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Phil Schiller gibt App Store und Events an Eddy Cue ab

Phil Schiller zieht sich aus der operativen Verantwortung für den App Store und Apples Produktpräsentationen zurück. Die Aufgaben wandern in Eddy Cues Services-Sparte, während Schiller Apple Fellow bleibt.

Schiller tritt zurück, Rolle als Apple Fellow bleibt

Phil Schiller, einer der dienstältesten Apple-Manager, gibt die Leitung des App Store und der Produkt-Events ab. Laut einem Bericht von Bloomberg bleibt er zwar Apple Fellow, verliert aber die damit verbundenen operativen Aufgaben. Der 66-Jährige soll weiterhin an nicht näher genannten Initiativen arbeiten, Apple kommentierte die Neuausrichtung jedoch nicht.

Der Zeitpunkt der Veränderung fällt mit einem größeren Führungswechsel zusammen. Am Dienstag übernimmt John Ternus den Posten des Vorstandsvorsitzenden, während Tim Cook nach fünfzehn Jahren an der Spitze in die Rolle des geschäftsführenden Vorsitzenden wechselt. Schillers Rückzug erfolgt zudem dreizehn Tage, nachdem Apple seine europäische Kerntechnologie-Gebühr abgeschafft und durch eine pauschale Provision von 5 Prozent ersetzt hat.

App Store kehrt zu Eddy Cues Services-Sparte zurück

Der App Store wird organisatorisch wieder dort angesiedelt, wo er begonnen hat: in der Services-Sparte von Eddy Cue, die den Store bereits bis 2015 verantwortet hatte. Künftig wird Carson Oliver das Tagesgeschäft des App Store leiten und direkt an Cue berichten.

Besonders relevant für Europa ist eine Änderung in der Berichtsstruktur. Ann Thai, die für Vertriebstools und Marktplätze von Drittanbietern zuständig ist, berichtet nun an Oliver statt an Schiller. Diese Funktion entstand nicht aus einem Produktkonzept, sondern aufgrund der europäischen Gesetzgebung. Alternative Marktplätze auf dem iPhone sind eine Vorgabe des Gesetzes über digitale Märkte und keine eigenständige Produktentscheidung von Apple.

Schillers Funktion rund um den App Store hatte sich zuletzt stark auf regulatorische Fragen verlagert. Die Europäische Kommission verhängte im April 2025 ein Bußgeld von 500 Millionen Euro gegen Apple, weil Entwickler:innen nicht über günstigere Angebote außerhalb des App Store informieren durften. Apple legte Berufung ein und verhandelte weiter über seine Vertriebsbedingungen und die frühere Kerntechnologie-Gebühr von 0,50 Euro pro Installation ab einer Million Installationen.

Regulierung, Gerichtsurteile und ein leiser Abschied

Die Einigung mit der EU kam weniger als zwei Wochen vor Schillers Rückzug. Am 18. August ersetzte Apple die Kerntechnologie-Gebühr durch eine pauschale Provision von 5 Prozent und lockerte gleichzeitig die Regeln für konkurrierende App Stores.

Auch vor Gericht bekam Apple wenig Unterstützung für seine Position. Das Unternehmen hatte argumentiert, dass die App Stores auf iPhone, iPad, Mac und Apple TV getrennte Dienste seien. Das Gericht der Europäischen Union lehnte dies im Juli ab. Die Richter:innen stellten fest, dass alle Stores dieselbe Aufgabe erfüllen, nämlich Entwickler:innen mit Nutzer:innen zu verbinden, und bestätigten damit die entsprechenden Verpflichtungen.

In den USA gibt es zudem ein aufschlussreiches Detail aus einem Urteil vom April 2025. Eine US-Richterin stellte fest, dass Schiller sich intern dafür ausgesprochen hatte, einer Anordnung gegen sogenannte Lenkungsverbote nachzukommen, während Tim Cook ihn überstimmte. In der Entscheidung heißt es dazu knapp: „Cook wählte schlecht.“ Ausgerechnet der Manager, der für die Einhaltung der Vorgaben plädierte, gibt nun seine Compliance-Rolle ab – in dem Monat, in dem sich der Konflikt spürbar beruhigt hat.

Via: https://thenextweb.com

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Michael Reimann

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