar das Dienste-Segment weiter ausbauen und die Erträge aus dem App Store optimieren.
Schiller wollte verschärfte Konflikte vermeiden
Nach Gurmans Darstellung kam es intern nicht zu einem offenen Machtkampf über die geplante App‑Store-Strategie. Es habe keinen großen Streit zwischen Schiller, Ternus und Cue gegeben. Stattdessen geht es um unterschiedliche Einschätzungen der möglichen Folgen.
Schiller soll überzeugt gewesen sein, dass der Versuch, noch mehr Gewinn aus dem App‑Store-Geschäft zu ziehen, die Spannungen mit Regierungen und Entwickler:innen weiter verschärfen würde. Aus seiner Sicht drohten zusätzliche Konflikte, wenn Apple die Ertragsseite des App Stores stärker in den Vordergrund rückt.
Um sich nicht in diese Auseinandersetzungen hineinziehen zu lassen, habe Schiller sich daher entschieden, seine operative Rolle abzugeben. Mit seinem Rückzug von der Spitze des App Stores entzieht er sich künftigen Konflikten rund um Regulierung, Gebührenstruktur und die generelle Ausrichtung des App‑Store-Geschäfts, bleibt Apple aber weiterhin beratend verbunden.
