MacPaw beendet im kommenden Monat seinen alternativen App-Marktplatz Setapp Mobile für iOS in der Europäischen Union. Das Unternehmen verweist auf komplexe Geschäftsbedingungen von Apple.
Setapp Mobile endet im Februar 2026
Der in der Ukraine ansässige Entwickler MacPaw schaltet Setapp Mobile, seinen alternativen App-Store für iOS-Geräte in der EU, zum 16. Februar 2026 endgültig ab. Der Dienst war seit September 2024 in einer offenen Beta-Phase verfügbar und richtete sich an EU-Nutzer:innen, die iOS-Apps über ein Abo-Modell beziehen wollten.
In einer Support-Mitteilung erklärt MacPaw, dass die Plattform wegen Apples „sich noch entwickelnder und komplexer Geschäftsbedingungen, die nicht zum aktuellen Geschäftsmodell von Setapp passen“, eingestellt wird. Daraus geht hervor, dass sich Setapp Mobile für MacPaw wirtschaftlich nicht ausreichend getragen hat.
Für alle Nutzer:innen in der EU, die iOS-Apps über den Abo-Dienst Setapp Mobile genutzt haben, hat die Entscheidung direkte Folgen. Sämtliche über Setapp Mobile verfügbaren Apps werden nach dem Abschaltdatum von der Plattform entfernt und stehen dann nicht mehr zur Verfügung.
Konsequenzen für Nutzer:innen und Mac-Version
MacPaw rät Euch, wichtige Daten aus den betroffenen Apps rechtzeitig zu sichern. Nach der Abschaltung von Setapp Mobile am 16. Februar 2026 können die Anwendungen nicht mehr über den Dienst geladen oder aktualisiert werden. Damit endet auch der Zugriff auf Inhalte, die nur innerhalb dieser Apps vorliegen, sofern sie nicht vorher gesichert wurden.
Die Entscheidung betrifft ausschließlich die mobile iOS-Plattform in der Europäischen Union. Der separate, abonnementsbasierte App-Store Setapp für den Mac arbeitet unverändert weiter. Nutzer:innen können die dort angebotenen macOS-Apps wie gewohnt über das bestehende Abo-Modell nutzen.
Herausfordernder Markt für alternative App-Stores
MacPaw ist nicht das einzige Unternehmen, das versucht, vom durch das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) geschaffenen Rahmen für alternative App-Marktplätze auf iOS in der EU zu profitieren. Der DMA verpflichtet Apple, Drittanbieter-Marktplätze auf iOS im europäischen Raum zu unterstützen. Neben einigen kleineren Angeboten gilt der Spieleanbieter Epic mit seinem Laden für Apps und Spiele als einer der bekanntesten alternativen Marktplätze.
Diese von Apple als „alternative App-Marktplätze“ bezeichneten Plattformen stehen jedoch vor erheblichen Hürden. Dazu gehört insbesondere die umstrittene Kerntechnologie-Gebühr von Apple, die für jede Installation oberhalb eines bestimmten Schwellenwerts fällig wird. Zusätzlich müssen sich die Anbieter gegen das etablierte Ökosystem des App Store behaupten, das für viele Nutzer:innen weiterhin der Standardzugang zu iOS-Apps ist.
Epic Games übernimmt aktuell die Apple-Gebühren, die für EU-Entwickler:innen anfallen, wenn sie ihre Apps über den Marktplatz von Epic anbieten. Konzernchef Tim Sweeney hat allerdings erklärt, dass es für Epic Games langfristig „finanziell nicht tragfähig“ sei, diese Gebühren dauerhaft zu tragen. Das Unternehmen will dies dennoch vorerst tun, während es abwartet, ob die Europäische Union Apple zu weiteren Anpassungen der Regeln für Drittanbieter-Marktplätze im Rahmen des DMA verpflichtet.
Sweeney hat die Kerntechnologie-Gebühr und die Vorgaben für App-Vertrieb von Apple wiederholt kritisiert und die Gebühr als „verhängnisvoll für jede Hoffnung, dass ein konkurrierender Store Fuß fassen kann“ bezeichnet. Vor diesem Hintergrund könnte Setapp Mobile das erste prominente Beispiel dafür sein, wie schwierig es für alternative Marktplätze ist, sich unter den aktuellen Bedingungen zu behaupten.
