GoPro stellt dieses Jahr kein neues Hero Black Modell vor, sondern bringt mit der Max 2 eine spannende 360-Grad Kamera auf den Markt. Wir haben uns angeschaut, was die neue Max 2 ausmacht und wie sie sich im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.
Design, Technik und Funktionen der GoPro Max 2
GoPro setzt bei der Max 2 erstmals auf echtes 8K Video, das ohne überschüssige Sensorpixel oder Stitching-Überlappungen aufgenommen wird. Damit verspricht das Unternehmen eine bis zu 23 Prozent höhere Auflösung als vergleichbare Modelle von Insta360 und DJI, die jeweils etwa 580 Euro kosten. Die GoPro Max 2 ist mit 519 Euro im Vergleich günstiger. Die Kamera unterstützt 8K-30fps, 5,6K-60fps und 4K-90fps im 360-Grad-Modus. Im Einzellinsenmodus erreicht sie 4K 60fps, was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger darstellt. Neu ist auch die Verarbeitung von 10 Bit Farben und einem Bitrate Zuwachs auf bis zu 120 Mbit/s, der über eine experimentelle Labs Firmware sogar auf 300 Mbit/s gesteigert werden kann.
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Mehr InformationenDas Gehäuse wurde dezent überarbeitet und erinnert nun an die Hero Modelle, inklusive zentral platzierter Objektive und hitzebeständigen Rillen. Ein großer Fortschritt ist die Möglichkeit, beide Objektive leicht abzuschrauben und auszutauschen. Gerade bei 360 Grad Kameras, die oft sturzgefährdet sind, ist das ein Vorteil im Alltag. Während die Insta360 X5 auch auf wechselbare Objektive setzt, verlangt DJI bei der Osmo 360 eine Rücksendung.
Das Audio ist dank Sechs-Mikrofon-Array nun direktional und kann außerdem mit AirPods oder Bluetooth-Mikrofonen wie dem DJI Mic 3 kombiniert werden. Damit richtet sich die Max 2 vor allem auch an Vlogger:innen und Social-Media-Fans. Interner Speicher fehlt jedoch weiterhin, was angesichts der DJI Osmo 360 mit ihren 105 GB ein Nachteil bleibt.
Video-, Fotoqualität und Nutzungserlebnis
Die GoPro Max 2 überzeugt in verschiedenen Umgebungen mit natürlichen Farben und ausgewogener Belichtung. Der Wechsel zwischen Sonnenlicht und Schatten führt zu den typischen Anpassungen, bleibt aber stets nachvollziehbar. Besonders bei der Nachbearbeitung merkt ihr, mit einer 360 Grad Kamera zu arbeiten. Vor allem beim Wechsel der Perspektive oder beim Zoomen treten leichte Verzerrungen auf, die sowohl kreativ genutzt als auch störend sein können. Die berüchtigten Stitching-Linien sind gelegentlich sichtbar, gehören aber derzeit zu dieser Kamerakategorie.
Die Bildstabilisierung ist vor allem im Einzellinsenmodus bemerkenswert. Selbst holprige Fahrradfahrten werden so angenehm glatt dargestellt. Neue Features wie 8K-Timewarps und das HyperView-Ultraweitwinkel sorgen für zusätzliche Immersion, auch wenn der Effekt gewöhnungsbedürftig bleiben mag. Der Selfie- und POV-Modus erleichtert das Framing, da Clips automatisch richtig ausgerichtet werden. Ihr könnt also schneller Aufnahmen teilen, ohne viel nachbearbeiten zu müssen. Ein neuer Burst-Modus nimmt in einstellbaren Zeiträumen schnelle Bildserien auf, ideal zum Auswählen des perfekten Moments.
Bearbeitung mit GoPro Quik und Akkulaufzeit
360-Grad-Videos erfordern immer etwas Nachbearbeitung, vor allem um die richtige Perspektive zu exportieren. GoPro Quik erleichtert diesen Prozess, indem ihr mit wenigen Klicks das gewünschte Bildverhältnis wählt oder Effekte hinzufügt. Für Aktionen wie Instagram Reels oder YouTube könnt ihr verschiedene Formate exportieren und wenn nötig, per KI-Tracking ein bestimmtes Objekt automatisch ins Zentrum rücken. Voreingestellte Dreh-, Roll- oder Schwenkeffekte beschleunigen die Videobearbeitung. Für längere Videos gibt es Desktop-Plugins für Adobe Premiere, After Effects und eine Beta für DaVinci Resolve.
Mitgeliefert wird ein 1.960 mAh starker Enduro-Akku, der laut GoPro einen Tag lang durchhält. Im Praxistest kam ich auf einen sechs Stunden langen Ausflug mit etwa 30 Minuten aktiver Aufnahme und hatte am Ende noch 15 Prozent Restakku – inklusive Dateiübertragung aufs Smartphone. Damit liegt die GoPro Max 2 auf dem Niveau normaler Actioncams und reicht für durchschnittliche Tagesausflüge.
Fazit – GoPro Max 2 als günstige 8K-Alternative
Die GoPro Max 2 setzt vor allem beim Handling und der Bildqualität an. Die echte 8K-Aufnahme hebt sie etwas von der Konkurrenz ab, speziell beim Herausrendern von 4K/60-Videos. Die Bearbeitung geht dank Quik-App und neuer Features unkompliziert von der Hand, die Hardware-Details wie wechselbare Objektive wurden praxisnah optimiert. Lediglich der fehlende interne Speicher bleibt ein Nachteil gegenüber DJI. Letztlich bieten GoPro und Insta360 vergleichbare App-Erfahrungen; GoPro punktet aktuell besonders beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Wie überzeugend eine 360-Grad-Kamera ist, entscheidet aber wie immer das Endvideo – und hier liefert die Max 2 mit ihrem „echten 8K“ und der guten App-Unterstützung überzeugende Ergebnisse.
