Nach Apple geht nun auch Google gegen Apps vor, mit denen Nutzer:innen Aktivitäten von Einwanderungsbehörden melden konnten. Diese Entscheidung betrifft besonders Apps wie Red Dot und ähnliche.
Apple und Google entfernen ICEBlock und Red Dot
Apple hat die App ICEBlock aus dem App Store entfernt. Diese Anwendung erlaubte es Nutzer:innen, Aktivitäten von ICE-Agent:innen zu melden. Einen Tag später folgt Google dem Beispiel und entfernt auch Apps wie Red Dot aus dem Play Store. In einer Stellungnahme gegenüber Engadget erklärte Google, dass ICEBlock zwar nie im Play Store verfügbar war, aber ähnliche Apps entfernt wurden. Die Entscheidung folgt einer Richtlinie, die das Teilen von Standorten als gefährdend für bestimmte Personengruppen einstuft. Nachdem ein gewalttätiger Vorfall bekannt wurde, bei dem eine Person Apps nutzte, um ICE-Standorte zu verfolgen, setzt Google diese Richtlinie jetzt konsequenter um.
Begründung durch fehlende Inhaltsmoderation und Sicherheitsbedenken
Neben den Bedenken um Gefährdung heißt es von Google auch, dass die entfernten Anwendungen Inhalte von Nutzer:innen nicht ausreichend moderierten. Google verlangt von Apps mit nutzergenerierten Inhalten, dass sie in ihren Nutzungsbedingungen klar definieren, was als unangemessener Inhalt gilt. Zudem müssen diese Bedingungen mit den Google Play-Vorgaben übereinstimmen. Wer sich nicht an diese Richtlinien hält, riskiert die Entfernung aus dem Play Store.
Die App Red Dot wurde wie ICEBlock sowohl aus dem Play Store als auch dem App Store entfernt. Red Dot ermöglichte das Melden von ICE-Aktivitäten im eigenen Wohngebiet. Im Unterschied zu anderen Apps wurden die Berichte laut Angaben der Entwickler aggregiert und aus verschiedenen verlässlichen Quellen gesammelt. Die Entwickler:innen von Red Dot betonen, dass keine Bewegungen von Einzelpersonen oder ICE-Agent:innen verfolgt würden. Außerdem lehnt das Team Belästigung und Gewalt entschieden ab. Unabhängig davon ist Red Dot nun nicht mehr als Download verfügbar.
Sicherheitsvorfälle als Auslöser
Den Ausschlag für die verstärkten Maßnahmen gab offenbar ein Angriff auf eine ICE-Einrichtung in Dallas, bei der am 24. September ein:e Häftling getötet und zwei weitere verletzt wurden. Nach Aussagen eines FBI-Agenten informierte sich der Täter zuvor über Apps, die ICE-Aktivitäten auflisten. Apple entfernte ICEBlock nach Aufforderung durch US-Justizministerin Pam Bondi. Sie erklärte, dass solche Apps ICE-Mitarbeiter:innen gefährden und Gewalt gegen Ordnungskräfte eine nicht zu überschreitende Grenze darstelle. Apple folgte der Argumentation und entfernte diese Anwendungen. Google erhielt zwar keine behördliche Aufforderung, handelt aber angesichts der Ereignisse eigenständig.
Für beide App-Plattformen bleibt die Frage, ob Entwickler:innen künftig Möglichkeiten finden, solche Dienste anzubieten, ohne erneut gegen Richtlinien zu verstoßen und die Sicherheit zu gefährden.
