Am 21. Juni 2010 veröffentlicht Apple iOS 4 und führt damit eine Reihe neuer Produktivitätsfunktionen sowie den Videotelefonie-Dienst FaceTime ein. Das Update markiert einen wichtigen Schritt für Apples damals schnell wachsende Mobilplattform.
Vom „iPhone OS“ zu iOS – und ein Fokus auf Produktivität
Mit dem Erscheinen des ersten iPad Anfang 2010 vollzieht Apple auch eine strategische Umbenennung: Aus „iPhone OS“ wird iOS, um dem Einsatz auf mehreren Gerätetypen Rechnung zu tragen. iOS 4 erscheint dabei zeitlich passend zum iPhone 4 und wird von Apple-CEO Steve Jobs erstmals auf der Worldwide Developers Conference am 7. Juni 2010 vorgestellt.
Die Präsentation macht deutlich, dass das iPhone nicht mehr nur als Unterhaltungsgerät positioniert wird, sondern als eigenständiges Produktivitätswerkzeug. iOS 4 bringt dafür unter anderem eine Rechtschreibprüfung, Unterstützung für Bluetooth-Tastaturen und erstmals frei wählbare Hintergründe für den Home Screen.
Die wichtigste Änderung ist jedoch das Multitasking. Zum ersten Mal können bestimmte Apps im Hintergrund weiterlaufen, während andere genutzt werden – etwa Musik hören und gleichzeitig im Web surfen. Zudem wird der Wechsel zwischen geöffneten Apps deutlich vereinfacht.
FaceTime, neue Systemfunktionen und ein Fokus auf Kommunikation
Parallel zum Multitasking führt iOS 4 eine Reihe weiterer Funktionen ein. Dazu gehören Ordner auf dem Home Screen, mit denen sich Apps besser organisieren lassen, sowie ein einheitlicher Posteingang für Mail, der mehrere Konten bündelt. Eine neue Geolokalisierungs-Funktion erleichtert außerdem das Sortieren von Fotos. Diese Bildsortierung gilt als früher Vorläufer späterer, KI-gestützter Filterfunktionen in iOS 10 und wird in iOS 18 durch Apple Intelligence weiter ausgebaut.
Auch Kamera und Suche erhalten Updates: iOS 4 bietet einen Zoom-Modus und Tippen-zum-Fokussieren für die Kamera, während die systemweite Universal Search künftig auch Treffer aus dem Web und aus Wikipedia einbezieht.
Im Mittelpunkt steht aber FaceTime. Der proprietäre Dienst für Videotelefonie ermöglicht es Nutzer:innen von iPhone und iPad, in Echtzeit per Audio und Video zu kommunizieren. FaceTime kommt insgesamt gut an, besondere Resonanz gibt es in der Community gehörloser Menschen, da sich der Dienst gut für die Kommunikation in Gebärdensprache eignet. Apple betont diese Nutzungsmöglichkeit in einem Werbespot für das iPhone 4, der FaceTime in den Vordergrund stellt.
Game Center, iBooks und spätere Konsequenzen
Neben positiven Neuerungen sorgt iOS 4 auch für Diskussionen. Mit Game Center und iBooks starten zwei neue Apps, die nicht nur Zustimmung erhalten. Game Center ist als soziales Netzwerk für Gamer gedacht, setzt sich aber nie wirklich durch. 2016 stellt Apple die eigenständige Game-Center-App ein, die Plattform existiert aber weiterhin als soziales Gaming-Netzwerk für Entwickler:innen. Später versucht Apple mit der Einführung der Games-App in iOS 26 einen neuen Anlauf in diesem Bereich.
iBooks spiegelt Apples Interesse an E-Books wider und soll Lesende stärker an das eigene Ökosystem binden. Die E-Book-Strategie führt jedoch zu rechtlichen Problemen: Apple kollidiert mit den Wettbewerbsbehörden, nachdem das Unternehmen gemeinsam mit Verlagen E-Book-Preise abgesprochen hat und dafür schlussendlich wegen Preisabsprachen schuldig gesprochen wird.
iOS 4 bleibt damit als großes Funktionsupdate in Erinnerung, das sowohl grundlegende Weichen für Produktivität und Kommunikation stellt als auch einige umstrittene Dienste einführt, deren Folgen Apple über Jahre beschäftigen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine automatisch erstellte Zusammenfassung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eine redaktionelle Prüfung fand nicht statt.
Via: cultofmac.com
