Apple sieht sich in den USA einer neuen Sammelklage gegenüber, weil ein Fehler in iCloud Private Relay die Identität von Nutzer:innen offenlegen soll. Eingereicht wurde die Klage von derselben Kanzlei, die bereits ein Vergleich über 250 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Siri AI erzielt hat.
Klage wirft Apple Irreführung bei iCloud+ vor
Die Clarkson Law Firm hat eine Sammelklage gegen Apple eingereicht, in der dem Unternehmen vorgeworfen wird, Kund:innen mit der Vermarktung von iCloud+-Abonnements getäuscht zu haben. Im Mittelpunkt steht dabei iCloud Private Relay, das als Datenschutzfunktion Bestandteil von iCloud+ ist.
Laut einem Bericht von 9to5Mac spricht die Kanzlei in der Klage von einem „ungeheuerlichen Verrat am Vertrauen der Verbraucher:innen“. Apple-Kund:innen hätten für iCloud+ bezahlt, weil ihnen ein besonderes Maß an Privatsphäre versprochen worden sei. Dieses Versprechen sei nach einigen Jahren gebrochen worden.
Die Anwält:innen argumentieren, der Schutz durch iCloud Private Relay habe „einfach nicht funktioniert“. Nutzer:innen seien dadurch potenziell dem Tracking und der Profilbildung ausgesetzt gewesen – genau den Praktiken also, gegen die Apple sich öffentlich positioniert habe.
Apple hat sich zu der neuen Klage bislang nicht geäußert.
Die Clarkson Law Firm ist im Apple-Umfeld bereits bekannt: Sie war maßgeblich an einer Sammelklage wegen der verzögerten Einführung von Siri AI beteiligt. Diese Klage wurde im Dezember 2025 beigelegt, die Details zum Vergleich über 250 Millionen US-Dollar wurden jedoch erst im Mai 2026 öffentlich.
Bericht: Schwachstellen in WebKit unterlaufen iCloud Private Relay
Hintergrund der aktuellen Auseinandersetzung sind Berichte über technische Probleme bei iCloud Private Relay. Am 4. August wurde bekannt, dass der Dienst über mehrere Stellen in WebKit anfällig für Datenlecks sein soll. Da Apple auf dem iPhone vorschreibt, dass alle Browser die WebKit-Engine nutzen müssen, sind davon alle mobilen Browser unter iOS betroffen.
Dem Bericht zufolge können mehrere Web-Technologien selbst dann Informationen über Nutzer:innen preisgeben, wenn diese einen Proxy oder iCloud Private Relay verwenden. Genannt werden DNS Prefetching, WebAuthn für Passkeys und WebTransport.
DNS Prefetching in iOS 26 soll dazu geführt haben, dass Hostnamen über den normalen DNS-Pfad statt über den Proxy aufgelöst wurden. Dadurch konnten bestimmte Daten offengelegt werden. Beim Einsatz von WebAuthn zeigte die Datei zur Passkey-Validierung offenbar IP-Adressen an, während WebTransport beim Aufbau einer direkten HTTP/3-Verbindung ebenfalls IP-Adressen sichtbar gemacht haben soll.
Technische Schwachstellen als Basis der Klage
Diese gemeldeten Schwachstellen rund um WebKit und die beteiligten Protokolle bilden eine wesentliche Grundlage der Klage der Clarkson Law Firm. Die Kanzlei will belegen, dass die von Apple versprochene Anonymisierung durch iCloud Private Relay in der Praxis nicht eingehalten wurde.
Apple muss die beschriebenen Probleme nach dem Bericht zufolge künftig beheben. Wie das Unternehmen konkret reagieren wird – sowohl technisch als auch juristisch – ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine automatisch erstellte Zusammenfassung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eine redaktionelle Prüfung fand nicht statt.
Via: appleinsider.com
