In Großbritannien richtet sich eine neue Sammelklage gegen Apple, die milliardenschwere Schadenersatzforderungen umfasst. Im Fokus steht der Vorwurf, Apple habe den Wettbewerb bei kontaktlosen Zahlungen auf dem iPhone unrechtmäßig eingeschränkt.
Die in dieser Woche eingereichte, vorgeschlagene Opt-out-Sammelklage behauptet, Apple habe seine Marktstellung missbraucht. Konkret geht es darum, dass der Zugang zur Nahfeldkommunikations-Technologie (NFC) des iPhone beschränkt und Banken für die Nutzung von Apple Pay Gebühren berechnet worden seien. Die Klage fordert bis zu 1,5 Milliarden Pfund Schadenersatz, rund 2 Milliarden US‑Dollar (circa 1,84 Milliarden Euro), im Namen von geschätzt 50 Millionen Verbraucher:innen in Großbritannien.
Die Beschwerdeführenden argumentieren, dass Apple Pay seit dem Start im Jahr 2015 faktisch die einzige Option für mobile kontaktlose Zahlungen auf dem iPhone im Vereinigten Königreich sei. Laut Klageschrift habe Apple Drittentwickler:innen keinen Zugang zur NFC-Hardware des iPhone und zur Sicherheitskomponente Secure Element gewährt. Dadurch seien konkurrierende digitale Geldbörsen benachteiligt worden, weil sie nicht zu vergleichbaren Bedingungen arbeiten konnten.
Banken und Kartenherausgeber:innen hätten somit keine andere Wahl gehabt, als Apple Pay zu unterstützen, wenn sie ihren Kund:innen mobile kontaktlose Zahlungen auf dem iPhone anbieten wollten. Diese angeblich eingeschränkte Auswahl bildet den Kern der wettbewerbsrechtlichen Vorwürfe.
Im Zentrum des Falls stehen die Gebühren, die Apple den ausgebenden Banken für Apple-Pay-Transaktionen in Rechnung stellen soll. Branchenberichte nennen hierfür in Großbritannien typischerweise etwa 0,15 Prozent des Transaktionswerts. Laut Klage entspreche dieses Gebührenniveau nicht üblichen Marktstandards und sei nur möglich gewesen, weil Apple den Wettbewerb auf seiner Plattform begrenzt habe.
Weiter wird in der Klage behauptet, Banken hätten diese zusätzlichen Kosten an Verbraucher:innen weitergegeben. Dies soll über höhere Entgelte für eine Vielzahl von Finanzprodukten erfolgt sein, darunter Girokonten, Kreditkarten, Sparkonten und Hypotheken. So seien die erhöhten Kosten nicht nur bei der Nutzung von Apple Pay entstanden, sondern hätten sich auf breite Teile des Bankgeschäfts ausgewirkt.
Rund 98 Prozent der Verbraucher:innen in Großbritannien halten der Klage zufolge Konten bei Banken, die Apple Pay unterstützen. Damit seien sie den erhöhten Kosten ausgesetzt gewesen, unabhängig davon, ob sie Apple Pay tatsächlich genutzt haben oder nicht. Auf dieser Grundlage wird Schadenersatz für die gesamte betroffene Bevölkerung angestrebt.
Die durchschnittliche Auszahlung pro betroffener Person wäre im Erfolgsfall eher gering. Die Klage rechnet mit etwa 26 bis 35 Pfund pro Verbraucher:in. Dennoch summiert sich der Anspruch durch die große Zahl potenziell Betroffener auf den milliardenschweren Gesamtbetrag.
In einer Stellungnahme bezeichnete Apple die Klage als „fehlgeleitet und abzuweisen“. Weitere Details zu Apples Argumentation liegen bislang nicht vor.
Via: https://www.macrumors.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
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