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MMS-Abschaltung zum 30. Juni – Von Messengern abgelöst

Nach fast einem Vierteljahrhundert verschwindet die MMS in Deutschland endgültig aus den Mobilfunknetzen. Alle großen Anbieter schalten den Dienst Ende Juni ab und verweisen auf moderne Alternativen.

Enddatum 30. Juni 2026: Alle Netze machen dicht

Die MMS (Multimedia-Mitteilungsdienst) wurde einst entwickelt, um die klassische SMS um Bilder und andere Medien zu erweitern. Aufgrund technischer Beschränkungen durften angehängte Dateien lange nur rund 300 Kilobyte groß sein. Gleichzeitig verlangten die Netzbetreiber pro Nachricht meist 39 Cent, teils sogar bis zu 79 Cent, was viele Nutzer:innen abschreckte. Während Text-SMS häufig durch Flatrates abgedeckt waren, blieb MMS ein vergleichsweise teurer Dienst.

Vodafone hatte den MMS-Versand bereits im Januar 2023 eingestellt. Zum 30. Juni 2026 ziehen die übrigen großen Anbieter nach: Telekom, Telefónica (o2) und 1&1 beenden dann den Versand und Empfang von MMS-Nachrichten in ihren Mobilfunknetzen. 1&1 informiert Kund:innen seiner Marken wie sim.de bereits per E-Mail und nennt MMS ausdrücklich einen veralteten Nachrichtenstandard, den nach und nach alle Telekommunikationsunternehmen abgeschalteen werden.

Telekom und o2 bestätigen auf ihren Hilfeseiten, dass MMS nur noch bis zum 30. Juni nutzbar sein wird. Bei der Telekom werden Nachrichten, die vor dem Stichtag verschickt werden, weiterhin bearbeitet. Für Vodafone-Kund:innen gibt es bei eingehenden MMS aus dem Telekom-Netz eine Übergangslösung: Statt einer direkten Zustellung erhalten Empfänger:innen eine SMS mit einem Link zur webbasierten Ansicht der Nachricht.

RCS und Messenger-Dienste ersetzen MMS

Als Nachfolger für SMS und MMS setzen die Netzbetreiber auf den Standard RCS (Rich Communication Services). RCS funktioniert über die normale Nachrichten-App des Smartphones und ermöglicht neben Text auch den Versand von Fotos, Videos, Emojis, Sprachnachrichten und größeren Anhängen. Der Dienst rechnet sich über die Datenverbindung des Tarifs ab, ähnlich wie bei Messenger-Diensten.

Bei Anbietern wie sim.de ist RCS Bestandteil des Vertrags und verursacht keine separaten Kosten pro Nachricht. Die belastet lediglich das gebuchte Datenvolumen, sofern man kein WLAN nutzt. In der Regel gilt das auch für andere Netze und Tarife mit SMS-Flatrate, in denen reine SMS ohnehin nicht mehr einzeln berechnet werden.

RCS steht auf modernen Android-Smartphones bereits seit Längerem zur Verfügung. Apple hatte den Standard zunächst lange nicht unterstützt, bietet ihn inzwischen aber ebenfalls an. Auf iPhones ist RCS nutzbar, wenn die Gegenstelle kein iPhone verwendet, andernfalls kommt wie gewohnt iMessage zum Einsatz. 1&1 gehört zu den drei deutschen Netzbetreibern, die den mit iOS 26.5 gestarteten Beta-Betrieb von Ende-zu-Ende-verschlüsselten RCS-Nachrichten von Beginn an unterstützen.

Was Nutzernde jetzt beachten sollten

Für die meisten von Euch dürfte die Abschaltung praktisch kaum Auswirkungen haben, da MMS schon seit Jahren nur noch ein Nischendasein führt. Viele von Euch nutzen längst Messenger wie WhatsApp oder verschicken Medieninhalte per E-Mail oder RCS. Wer jedoch noch ältere Handys ohne Internetanbindung verwendet, sollte rechtzeitig prüfen, ob dort wichtige MMS-Bilder gespeichert sind.

Lassen sich die Dateien per Datenkabel auf einen Computer übertragen, sollte das möglichst bald erfolgen. Falls kein passendes Kabel vorhanden ist oder die Übertragung scheitert, könnt Ihr die MMS-Bilder notfalls noch an ein modernes Smartphone schicken und dort regulär abspeichern. Dabei fallen bis zur Abschaltung weiterhin die üblichen MMS-Gebühren an. Beachtet zudem, dass die Bildqualität dieser frühen Handyaufnahmen deutlich unter heutigen Standards liegt.

Die Ära der MMS begann in Deutschland 2002, als Vodafone den Dienst freischaltete. Neben Bildern, kurzen Videos und Audiodateien konnten Nutzende in den Anfangsjahren sogar MMS-Postkarten verschicken, bei denen ein mit dem Handy aufgenommenes Foto als gedruckte Karte per Briefpost zugestellt wurde. Dieser Zusatzdienst wurde bereits 2010 eingestellt. Mit der jetzigen Abschaltung endet nun auch der eigentliche MMS-Dienst in allen großen Netzen.

Via: https://www.teltarif.de · https://www.t-online.de · https://www.heise.de

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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