Nach Jahren voller Gerüchte scheint Apple bereit für das erste faltbare iPhone. Das Gerät dürfte das iOS-Design grundlegend verändern – und zwar deutlich stärker als frühere Updates.
Offiziell bestätigt ist das faltbare iPhone nicht, doch die Hinweise sind ungewöhnlich konkret. Sie reichen von Displaygröße und Scharnier über Chip und Kameras bis hin zum möglichen Namen.
Faltbare Smartphones gibt es seit 2018, etwa von Royole, Samsung und Huawei. Apple hielt sich bislang zurück, weil die Technik noch mit sichtbaren Knickspuren, empfindlichen Scharnieren und klobigen Gehäusen zu kämpfen hatte.
Das erste faltbare iPhone soll vor allem durch seine nutzbare Fläche punkten. Aus Leaks geht hervor, dass das innere OLED-Display rund 7,8 Zoll misst und etwa 29 Quadratzoll Anzeige bietet. Zum Vergleich: Das Display des iPhone 17 Pro Max kommt auf 17,9 Quadratzoll – das faltbare Modell hätte also rund 40 Prozent mehr Fläche bei ähnlicher Portabilität.
Apple setzt angeblich auf ein nahezu knickspurenfreies Panel mit ultradünnem Glas und einem angepassten Fertigungsprozess von Samsung. Dieser soll das Display dünner und gleichzeitig stabiler machen – ähnlich der Technik im aktuellen Galaxy-Modell, das sehr positive Bewertungen erhält. Ergänzend dazu entwickelt Apple laut Berichten ein aufwendiges Scharnier aus flüssigem Metall oder anderen fortschrittlichen Materialien, das viele Faltvorgänge aushält, ohne dauerhaft sichtbare Spuren im Display zu hinterlassen.
Beim Formfaktor orientiert sich Apple an einem Buchdesign: Aufgeklappt verwandelt sich das Gerät in ein kompaktes Tablet mit 4:3‑Format, das sich für Multitasking und zwei Apps nebeneinander eignet. iOS soll dafür spezielle Funktionen bekommen, inklusive geteiltem Bildschirm und iPad-ähnlichen Seitenleisten. Auf der Außenseite ist ein etwa 5,5 Zoll großes Touchdisplay geplant, über das Ihr Benachrichtigungen und kurze Interaktionen erledigen könnt, ohne das Gerät aufzuklappen.
Trotz der Faltmechanik soll das Gehäuse nicht übermäßig dick werden. Früh geleakte Dummys sprechen von etwa 4,5 Millimetern in aufgeklapptem Zustand und rund 9 bis 9,5 Millimetern geschlossen. Zum Vergleich: Das iPhone 17 Pro Max ist 8,75 Millimeter dick, das iPhone 18 Pro Max soll auf rund 9 Millimeter kommen. Von „doppelt so dick“ kann also keine Rede sein.
Das große Display verlangt nach einer kräftigen Stromversorgung. Im Gespräch sind zwei Hochleistungs-Akkus, je einer pro Gehäusehälfte, mit einer Gesamtkapazität zwischen 5.400 und 5.800 mAh. Andere Berichte gehen von 4.883 mAh aus, was in etwa dem Galaxy Z Fold8 entspricht. Gleichzeitig bleibt die Vorgabe, das Gerät möglichst schlank zu halten.
Als Antrieb ist Apples A20‑Pro‑Chip vorgesehen, derselbe Prozessor wie im iPhone 18 Pro und Pro Max. Er soll im 2‑Nanometer-Verfahren von TSMC gefertigt werden, mit etwa 18 Prozent mehr Leistung und 30 Prozent besserer Energieeffizienz. Hinzu kommen wohl 12 GB Arbeitsspeicher, was sowohl KI-Funktionen als auch intensives Multitasking auf dem großen Innen-Display unterstützen soll.
Bei den Kameras deutet vieles auf Kompromisse zugunsten der Bauhöhe hin. Statt eines Dreifach-Systems wie in den Pro-Modellen soll das Falt‑iPhone zwei rückseitige Kameras erhalten: eine 48‑Megapixel-Hauptkamera und eine 48‑Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Für ein separates Teleobjektiv scheint im ultradünnen Gehäuse kein Platz zu sein. Zusätzlich sind offenbar zwei 24‑Megapixel-Frontkameras geplant, je eine für das Außen- und das Innendisplay.
Auch bei der biometrischen Entsperrung spielt der knappe Bauraum eine Rolle. Dem Vernehmen nach könnte Apple auf Face ID verzichten, weil das komplette TrueDepth-System aus Infrarotkamera, Punktprojektor und Flutlicht zu viel Platz benötigt. Stattdessen wird Touch ID im seitlichen Power-Button diskutiert.
Die Farbpalette könnte zum Start sehr überschaubar ausfallen. Aktuelle Gerüchte nennen Weiß/Silber und Dunkelblau als wahrscheinlichste Optionen. Frühere Hinweise auf Dunkelgrau oder Schwarz treten in den Hintergrund, weil Apple das aufwendige Gerät offenbar in relativ kleinen Stückzahlen fertigen und die Variantenvielfalt begrenzen will.
Magnetisches Zubehör bleibt dennoch Thema: Entgegen früherer Spekulationen soll das Falt‑iPhone MagSafe und kabelloses Laden unterstützen und damit mit magnetischen Haltern, Wallets und passenden Ladegeräten kompatibel sein.
Offen ist weiterhin der Name. Als Kandidaten gelten „iPhone Fold“ und „iPhone Ultra“. „iPhone Fold“ beschreibt das Konzept klar, könnte aber zu nah an Samsungs Galaxy Fold liegen. „iPhone Ultra“ würde zur bisherigen Markenstrategie für besonders hochwertige Produkte passen.
Beim Preis bewegen sich Analyst:innen zwischen 2.000 und 2.500 US‑Dollar (rund 1.850 bis 2.300 Euro). Damit läge das Gerät deutlich über klassischen iPhones, aber im Rahmen aktueller High-End-Faltgeräte wie Samsungs Galaxy Z Fold8, das je nach Ausführung bei 1.900 bis 2.100 US‑Dollar (rund 1.750 bis 1.930 Euro) startet.
Technisch scheint Apple rechtzeitig zum erwarteten Marktstart im Herbst 2026 fertig zu werden. Das Falt‑iPhone soll bereits seit Monaten getestet werden und gilt für das September-Event am Mittwoch, 9. September, als gesetzt. Vorbestellungen dürften kurz danach starten, mit Auslieferung ab Freitag, 18. September, gemeinsam mit iPhone 18 Pro, iPhone 18 Pro Max und der Apple Watch Series 12.
Via: https://www.cultofmac.com
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