Microsoft hat die Preise für alle aktuellen Surface-Computer im eigenen Online-Shop erhöht. Grund ist die anhaltende Knappheit bei Arbeitsspeicher-Chips, die sich zunehmend auf Endgeräte auswirkt.
Deutliche Aufschläge für aktuelle Surface-Generation
Ohne große Ankündigung hat Microsoft die Preise sämtlicher verfügbarer Surface-PCs im Microsoft Store angepasst. Laut Unternehmen sollen die neuen Preise in naher Zukunft auch im stationären Handel zu sehen sein. In einer E-Mail an CNET begründet ein Microsoft-Sprecher den Schritt mit gestiegenen Kosten bei Speicher und weiteren Komponenten.
Die Verteuerung fällt je nach Modell unterschiedlich aus, erreicht aber bei der Spitzenklasse und mehreren Mittelklasse-Varianten Aufschläge von rund 500 US-Dollar (rund 460 Euro). Wie das Portal Windows Central hervorhebt, liegen damit einige aktuelle Mittelklasse-Surface-Geräte inzwischen über dem Niveau, zu dem die damaligen Spitzenmodelle vor zwei Jahren zum Start angeboten wurden.
Der Microsoft Store listet derzeit folgende Einstiegspreise für die Surface-Reihe:
- Surface Laptop 15 Zoll: 1.769 Euro
- Surface Laptop 13,8 Zoll: 1.669 Euro
- Surface Laptop 13 Zoll: 1.249 Euro
- Surface Pro 12 Zoll: 1.349 Euro
- Surface Pro 13 Zoll: 1.839 Euro
Damit bewegen sich die Surface-Laptops und Surface-Pro-Modelle nun preislich über manchen Konkurrenzgeräten, die häufig als einige der besten Notebooks am Markt gelten, etwa von Apple, Acer oder HP.
KI-Rechenzentren verschärfen RAM-Engpass
Microsoft ist nicht allein von der aktuellen Entwicklung betroffen. Auch andere große Technikkonzerne spüren den Druck, weil Rechenzentren für künstliche Intelligenz enorme Mengen an Arbeitsspeicher benötigen. Diese Nachfrage nimmt praktisch alles verfügbare Angebot auf und verknappt den Markt für Verbraucher:innenprodukte.
So hat Samsung ebenfalls die Preise für einige Smartphones und Tablets angehoben, in manchen Fällen um bis zu 280 US-Dollar (rund 260 Euro). Bei Apple waren Anfang der Woche mehrere Konfigurationen mit hohem Arbeitsspeicher- und Speicherausbau als ausverkauft gekennzeichnet.
Speicherknappheit könnte bis zum Jahrzehntende anhalten
Branchenweit deutet wenig darauf hin, dass sich die Lage kurzfristig entspannt. Die Nachfrage aus KI-Rechenzentren nach RAM ist extrem hoch und zeigt bislang keine Anzeichen einer Abschwächung. Um dem Bedarf zu begegnen, hat der große Speicherhersteller Micron seine auf Endkund:innen ausgerichtete Marke Crucial eingestellt, um mehr Arbeitsspeicher für KI-Rechenzentren zu produzieren.
Auch andere große Speicheranbieter wie Samsung und SK Hynix stehen unter erheblichem Druck. Der Vorsitzende von SK Hynix geht davon aus, dass die aktuelle Knappheit bei Speicherchips mindestens bis zum Ende dieses Jahrzehnts anhalten dürfte. Für Euch als Käufer:innen von Notebooks, Tablets und anderen Geräten könnte das längerfristig weiter steigende oder dauerhaft hohe Preise bedeuten.
Via: https://www.cnet.com
Titelbild: Microsoft
