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Olivia Rodrigo spricht bei Apple Music offen über ihr neues Album

Olivia Rodrigo Apple Music

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Olivia Rodrigo war bei Zane Lowe im Studio zu Gast, um ihr drittes Studioalbum „you seem pretty sad for a girl so in love“ zu feiern. Im Gespräch gibt sie Einblicke in ihren Schreibprozess, ihre musikalischen Einflüsse und den Umgang mit früher Berühmtheit.

Kindheit, Einsamkeit und die Liebe zur Musik

Rodrigo erzählt, wie prägende Hörerlebnisse in ihrer Jugend ihre Musik bis heute beeinflussen. Als sie mit 13 Jahren „Tapestry“ von Carole King entdeckte, habe sich ihre Welt schlagartig verändert. Ihre Eltern seien zwar nicht besonders künstlerisch, hätten aber eine große Leidenschaft für Musik, die sie an ihre Tochter weitergegeben hätten. Noch heute gehe sie mit ihnen auf Konzerte, zuletzt habe sie mit ihrem Vater bei einem Auftritt von The Cure zu „Pictures of You“ geweint.

Mit 23 blickt Rodrigo auf eine eher einsame Kindheit zurück. Sie sei Einzelkind, zu Hause unterrichtet worden und als Kinderschauspielerin aufgewachsen, was sehr isolierend gewesen sei. In diesen stillen Momenten sei Musik ihr Zufluchtsort geworden. Dieses Gefühl, unverstanden zu sein und Trost in Songs zu finden, teile sie nach eigener Einschätzung mit vielen anderen Jugendlichen.

Songwriting, Langzeit-Kollaboration und das neue Album

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist ihre enge Zusammenarbeit mit Produzent Dan Nigro. Sie schätze an ihm, dass sie seinem Geschmack vollkommen vertraue und er sie seit vielen Lebensphasen kenne. Aus dieser Mischung aus Vertrauen und Zuneigung sei eine besondere Chemie entstanden, die sie mit jemand Neuem kaum reproduzieren könne.

Musikalisch markiere der Song „maggots for brains“ für sie einen wichtigen Wendepunkt. Sie habe bewusst keinen Powerchord-Rock-Sound verfolgt, den viele erwartet hätten, sondern sich eher an New-Wave-Bands orientiert, die zwar rockig, aber nicht punkig klingen. Diese klangliche Entdeckung habe sich für sie sehr intensiv angefühlt.

„honeybee“ zählt nach ihren Worten zu den ältesten Stücken des Albums. Darin habe sie versucht, eine Liebesbeziehung reifer und nuancierter zu beschreiben als in früheren, bewusst jugendlichen Liebesliedern. Besonders wichtig ist ihr die Zerbrechlichkeit des Songs, etwa in der Zeile über das Gesicht, das man ein Leben lang kennen könnte und doch nie verlieren will. Die Angst, nun etwas zu haben, das man verlieren könne, ziehe sich für sie durch das Stück.

Als Zeile, die das ganze Album zusammenfasst, nennt sie „here’s to hoping“. Rückblickend erkenne sie, wie sehr sich die Platte mit Hoffnung beschäftigt: vom idealisierten Beginn einer Liebe über die Erwartung, sie könne innere Wunden heilen, bis hin zur Enttäuschung, wenn diese Hoffnungen sich nicht erfüllen.

Der Song „the cure“ sei aus einem Gespräch mit einer Freundin entstanden und bilde den Kern des Albums. Rodrigo beschreibt den Konflikt, in einer „glücklich“ wirkenden Beziehung zu sein und sich dennoch depressiv zu fühlen. Erst mit mehr Lebenserfahrung habe sie die nötige Tiefe für diesen Song gefunden. Im Vergleich zu „SOUR“ und „GUTS“ bewege sie sich nun stärker in Grauzonen, statt Liebe nur als Schwarz-Weiß-Gefühl zu sehen.

Fame, einzelne Songs und Live-Erfahrungen

Über ihre frühe Bekanntheit sagt Rodrigo, es habe sich wie „Feuertaufe“ angefühlt. Mit 18 plötzlich weltberühmt zu werden, sei extrem gewesen, doch sie sei von vielen unterstützenden Menschen umgeben gewesen. Ihr Debüt „SOUR“ betrachte sie heute als wertvolle Zeitkapsel ihres ersten großen Liebeskummers. Der Erfolg gebe ihr heute die Freiheit, nur noch Projekte anzunehmen, die sie wirklich machen wolle.

Zu einzelnen Songs liefert Rodrigo konkrete Einblicke. „begged“ habe sie in einem Rutsch nachts um vier Uhr in einem Londoner Hotel geschrieben, während ihre beste Freundin schlief. Eine ähnliche Entstehungsgeschichte habe „stupid song“, das ebenfalls in einer Jetlag-Phase entstand. In New York sei sie frühmorgens erstmals ohne Angst durch die Stadt spaziert und habe diese Freiheit direkt in Musik umgesetzt.

„cigarette smoke“ entstand einer ihrer Aussagen nach kurz vor Abgabeschluss für das Vinyl-Master. Als Dan Nigro die ersten Akkorde spielte, habe sie körperlich reagiert und auf einem bereits bestehenden Gedicht in ihrem Handy aufgebaut. Die Studioatmosphäre beschreibt sie als besonders elektrisierend; der Song schließt das Album bewusst dunkel ab, im Kontrast zum sehr fröhlichen ersten Track.

Beim Thema „Yacht-Rock“ räumt Rodrigo ein, dass eine entsprechende Textzeile auf der Platte nicht ihrer echten Vorliebe entspreche. Produzent Nigro habe bewusst etwas „Cringes“ vorgeschlagen, das nicht zu ihrem Musikgeschmack passe. Gleichzeitig zeigt sie sich offen, sich mit einer Playlist von Zane Lowe neu an das Genre heranzutasten.

Zum Schluss spricht sie über ihren Auftritt als Headlinerin beim Glastonbury-Festival. Kurz vor Showbeginn sei das Feld noch kaum gefüllt gewesen, was ihr Umfeld nervös gemacht habe, weil viele Besucher:innen von anderen Bühnen herüberströmten. Am Ende sei es eine ihrer schönsten beruflichen Erfahrungen gewesen, nicht zuletzt, weil sie den Auftritt mit Freund:innen und Robert Smith teilen konnte.

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Via: Apple Music
Titelbild: Apple Music / The Zane Lowe Show.

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Tags: Apple Music, Olivia Rodrigo, Zane Lowe, you seem pretty sad for a girl so in love, Dan Nigro, Glastonbury, The Cure

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